Nach dem Debakel 2025: Holt England beim World Cup of Darts den Titel zurück?

PDC
Freitag, 12 Juni 2026 um 6:00
Luke Littler und Luke Humphries beim Walk-on.
Der World Cup of Darts beginnt am Donnerstag. Nachdem England im vergangenen Jahr in Frankfurt bereits im Achtelfinale scheiterte, wollen die aktuell besten Spieler der Welt, Luke Humphries und Luke Littler, eine weitere frühe Enttäuschung verhindern. Etwas, das für die traditionsreichste Dartsnation zuletzt ungewohnt war.
Die Geschichte Englands beim World Cup of Darts ist geprägt von Erfolgen. Der fünfmalige Weltmeister schied erst 2024 zum zweiten Mal überhaupt in der zweiten Runde aus. Zuvor datierte ein vergleichbar frühes Aus aus dem Jahr 2020, abgesehen von der Premierenauflage 2010.
England dominierte den Nationenwettbewerb jahrelang. Mit Phil Taylor und Adrian Lewis stellte das Land eines der erfolgreichsten Duos der Turniergeschichte. Gemeinsam gewannen sie die ersten fünf Austragungen. Selbst die Niederlage im Finale 2014 galt damals bereits als Überraschung. Zwischen 2012 und 2016 verpassten Taylor und Lewis nicht nur keinen Titel, sie galten in dieser Zeit als die mit Abstand stärksten Spieler der Welt.
Nach dem Ende dieser Ära blieb England erfolgreich. Michael Smith und Luke Humphries führten das Team 2024 zurück zum Titel. Seitdem erreichte England eine weitere Finalteilnahme, ein Halbfinale und zwei Viertelfinals. Dabei gehörte auch Rob Cross mehrfach zum Aufgebot. Der Druck, für die erfolgreichste Dartsnation der Welt anzutreten, ist dadurch selbstverständlich enorm geworden.
Mit Luke Humphries und Luke Littler treten nun die aktuelle Nummer eins und Nummer zwei der Weltrangliste gemeinsam an. Beide verfügen über die individuelle Klasse, um auch als Team Geschichte zu schreiben. Die große Frage lautet jedoch: Können die beiden Superstars die Erwartungen erfüllen und England 2026 erneut zum Titel führen?

Wie Humphries und Smith 2024 den Titel holten

Nach acht Jahren Wartezeit gewann England 2024 endlich wieder den World Cup of Darts. Luke Humphries und Michael Smith profitierten auf dem Weg zum Titel zwar von einem vergleichsweise günstigen Turnierbaum, lieferten aber auch selbst überzeugende Leistungen ab.
Im Achtelfinale besiegten sie Frankreich mit 8:3. Dabei mussten die beiden Weltranglistenersten lediglich einen Teamaverage von 86,23 Punkten spielen. Das Ergebnis zeigte bereits, wie souverän England durch das Turnier marschierte.
Anschließend wurde Nordirland im Viertelfinale ausgeschaltet. Im Halbfinale wartete Schottland in einer emotional aufgeladenen Begegnung, die bereits im Vorfeld durch Aussagen von Peter Wright zusätzliche Brisanz erhalten hatte.
Im Finale gegen Österreich ließ England schließlich nichts anbrennen. Mit einem Average von über 100 Punkten gewann das englische Duo klar mit 10:6. Über das gesamte Turnier hinweg erzielte England einen Teamaverage von 95,49 Punkten und sicherte sich den Titel, ohne jemals ernsthaft in Gefahr zu geraten.
Die Rollenverteilung war dabei klar. Michael Smith übernahm meist das schwere Scoring zu Beginn der Legs, während Luke Humphries seine Stärken auf die Doppel ausspielte. Diese Kombination funktionierte nahezu perfekt. Humphries kam beim World Cup auf eine Checkoutquote von 42,08 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Ausgabe 2026 lag dieser Wert bei 40,83 Prozent.
Smith hatte in dieser Phase zwar bereits erste Formschwankungen, zeigte sich beim World Cup aber noch einmal von seiner besten Seite. Wenige Wochen zuvor hatte er das Finale der Premier League Darts erreicht und dort gegen Luke Littler verloren.
Kann die Erfolgsformel wiederholt werden? Littler statt Smith
Luke Littler gilt inzwischen als bester Spieler der Welt. Sein erstes World-Cup-Turnier gewann er direkt. In den meisten Finals der vergangenen Monate setzte er sich gegen Luke Humphries durch.
Dadurch stellt sich die Frage, ob die Kombination aus Littler und Humphries noch stärker sein kann als die erfolgreiche Paarung mit Michael Smith.
Auf dem Papier spricht vieles dafür. Betrachtet man die Turnieraverages von 2026, liegt Littler mit 101,34 Punkten deutlich vor Smith, der 95,97 Punkte erreichte. Auch bei den 180ern hat Littler die Nase vorn. Mit 113 Maximumaufnahmen übertraf er Smiths Wert von 111 knapp.
England
Littler und Humphries blieben beim World Cup 2025 hinter den Erwartungen zurück 
Der Unterschied zeigt sich vor allem auf den Doppeln. Smith kam 2024 auf eine Checkoutquote von 37,13 Prozent. Littler erreichte 2026 dagegen starke 41,15 Prozent. In Sachen Scoring und Finishing scheint England also sogar noch besser aufgestellt zu sein.
Allerdings bleibt die entscheidende Frage bestehen: Funktioniert die Chemie zwischen den beiden Weltstars auf der Bühne genauso gut wie einst zwischen Humphries und Smith?
Ein mögliches Problem könnte die Rollenverteilung sein. Während Smith klar die Rolle des Aggressors übernahm und Humphries als Vollender fungierte, besitzen Littler und Humphries ähnliche Stärken. Beide gehören zu den besten Scorern und Finishern der Welt.
Dazu kommt, dass Humphries zuletzt häufiger mit seinem Timing haderte. Bei der Premier League Darts 2025 wirkte er teilweise gehemmt, wenn er gemeinsam mit Littler auf der Bühne stand. Ob sich das auch im World Cup bemerkbar macht, bleibt abzuwarten.

Das Upgrade: Warum Littler und Humphries möglicherweise noch besser harmonieren

Trotz aller Fragezeichen gibt es gute Gründe, weshalb England 2026 sogar stärker sein könnte als beim Titelgewinn zwei Jahre zuvor.
Während Michael Smith 2024 bereits leichte Leistungsschwankungen zeigte, befinden sich Luke Humphries und Luke Littler aktuell beide auf oder nahe ihrem Karrierehöhepunkt. Zusammen verfügen sie über eine enorme Scoring-Power und eine beeindruckende Konstanz.
Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Humphries und Littler kennen sich inzwischen hervorragend. Die beiden Engländer standen in den vergangenen Monaten unzählige Male gemeinsam auf der Bühne. Allein in der Premier League trafen sie mehrfach in entscheidenden Spielen aufeinander.
Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Humphries und Littler kennen sich inzwischen hervorragend. Die beiden Engländer standen in den vergangenen Monaten unzählige Male gemeinsam auf der Bühne. Allein in der Premier League trafen sie mehrfach in entscheidenden Spielen aufeinander.
2025 gewann England bereits den World Cup of Darts. Luke Littler holte damit direkt bei seiner ersten Teilnahme den Titel.
Die Erfahrungen aus den gemeinsamen Turnieren könnten sich nun auszahlen. Zwar konkurrieren Humphries und Littler regelmäßig um die größten Titel, beim World Cup verfolgen sie jedoch dasselbe Ziel.

Erneut Topfavorit

Kaum eine Nation geht mit größeren Erwartungen in den World Cup of Darts als England. Mit Luke Humphries und Luke Littler stellt das Team die beiden besten Spieler der Welt.
Trotz der überraschenden Niederlage im Vorjahr sprechen die Zahlen klar für England. Die individuelle Qualität ist größer denn je, und die beiden Stars haben inzwischen ausreichend Erfahrung gesammelt, um auch als Team zu funktionieren.
Ob die Titelverteidigung gelingt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Wenn England sein volles Potenzial ausschöpft, führt der Weg zum Titel erneut über die erfolgreichste Dartsnation der Welt.
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