Der fünfte Spielabend der
Premier League Darts bot aus niederländischer Sicht wenig Anlass zur Freude. Sowohl
Michael van Gerwen als auch
Gian van Veen scheiterten bereits in ihrem ersten Match des Abends. Dennoch zeigten sich beide anschließend ungewöhnlich gelassen – und richteten den Blick schnell auf das nächste Turnier: die UK Open in Minehead.
Frühes Aus für Van Gerwen und Van Veen in Cardiff
Für Van Gerwen kam das Aus gegen Luke Humphries in einer Partie, die nach Ansicht des dreifachen Weltmeisters nie richtig in Schwung kam. „Das war kein hochklassiges Match“, räumte Van Gerwen ein. „Aber ich glaube auch nicht, dass es an einem von uns lag. Es war einfach für uns beide eine schwierige Partie.“
Der Brabander hatte sichtbar Mühe, seinen Rhythmus zu finden. Laut Van Gerwen gehört das schlicht zum Verlauf einer langen Saison. „Wenn du so lange unterwegs bist, dann wirst du auch solche Spiele bekommen“, erklärte er. „Natürlich willst du das nicht zu oft haben.“
Dennoch versuchte der Niederländer, die Niederlage sofort einzuordnen. Mit den
UK Open, die einen Tag später schon beginnen, war ein frühes Aus vielleicht nicht einmal das schlechteste Szenario. „Wenn man sich aussuchen muss, wann so etwas passiert, ist das hier vielleicht ein guter Zeitpunkt“, sagte er. „Das bedeutet, dass ich gleich einfach eine gute Nachtruhe bekomme, statt noch drei Stunden im Bett zu grübeln.“
Nach dem
Premier League-Abend steht Van Gerwen schließlich noch eine ordentliche Fahrt nach Minehead bevor, wo bereits der „FA Cup of Darts“ auf ihn wartet. „Es sind noch zweieinhalb Stunden Fahrt. Morgen beginnt ein sehr wichtiges Turnier für mich. Vor zwei Jahren habe ich dort nicht gut gespielt, also gibt es für mich viel zu gewinnen. Das ist im Moment eigentlich das Wichtigste.“
Probleme auf der Bühne
Während des Matches fiel auf, dass die Pfeile beider Spieler anders im Board standen als üblich. Van Gerwen bestätigte, dass sich das Gefühl auf der Bühne nicht ganz richtig anfühlte. „Es war für uns beide einfach ungewohnt“, sagte er. „Es war das erste Spiel des Abends, und dann ist es auch ein bisschen eine nervöse Partie.“
Dennoch wollte er das nicht überbetonen. „Natürlich willst du so einen Abend gewinnen“, gab er zu. „Aber manchmal ist es einfach nicht anders.“
Auch Landsmann Gian van Veen konnte nach dem Match wenig Positives über seinen Auftritt sagen. Der junge Niederländer zeigte sich bemerkenswert ehrlich in seiner Analyse. „Nicht viel los“, sagte Van Veen knapp zu seiner Partie. „Für ihn war’s nett, für mich nicht.“
Sowohl Van Gerwen als auch Van Veen steigen an diesem Freitagabend in der vierten Runde der UK Open ein.
Laut dem Niederländer lag das Problem vor allem bei seiner eigenen Scoring-Power in den wichtigen Momenten. In einer entscheidenden Phase der Partie gelang es ihm nicht, Druck aufzubauen. „Dann startet er mit 41 und ich denke: jetzt höher. Dann werfe ich 51“, erzählte Van Veen.
Auch auf die Doppel ließ Van Veen Chancen liegen. Ein Moment blieb ihm besonders hängen. „Ich verpasse drei Darts in der Mitte des Spiels. Da lässt du ihn im Grunde einfach wegziehen. Das ist so unnötig.“
„Er war nicht großartig, aber ich noch ein wenig schlechter“
Dennoch wollte Van Veen seinem Gegner nicht zu viel Kredit für den Sieg geben. „Er war nicht großartig“, sagte er offen. „Aber ich war heute noch ein bisschen schlechter.“
Der Niederländer spürte schon vor der Partie, dass es nicht ganz passte. „Ich fühlte mich heute nicht großartig. Ich kam auf die Bühne, aber es fühlte sich einfach nicht top an. Meine Pfeile steckten auch etwas anders im Board, als ich gehofft hatte.“ Laut Van Veen gehört so etwas im Spitzensport einfach dazu. „Das hat man eben mal. Leider ist es heute Abend passiert.“
Wie Van Gerwen richtet auch Van Veen seinen Fokus inzwischen bereits auf die nächste Aufgabe. Auch er steigt nach dem Premier League-Abend direkt ins Auto Richtung Minehead für die UK Open.
„Ja, es sind noch zweieinhalb Stunden Fahrt“, sagte er. „Jeder Nachteil hat sein’ Vorteil.“ Lieber wäre es ihm anders gewesen. „Ich hätte heute Abend hier gerne noch weiterspielen können. Dann eben morgen in Minehead. So ist es.“