„Er verlässt sich zu sehr auf sein Talent“ – Vincent Van der Voort über Michael van Gerwens Krise
PDC
In der neuesten Ausgabe des Podcasts Darts Draait Door nahmen Damien Vlottes und Vincent van der Voort Michael van Gerwens aktuelle Situation kritisch unter die Lupe. Der dreifache Weltmeister, einst unangefochtene Nummer eins, steckt laut den beiden Landsleuten tief in einer Formkrise.
Besonders schmerzlich war van Gerwens Auftritt in Antwerpen, wo er gegen Gian van Veen chancenlos unterlag. „Er ist wirklich stark durch das untere Limit gesunken“, analysierte Van der Voort. Während van Gerwen auf der Pro Tour noch mit einem 122er Average glänzte, blieb er gegen van Veen bei rund 90 Punkten hängen. „Dieser Kontrast – manchmal noch sehr hoch, aber zu oft Mittelmaß – ist ein Alarmsignal.“
Als Hauptursache sehen beide die fehlende Trainingsdisziplin. „Kein Athlet wird ohne strukturelles Training Weltbester“, mahnte Van der Voort. Auch Vlottes schlug in die gleiche Kerbe und kritisierte die mittlerweile stockende Wurftechnik: „Sein Wurf ist nicht flüssig. Solange er nicht wieder konsequent übt, sehe ich ihn nicht auf altes Niveau zurückkehren.“
Hinzu kommt van Gerwens private Situation. Die laufende Scheidung beeinträchtige ihn spürbar. „Das ist natürlich sehr schwierig, so etwas haut rein“, zeigte Van der Voort Verständnis. Trotzdem betonte er, dass Spitzensport auch in schwierigen Phasen Disziplin verlange. Vlottes ergänzte: „Es mag erklären, warum er weniger scharf wirkt, aber das darf keine Ausrede sein, das Training komplett schleifen zu lassen.“
Noch schwerer wiegt, dass die Konkurrenz härter denn je arbeitet. Spieler wie Luke Littler und Luke Humphries setzen neue Maßstäbe. „Diese jungen Leute sind hungrig, sie trainieren jeden Tag. Michael verlässt sich zu sehr auf sein Talent und seine Erfahrung. Aber das allein reicht nicht mehr“, so Van der Voort.
Gerade weil die Worte von einem engen Freund stammen, haben sie Gewicht. „Es ist seine Karriere. Er muss selbst entscheiden, was er daraus macht. Aber wenn er wieder der Beste werden will, muss er jeden Tag daran arbeiten“, appellierte Van der Voort. Vlottes fasste die Situation nüchtern zusammen: „Früher spielte er 105 im Schlaf. Heute muss er hart dafür kämpfen – und genau das tut er nicht genug.“
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







