Kevin Doets startet mit viel Selbstvertrauen in die UK Open. Der niederländische Dartsprofi, der seit Jahren in Schweden lebt, blickt auf seinen stärksten Saisonauftakt zurück und glaubt, dass sein erster Titel in diesem Jahr in Reichweite liegt.
Kevin Doets jagt 2026 seinen ersten Titel
Laut Doets sind die Resultate vielleicht noch nicht vollständig da, wo er sie gerne hätte, doch seine Auftritte zeigen, dass er auf dem richtigen Weg ist. „Das ist auf jeden Fall mein bester Start in ein Jahr, den ich je hatte“, sagt er bei Viaplay. „Ich habe bereits zwei Viertelfinals gespielt. Ich werfe richtig stark. Das Glück ist nur noch nicht ganz auf meiner Seite. Aber wenn ich so weitermache, bin ich zuversichtlich, dass ich dieses Jahr meinen ersten Titel holen werde.“
Dass die Ergebnisse noch nicht vollständig in Trophäen umgemünzt wurden, liegt laut Doets vor allem an den Gegnern, auf die er in entscheidenden Momenten trifft. So stieß er bei einem Players Championship auf einen entfesselten Gerwyn Price.
Der Niederländer erreichte dieses Jahr bereits zwei Viertelfinals auf der Pro Tour
„Ich werfe 102 im Schnitt in einem Viertelfinale und er spielt 108 oder 109. Aber am Tag davor werfe ich selbst 109 im Schnitt und verliere auch, gegen Chris Dobey. Das passiert einfach.“
Brasilien als besonderer Jahresauftakt
Die Saison begann für Doets nicht nur mit Darts, sondern auch mit einer besonderen Reise. Ihn zog es zu Jahresbeginn nach Brasilien, ein für ihn völlig neues Ziel. „Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich außerhalb Europas war. Auch das erste Mal, dass ich einen Flug von länger als vier Stunden hatte. Das war echt cool.“
Der Trip dauerte nur wenige Tage, weil Doets versucht, seine Zeit zwischen Darts und Familie aufzuteilen. „Ich war nur fünf Tage dort. Ich kann nicht so lange wegbleiben, weil mein Sohn hier in Schweden ist. Wir versuchen es ein bisschen im Wochenrhythmus zu regeln.“
Obwohl Doets Niederländer ist, fühlt sich Schweden inzwischen wie sein Zuhause an. Der Dartsprofi lebt dort seit sechs Jahren und spricht inzwischen fließend Schwedisch. „Ich fühle mich, glaube ich, ein bisschen schwedisch. Aber ich bleibe natürlich in erster Linie Niederländer. Ich wohne jetzt seit sechs Jahren hier, also fühlt sich das schon wie mein Zuhause an.“
Laut Doets ist das Dartsleben in Schweden zudem anders als in den Niederlanden. Die Anzahl der Spieler ist deutlich geringer, wodurch die Gemeinschaft kleiner und enger ist. „Hier ist es eher eine kleine Freundesgruppe, die sich alle kennen. Das finde ich sehr angenehm.“
Mögliche Zukunft im schwedischen Team
Aufgrund seiner Bindung zum Land ist es sogar denkbar, dass Doets künftig für Schweden beim World Cup of Darts antritt. Diese Möglichkeit hatte er zuvor bereits nicht ausgeschlossen.
„Natürlich spiele ich am liebsten für die Niederlande, denn dort bin ich geboren und aufgewachsen. Aber ich muss auch finanziell denken. Wenn ich es mit den Niederlanden nicht schaffe und ich die Chance bekomme, über Schweden zu spielen, dann muss ich diese Chance nutzen.“
Laut Doets bietet die Teilnahme am World Cup zudem wertvolle Bühnenerfahrung. „Es ist wieder ein Turnier mit der Weltspitze. Für mich ist das keine schwierige Entscheidung.“
Wachsen in großen Matches
Auf großen Bühnen merkt Doets, dass sein Spiel oft im Laufe des Matches wächst. Das war unter anderem in seinem WM-Duell mit Nathan Aspinall sichtbar. „Am Anfang ist es schwierig, weil du weißt, dass du gegen solche Spieler sofort scharf sein musst. Ich bin jemand, der oft in ein Match hineinwächst.“
Laut Doets kann ein Moment den Unterschied machen. „Ich brauche ein oder zwei Momente, durch die mein Selbstvertrauen steigt. Danach wird es schwer, mich zu stoppen.“
In solchen Partien erlebt er manchmal sogar eine Art Tunnelblick. „Oft kann ich mich an die letzten Momente eines solchen Matches gar nicht mehr erinnern. Dann bin ich so fokussiert, dass mein Gehirn im Grunde abschaltet.“