„Er macht nichts Verbotenes – aber er übertreibt es“ - Experten äußern Kritik an James Wades Walk-ons
PDCIn der neuesten Folge des Darts Draait Door Podcasts nahmen Vincent van der Voort und Moderator Damien Vlottes kein Blatt vor den Mund. Das Duo sprach über das fragwürdige Qualifikationssystem der European Tour, James Wades langsame Walk-ons, die Rückkehr von Adrian Lewis – und sogar über Barry Hearns neue Netflix-Dokumentation.
Vor allem die Qualifikationsturniere der Gastgeberländer sorgen regelmäßig für Diskussionen. In Belgien etwa mussten jüngst mit Adam Gawlas, Dylan Slevin und Lukas Wenig gleich drei Reservespieler einspringen. „Typisch“, kommentierte Vlottes trocken. „Werden sie als Reservespieler einberufen, bekommen sie trotzdem einen Platz im Gastgeberland. Das ist doch schief, oder?“
Kritik am Qualifikationssystem
Van der Voort stimmte voll zu und legte nach: „Dieses ganze System ist einfach schwierig. Ich bin nicht dafür, dass die Qualifikationsturniere so früh stattfinden. Man hat Spieler, die sich dort gegenseitig ausschalten – und dann trifft man sie wenige Wochen später in der ersten Runde des Hauptturniers wieder.“
Ein Beispiel: Steve Lennon schlug Krzysztof Ratajski in der Qualifikation, nur um im Hauptturnier erneut auf ihn zu treffen – diesmal verlor er. Für Van der Voort ist die Lösung klar: „Die Qualifikationsturniere sollten einfach einen Tag früher stattfinden. Genau wie die Gastgeber-Qualis. Das ist viel fairer.“
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James Wade im Fokus: Kritik an Walk-ons
Auch James Wade geriet ins Visier der Kritik. Sein langsamer Walk-on sorgt schon länger für Diskussionen, da er sich ausgiebig Zeit für Selfies, Autogramme und Gespräche nimmt. „Die Musik ist schon zu Ende und er steht immer noch herum und macht Fotos“, beschwerte sich Van der Voort. „Es ist nicht nur Wade, der das tut, aber er übertreibt es wirklich.“
Seiner Ansicht nach liegt die Verantwortung bei der PDC. „Wade tut nichts, was nicht erlaubt ist. Der Fehler liegt bei der PDC. Wenn sie sagen, dass es kein Problem ist, wird er natürlich nicht aufhören.“
Barry Hearn, Netflix – und wenig Hoffnung für Lewis
Mit einem Schmunzeln kommentierten die beiden auch die Ankündigung, dass Barry Hearn eine Netflix-Dokumentation mit dem Titel The Greatest Showman erhält. „Sie brauchen keine Bescheidenheit zu erwarten“, lachte Van der Voort. „Er läuft nur herum und verherrlicht sich selbst. Das hat er auch bei der PDC gemacht. Aber unterhaltsam wird es sicher.“
Weniger optimistisch äußerten sie sich zu Adrian Lewis. Der zweimalige Weltmeister trat zwar kürzlich bei der MODUS Super Series neben Steve Beaton an, wirkte dabei aber nicht überzeugend. „Er sah eingerostet und nicht eifrig aus“, so die Einschätzung.
Van der Voort wurde noch deutlicher: „Man muss eifrig sein, man muss gewinnen wollen. Bei Lewis habe ich das überhaupt nicht gesehen. Q-School im Januar? Das kann ich mir nicht vorstellen.“ Die Hoffnung, dass Lewis jemals wieder an seine Glanzzeiten anknüpft, schätzten beide als minimal ein. „Nachdem er so lange außer Gefecht war, ist das fast unmöglich.“
Fairness-Frage bei der European Tour
Ein weiteres heiß diskutiertes Thema war die Grundsatzfrage, wer überhaupt an der European Tour teilnehmen sollte. Während Vlottes dafür plädierte, dass sich jeder Spieler qualifizieren können sollte, hielt Van der Voort dagegen: „Eigentlich sollten nur Tour Card-Inhaber teilnehmen. Dafür hat man die Karte ja gewonnen. Nur bei den Gastgeberplätzen sollte es Ausnahmen geben. Sonst ist es nicht fair.“
Zur Untermauerung führte er den Grand Slam of Darts an, bei dem auch Spieler ohne Tourkarte einen Platz erhalten können. „Das ist ein Ranglistenturnier, fast so groß wie das Matchplay. Und dann dürfen alle möglichen Spieler mitmachen. Das ist einfach nicht richtig.“
Vorschau: Czech Darts Open mit niederländischem Großaufgebot
Zum Abschluss wagten die beiden den Blick nach vorne: Die Czech Darts Open stehen vor der Tür – mit einem beachtlichen niederländischen Aufgebot. Bereits in der ersten Runde greifen van Veen, Nijman, van Duijvenbode, Wattimena, van Barneveld, Veenstra, Doets und Kuivenhoven ins Geschehen ein. Später steigen Michael van Gerwen und Danny Noppert ins Turnier ein.
„Das wird ein richtiges Fest am Freitag. So viele Niederländer in Aktion, das verspricht etwas“, blickte Vlottes voller Vorfreude voraus.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








