George Noble verabschiedet sich: „Das schönste Kompliment ist, wenn Spieler nicht einmal wissen, dass du ihre Partie geleitet hast“
PDC
George Noble stand dreißig Jahre auf den größten Dartsbühnen der Welt, jedoch immer mit einer klaren Mission: so unsichtbar wie möglich zu sein. Für den 57-jährigen Engländer, Spitzname The Puppy, ist genau das der Kern des Schiedsrichterberufs. Nach dem Darts WM Finale im Alexandra Palace zwischen Luke Littler und Gian van Veen hängte Noble sein Mikrofon endgültig an den Nagel.
Noble begann seine Karriere bei der BDO und machte sich in Lakeside einen Namen, wo er zwischen 1995 und 2007 jedes WM-Finale leitete. 2007 wechselte er zur PDC. Zwei Jahre später war er derjenige, der Darts-Geschichte ansagte, als Raymond van Barneveld im Alexandra Palace gegen Jelle Klaasen den ersten PDC-Neun-Darter überhaupt warf, damals bei der Darts WM.
2010 folgte der nächste Meilenstein, als Phil Taylor im Premier-League-Finale gegen James Wade zwei Neun-Darter in einem Match produzierte, erneut unter Nobles Leitung.
Damit wird er jedoch nie prahlen. „Das beste Kompliment, das du bekommen kannst, ist, wenn ein Spieler nachher fragt: ‚Hast du überhaupt mein Spiel geleitet?‘“, sagt Noble in einem Interview mit The Sun. „Dann weißt du, dass du deinen Job gut gemacht hast. Sie sollen dich nicht bemerken. Es geht nicht um dich.“
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Keine Hauptrolle für den Schiedsrichter
Genau darin liege der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Schiedsrichter, sagt Noble. „Ich nenne keine Namen, aber es gibt Offizielle, die denken, es dreht sich um sie. Die wollen bekannt sein“, sagt er. „Das wollte ich nie. Wenn niemand merkt, dass du da warst, hast du keinen Einfluss auf das Spiel gehabt. Und genau darum geht es.“
Fehler gehören dazu, räumt er ein. „Jeder macht Fehler. Aber ich habe nie Öffentlichkeit gesucht. Das passt einfach nicht zu mir.“ Dass er trotzdem manchmal erkannt wird, bleibt Noble unangenehm. „Meine Frau findet es immer urkomisch, wenn jemand um ein Autogramm bittet. Mir ist das immer noch peinlich. Selbst nach dreißig Jahren.“
Laut Noble kommt niemand zur WM, um den Schiedsrichter zu sehen. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass niemand ein Ticket für die WM kauft, um mich zählen zu hören“, sagt er trocken. „Kenne deinen Platz. Du wirst bezahlt, um deinen Job zu machen. Mach ihn gut, lass das Spiel laufen und versuche nicht, ein Star zu sein.“
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Lass das Spiel sprechen
Diese Philosophie prägte seine gesamte Laufbahn. Keine theatralischen Ansagen, keine auffällige Präsenz. „Du musst keine kontroversen Entscheidungen erzwingen“, stellt Noble klar. „Lass das Spiel einfach seine Arbeit machen.“
Nach seinem Abschied konzentriert sich Noble vollständig auf die MODUS Super Series, die er während der Corona-Zeit mitbegründete. Dort sieht er aus nächster Nähe, wie rasant sich der Dartsport entwickelt, insbesondere an der Basis der Alterspyramide.
„Ich bin ehrlich überzeugt, dass das Durchschnittsalter der Top 16 in zehn Jahren deutlich unter 25 liegt“, sagt Noble. „Was ich derzeit an jungen Spielern sehe, ist beeindruckend. Bei uns läuft ein Junge herum, Jayden Walker, er ist dreizehn und spielt einfach Averages über hundert.“
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Darts wird immer zugänglicher
Die Nachwuchswelle ist laut Noble kein Zufall. „Es ist ein Fließband geworden. Es ist nur eine Frage der Zeit“, sagt er. „Die Art, wie sich Spieler vorbereiten, verändert sich. Das Preisgeld schießt in die Höhe. Eltern können ihr Kind ohne enorme Kosten in eine Darts-Akademie bringen.“
Damit unterscheidet sich Darts von vielen anderen Sportarten. „Du musst keine teuren Golfschläger kaufen oder Mitglied in einem exklusiven Tennisclub werden“, erklärt Noble. „Darts ist zugänglich. Das macht es für junge Kinder attraktiv.“
Den Erfolg von Luke Littler sieht er als logische Folge. „Er ist achtzehn und schon Millionär“, sagt Noble. „Das sagt alles. Die Zukunft liegt offen. Nicht nur in England, sondern weltweit.“
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








