Ist ein Umdenken bei den Players Championship-Austragungsorten nötig? Über 15 Absagen in Hildesheim – Topstars fehlen erneut

PDC
Dienstag, 05 Mai 2026 um 17:30
Luke Littler (2)
Die Players Championship Tour gilt als Bühne für die besten 128 Spieler der Welt. Doch der Anspruch gerät zunehmend ins Wanken. Immer häufiger fehlen große Namen, freie Startplätze lassen sich nur mühsam besetzen. Der sportliche Wert der Serie steht damit stärker denn je zur Diskussion.
Ein prominentes Beispiel liefert Luke Littler. Der Shootingstar hat in dieser Saison noch kein einziges ProTour-Turnier gespielt und deutete bereits an, sich auf Events in Wohnortnähe beschränken zu wollen. Selbst diese Ankündigung setzte er bislang nicht konsequent um. Sein bislang einziger Auftritt diente nicht dem sportlichen Wettbewerb, sondern der Entgegennahme eines Geschenks.

Topstars fehlen – und die PDC gerät unter Druck

Auch bei anderen Topspielern zeigt sich ein klares Muster. Die PDC hatte den Top 16 automatische Startplätze für die European Tour eingeräumt, um die Attraktivität der Events zu steigern. In der Praxis bleibt der gewünschte Effekt jedoch oft aus – vor allem während der Premier League.
Jonny Clayton (1)
Jonny Clayton prangerte bereits die beharrliche Rückkehr der PDC nach Hildesheim an.
Michael van Gerwen bildet aktuell die Ausnahme. Der Niederländer tritt sowohl in Österreich als auch in Hildesheim an und betont regelmäßig die Bedeutung von Ranglistenpunkten. Angesichts eines möglichen Abrutschens vor der Weltmeisterschaft setzt er klare Prioritäten. Für viele seiner Kollegen gilt das offenbar nicht.
Luke Humphries, Gerwyn Price, Jonny Clayton, Stephen Bunting und weitere Topspieler verzichteten auf einen Start in Hildesheim. Auch Gian van Veen und Josh Rock sagten ab, während ein Großteil der genannten Spieler ebenfalls nicht in Österreich antritt. Insgesamt meldeten sich an zwei Tagen vor Turnierbeginn mindestens 15 Profis ab, darunter bekannte Namen wie Nathan Aspinall, Ryan Searle und Daryl Gurney.
Die Folge: ein deutlich ausgedünntes Teilnehmerfeld. Dennoch liefern häufig dieselben Spieler konstant ab. Chris Dobey und Wessel Nijman prägen die Saison auf der ProTour – unabhängig davon, ob die ganz großen Namen am Start sind oder fehlen.
Auch Kevin Doets unterstrich diese Entwicklung. Mit seinem Finalsieg über Luke Woodhouse feierte er seinen ersten ProTour-Titel. Beide Spieler gehören längst zu den konstanten Kräften auf der Tour. Doets steht exemplarisch für eine neue Generation niederländischer Spieler, die hinter van Gerwen und van Veen nachrückt.

Hildesheim im Fokus der Kritik

Ein zentraler Kritikpunkt bleibt der Austragungsort Hildesheim. Jonny Clayton äußerte bereits im vergangenen Jahr deutliche Zweifel. Er verzichtete bewusst auf die Events und kritisierte vor allem die schwierige Erreichbarkeit. Besonders für Spieler aus dem Vereinigten Königreich gestaltet sich die Anreise kompliziert.
Gleichzeitig argumentieren andere, dass viele Tour-Card-Inhaber regelmäßig ins Vereinigte Königreich reisen müssen. Das Problem betrifft also nicht nur einen Standort. Dennoch stellt sich zunehmend die Frage, ob die PDC innerhalb Europas besser erreichbare Austragungsorte wählen sollte.
Die organisatorischen Schwierigkeiten zeigen sich auch bei Nachrückern. In mehreren Fällen mussten Spieler von der Challenge Tour kurzfristig einspringen, nachdem nominierte Teilnehmer absagten oder die Anreise nicht rechtzeitig bewältigen konnten. Das deutet auf strukturelle Probleme im Ablauf hin.
Hinzu kommen neue Herausforderungen im Reiseverkehr. Mehrere Profis klagen über Probleme bei der Ein- und Ausreise, darunter lange Wartezeiten und verlorenes Gepäck. Spieler wie Chris Dobey, Nathan Aspinall und Jonny Clayton äußerten ihren Unmut öffentlich. Einige ziehen sogar in Betracht, zukünftige Events zu meiden.
Die Situation wirft eine grundlegende Frage auf: Muss die PDC ihre ProTour-Struktur überdenken? Während Hildesheim seit Jahren fester Bestandteil des Kalenders ist, wächst der Druck, Alternativen zu prüfen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob Spieler heute selektiver planen und Turniere bewusst auslassen – auch solche, die früher als Pflichttermine galten.
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