„Ich habe mir viel Druck auferlegt, aber es fühlt sich großartig an, wieder zu gewinnen“ – Luke Humphries meldet sich mit Triumph bei den Belgian Darts Open zurück

PDC
durch Nic Gayer
Montag, 23 März 2026 um 8:30
Luke Humphries
Luke Humphries hat am gestrigen Sonntagabend einmal mehr seine Ausnahmeklasse unter Beweis gestellt und die Belgian Darts Open 2026 gewonnen. In einer stimmungsvollen und ausverkauften Oktoberhallen-Arena setzte sich die Nummer zwei der Welt im Finale mit 8:6 gegen den gewohnt kampfstarken Jonny Clayton durch. Damit sicherte sich Humphries seinen bereits neunten Titel auf der European Tour.
Der Erfolg in Wieze bedeutete für Humphries zugleich eine wichtige Rückkehr auf die Siegerstraße. Sein letzter European-Tour-Triumph lag bereits über ein halbes Jahr zurück – ein Umstand, der ihn sichtbar beschäftigte. In Belgien stimmte jedoch wieder alles für „Cool Hand Luke“, der über das gesamte Wochenende hinweg ein beeindruckend konstantes Niveau zeigte.

Blitzstart legt die Basis für den Erfolg

Das Endspiel begann zunächst mit einem frühen Rückschlag für Humphries. Clayton, die Nummer eins aus Wales, erwischte den besseren Start und sicherte sich das erste Leg. Doch dieser Moment blieb nur ein kurzes Aufflackern aus Sicht des Walisers. Humphries reagierte sofort, erhöhte das Tempo und demonstrierte eindrucksvoll seine Weltklasse.
Luke Humphries feierte in Wieze seinen ersten European-Tour-Titel des Jahres 2026
Luke Humphries feierte in Wieze seinen ersten European-Tour-Titel des Jahres 2026
Mit sechs gewonnenen Legs in Serie zog er auf 6:1 davon und schuf damit eine scheinbar komfortable Vorentscheidung. Vor allem seine Checkout-Qualität begeisterte: Im zweiten Leg gelang ihm ein starkes 142er-Finish, im siebten Leg folgte ein ebenso sehenswertes 130er-Finish. Die Fans in Wieze, die an diesem Wochenende durchgehend für eine besondere Atmosphäre sorgten, honorierten das hohe Niveau begeistert.

Clayton weigert sich zu kapitulieren

Trotz des deutlichen Rückstands entwickelte sich das Finale nicht zu einer einseitigen Angelegenheit. Jonny Clayton ist bekannt für seine mentale Stärke – und genau die stellte er erneut unter Beweis. „The Ferret“ kämpfte sich entschlossen zurück und gewann vier der folgenden fünf Legs.
Den Höhepunkt seiner Aufholjagd setzte Clayton mit einem spektakulären 126er-Finish auf Bull. Besonders bemerkenswert: Zuvor hatte Humphries selbst das Bull für ein mögliches 132er-Finish verpasst. Stattdessen witterte Clayton seine Chance und brachte die Partie noch einmal zurück ins Gleichgewicht.
Beim Stand von 7:6 lag ein Entscheidungsleg förmlich in der Luft. Das Publikum stellte sich auf ein dramatisches Finale ein – doch Humphries entschied sich für einen anderen Ausgang.

Kühle Nerven in der Schlussphase entscheiden den Titelkampf

Im entscheidenden Moment zeigte Humphries seine ganze Klasse. Nachdem zuvor leichte Nervosität erkennbar gewesen war, blieb er im vierzehnten Leg eiskalt. Mit einem starken 13-Darter machte er den Sieg perfekt und sicherte sich den Titel.
Nach der Partie sprach Humphries im Bühnen-Interview offen über den Druck der vergangenen Monate: „Ich habe mir viel Druck auferlegt, aber es fühlt sich großartig an, wieder zu gewinnen. Normalerweise bringe ich so ein Match souveräner zu Ende, aber wenn du eine Weile weniger gewinnst, wird es schwieriger und die Nerven melden sich.“
Auch für seinen Gegner fand der Engländer klare und respektvolle Worte: „Jonny ist einer der meistunterschätzten Spieler der Welt. Den bekommst du nicht einfach klein. Allen Respekt für seine Aufholjagd, aber dieser Titel bedeutet mir sehr viel.“

Beeindruckender Weg ins Finale

Der Turniersieg kam keineswegs überraschend. Bereits am Samstag präsentierte sich Humphries in starker Form und spielte gegen Dirk van Duijvenbode einen Average von über 100 Punkten. Diese Leistung bestätigte er auch am Finaltag eindrucksvoll.
Am Sonntagnachmittag startete er mit einem überzeugenden 6:1-Erfolg gegen Jermaine Wattimena in den Tag und erzielte dabei einen Average von gut 102 Punkten. Im Viertelfinale wartete anschließend ein echter Thriller gegen Chris Dobey. In einem hochspannenden Duell behielt Humphries im entscheidenden letzten Leg die Nerven und zog ins Halbfinale ein.
Dort ließ er Michael van Gerwen keine Chance. Mit einem dominanten 7:2-Erfolg stoppte Humphries den Niederländer klar und beendete dessen Hoffnungen auf einen weiteren Titel vor belgischem Publikum.

Liebe zur European Tour

Humphries misst der European Tour einen ganz besonderen Stellenwert bei. Die Turnierserie spielte eine zentrale Rolle in seinem Aufstieg in die Weltspitze – ein Zusammenhang, den er nach dem Finale erneut betonte. „Die European Tour hat mich zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin. Hier habe ich mein Handwerk gelernt, und hier pushe ich mich weiterhin.“
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading