Nathan Aspinall gewährt einen aufschlussreichen Einblick in die Anfangszeit von
Luke Littler. Der Engländer kannte die enormen Qualitäten der aktuellen Darts-Sensation bereits, bevor der Rest der Welt den Teenager entdeckte. Littler verteidigte vergangenen Monat erfolgreich seinen
World-Matchplay-Titel und kam zuvor regelmäßig zu Aspinall nach Hause zum Training. „The Asp" übernahm damals sogar die Rechnung für dessen Uber-Fahrten.
Littler war erst sechzehn Jahre alt, als er bei der WM 2024 endgültig beim großen Publikum durchbrach. Bei seinem Debüt im Alexandra Palace erreichte der Teenager sensationell das Finale. Luke Humphries erwies sich dort mit 7:4 als zu stark, doch Littler hatte da bereits gezeigt, dass ein außergewöhnliches Talent herangereift war.
Aspinall bezahlte schon früh die Uber-Rechnungen
Aspinall hatte dieses Talent allerdings schon viel früher aus nächster Nähe erlebt. Bei einer Exhibition blickte die aktuelle Nummer sechzehn der Welt auf die Phase zurück, in der Littler regelmäßig bei ihm ein und aus ging, um zu trainieren. „Bevor er vor drei Jahren zum ersten Mal das WM-Finale erreichte, kam er zu mir nach Hause zum Training. Ich habe sogar seine Ubers bezahlt", erzählte Aspinall mit einem Lächeln.
Luke Littler gewann vergangenen Monat zum zweiten Jahr in Folge das World Matchplay
Der Engländer beobachtete in diesen Trainingseinheiten bereits Dinge, die ihn verblüfften. Laut Aspinall zeigte Littler in echten Matches noch nicht einmal sein volles Potenzial. „Was man im Fernsehen sieht, ist gut. Aber du solltest ihn mal in meinem Schuppen sehen. Das ist unglaublich. Kann er noch besser werden? Wenn er weiter trainiert, absolut. Und genau das macht Angst."
Aspinalls Prognose ist inzwischen Realität geworden. Littler entwickelte sich in kurzer Zeit vom vielversprechenden Talent zur absoluten Leitfigur der PDC. Der mittlerweile neunzehnjährige Engländer sammelte bereits vierzehn Major-Titel und gewann
in dieser Saison sogar alle sechs TV-Majors der PDC.
Erster Spieler jenseits der 3-Millionen-Pfund-Grenze
Littler schrieb zudem Geschichte, indem er als erster Spieler überhaupt die Marke von drei Millionen Pfund in der PDC Order of Merit durchbrach. Die Teenie-Sensation jagt 2026 außerdem einen einzigartigen Clean Sweep aller elf Premier-Titel der PDC.
Aspinall kann die Entwicklung seines guten Freundes nur bewundern. „Er hat wahrscheinlich über zweihundert Legs einen Average von 111 gespielt, beim zweitgrößten Turnier, gegen fantastische Darter. Und er ließ es aussehen, als wäre es leicht."
Luke Littlers Aufstieg hat für Aspinall dennoch auch eine weniger angenehme Seite. Die beiden verbindet eine gute Freundschaft, doch Littlers enorme Popularität sorgt dafür, dass immer mehr Geld zum jungen Superstar fließt. Das spürt auch Aspinall, der bald heiratet. „Luke ist ein guter Freund von mir, und er hat unheimlich viel für den Sport getan. Viele Kinder kommen zu diesen Exhibitions, also schulde ich ihm viel. Aber ich wünschte, er würde einfach mal abhauen."
„Er schnappt sich weiter das ganze Geld"
Aspinall machte anschließend deutlich, warum er das durchaus ernst meint. „Er ist der Grund, warum ich eine Woche vor meiner Hochzeit noch Exhibitions spielen muss, weil er sich weiter das ganze verdammte Geld schnappt!"
Die Anekdote zeigt vor allem, wie schnell sich die Rollen umgekehrt haben. Aspinall bezahlte vor einigen Jahren noch die Uber-Rechnungen eines jungen Littler – inzwischen zählt der Teenager selbst zu den größten Stars und Topverdienern der Dartswelt.