Dave Chisnall startet mit frischem Selbstvertrauen und neuer Energie in die Darts-Saison 2026. Der Engländer wirkt fokussiert wie lange nicht mehr, bleibt aber seiner Selbstkritik treu. Nach einem enttäuschenden Jahr spart der erfahrene Profi nicht mit klaren Worten über seine Formschwäche. „Mein Niveau war einfach nicht gut genug“, räumt er offen ein.
Dabei lässt sein Auftakt bei den
Belgian Darts Open in Wieze aufhorchen. Chisnall besiegte in der ersten Runde den Franzosen Thibault Tricole souverän mit 6:2 und überzeugte mit einem Average von 94,59 Punkten. In den entscheidenden Momenten zeigte er Effizienz und Ruhe – auch wenn sein eigenes Fazit kritisch blieb. „Ich fühlte mich zu Beginn gut, obwohl ich das erste Leg verlor. Danach ging ich mit 5:1 in Führung, war aber vielleicht zu entspannt und nahm ein wenig den Fuß vom Gas“, sagte er nach dem Match.
Arbeit an Form und Mentalität
Diese schonungslose Ehrlichkeit begleitet
Chisnall seit Monaten. Der 45-Jährige, einst Dauergast in den Top Ten der Welt, steckt seit geraumer Zeit in einer sportlichen Durststrecke. 2025 blieb er ohne Titelgewinn und erreichte in keinem Major das Viertelfinale – ein harter Rückschlag für einen Spieler seines Kalibers.
Dave Chisnall trifft in der zweiten Runde der Belgian Darts Open auf Chris Dobey
Den Grund sucht Chisnall nicht in äußeren Umständen, sondern bei sich selbst. In den vergangenen Monaten hat er deutlich an Gewicht verloren, betont jedoch: „Ich gebe nicht dem Abnehmen die Schuld. Ich habe einfach ein Jahr lang schlecht gespielt. Wirklich schlecht.“ Gleichzeitig unterstreicht er, dass er härter denn je an seinem Spiel arbeite, um den alten Rhythmus zurückzufinden.
Zu diesem Prozess gehört intensiveres Training zu Hause. „Ich trainiere jetzt viel mehr. Es kann nur besser werden – schlechter geht’s kaum“, merkt er mit einem Augenzwinkern an. Erste Fortschritte sind sichtbar: Bei den Players Championships erreichte Chisnall zuletzt zweimal das Viertelfinale. Die Erfolge zeigen, dass seine Basis intakt ist und das Vertrauen langsam zurückkehrt.
In Wieze könnte nun der nächste Schritt folgen. In der zweiten Runde trifft Chisnall auf Chris Dobey – ein Landsmann, der sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt hat und mittlerweile zur erweiterten Weltspitze gehört. Ein Sieg gegen ihn wäre nicht nur sportlich wichtig, sondern auch symbolisch: der Beweis, dass „Chizzy“ wieder in die richtige Richtung unterwegs ist.
Trotz dieser Hoffnung bleibt der Engländer realistisch. „Das Wichtigste war heute zu gewinnen und morgen weiterzumachen. Chris ist gesetzt – der Druck liegt bei ihm, ich kann befreit aufspielen“, sagt er mit Blick auf das Duell. Seine neue Arbeitsmoral, gepaart mit klarer Selbstreflexion, scheint der Schlüssel zu sein, um die Formkrise endgültig hinter sich zu lassen.