Gerwyn Price hat sich kritisch zum prall gefüllten Turnierkalender der PDC geäußert. Im Gespräch mit talkSPORT erklärte The Iceman, dass der aktuelle Rhythmus für viele Topspieler kaum zu bewältigen sei – und dabei nicht nur die Profis selbst, sondern auch die Fans leiden.
„Es ist definitiv zu viel. Ich verstehe, dass die PDC ihr Produkt weiterentwickeln will, aber wir Spieler – vor allem diejenigen, die überall dabei sind wie Luke Humphries, Luke Littler oder ich – geraten an unsere Grenzen“, sagte Price im Interview mit Jim White, Simon Jordan und Danny Murphy.
Der Waliser verwies dabei auf ein grundlegendes Problem: Wer Turniere auslässt, um Kräfte zu sparen, sammelt keine Ranglistenpunkte – und setzt sich dadurch langfristig unter Druck. „Man soll seinen Zeitplan selbst gestalten können. Aber wenn man Turniere verpasst, fehlt einem später der Rückhalt, sowohl sportlich als auch mental.“
Ein konkretes Beispiel nannte Price mit dem European Tour-Event in Graz. Dort fehlten sieben der acht bestplatzierten Spieler – für die Zuschauer vor Ort eine bittere Enttäuschung. „Die Fans kaufen ihre Tickets, um die großen Namen zu sehen. Wenn dann kaum einer kommt, ist das nicht fair. Wir bekommen gesagt, wir sollen unsere Planung durchziehen – aber gleichzeitig erwartet man, dass wir überall präsent sind.“
Besonders in einer Phase, in der Darts weltweit an Popularität gewinnt, sieht Price eine Schieflage. „Es ist schwierig, in Bestform zu bleiben, wenn man ständig unterwegs ist und kaum Zeit zur Regeneration hat“, betonte der ehemalige Weltmeister. „Die Fans verdienen es, uns auf unserem höchsten Niveau zu sehen – und dafür brauchen wir auch Pausen.“
Die Diskussion um die Belastung der Spieler wurde zuletzt durch ein Interview von Luke Humphries angestoßen, der sich ebenfalls für mehr Auszeiten starkgemacht hatte. Die Reaktionen darauf fielen gemischt aus – doch Price macht klar: Die Balance zwischen kommerziellem Wachstum und sportlicher Qualität muss dringend überdacht werden.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.