Bei den
Austrian Darts Open 2026 mussten am Freitagabend gleich mehrere prominente Namen früh die Segel streichen. Michael Smith, Raymond van Barneveld und Joe Cullen schieden allesamt in der ersten Runde aus, während Mensur Suljović mit einem emotionalen Heimsieg die Halle in Graz zum Kochen brachte.
Der lauteste Jubel des Abends gehörte ohne Zweifel Suljović. Der Österreicher ließ sich von der fantastischen Stimmung im Publikum tragen und setzte sich souverän mit 6:2 gegen Cameron Menzies durch. Für die letzte Überraschung des Abends sorgte anschließend Ian White, der Michael Smith mit 6:4 aus dem Turnier warf.
Smith, Van Barneveld und Cullen früh raus
Für Smith endete der Abend mit einer bitteren Niederlage gegen White. Der ehemalige Weltmeister startete zwar stark und breakte direkt mit einem 66er-Finish, doch White antwortete umgehend mit einem 71er-Checkout und übernahm wenig später dank eines starken 64er-Finishes die Kontrolle. Nachdem Smith Doppel 10 verpasste, stellte White eiskalt auf 4:1.
Smith kämpfte sich jedoch eindrucksvoll zurück. Ein starkes 104er-Finish brachte ihm das Break zurück, ehe er mit einem 177er-Setup und einem sicheren 64er-Checkout zum 4:4 ausglich. White behielt allerdings die Nerven, finishte 73 zum 5:4 und machte den Sieg anschließend auf Doppel 20 perfekt.
Noch deutlich schlechter lief es für Van Barneveld. Der Niederländer kam gegen Alan Soutar nie richtig in die Partie und spielte beim klaren 2:6 lediglich einen Average von 77,79 Punkten. Soutar musste dabei keineswegs glänzen, nutzte die Schwächen des fünfmaligen Weltmeisters jedoch konsequent aus. Highlight der Partie war ein starkes 101er-Finish des Schotten, das ihn endgültig auf die Siegerstraße brachte.
Auch Cullen verabschiedete sich trotz einer furiosen Aufholjagd aus dem Turnier. Gegen Rob Owen lag der Engländer bereits 1:4 hinten, ehe er plötzlich aufdrehte. Drei 180er in drei aufeinanderfolgenden Legs sowie ein spektakuläres 146er-Checkout brachten Cullen zurück ins Match. Im Entscheidungsleg behielt Owen jedoch die Ruhe und checkte 49 Punkte über Doppel 10 zum 6:5-Erfolg.
Suljović sorgt für Ausnahmezustand in Graz
Der emotionale Höhepunkt des Abends gehörte Suljović. Bereits beim Walk-on feierten die Fans den Österreicher frenetisch, immer wieder hallten laute „Mensur“-Rufe durch die Halle.
Suljović lieferte anschließend eine abgeklärte und routinierte Vorstellung ab. Mit seinem ruhigen Rhythmus brachte er Menzies zunehmend aus dem Konzept und zog mit einem starken 87er-Finish auf 4:1 davon. Zwar verkürzte der Schotte noch einmal, doch Suljović antwortete direkt mit einem wichtigen 78er-Checkout und nutzte später einen Fehler seines Gegners eiskalt zum 6:2-Endstand. Besonders beeindruckend: eine Doppelquote von 75 Prozent bei einem Average von 94,19 Punkten.
Razma stoppt Van Duijvenbode nach hochklassigem Duell
Das spielerisch beste Match des Abends lieferten Madars Razma und Dirk van Duijvenbode ab. Beide Spieler bewegten sich im Bereich eines 99er-Averages.
Van Duijvenbode startete furios und ging mit 3:1 in Führung. Besonders spektakulär war dabei ein 92er-Finish über zweimal Doppel 18 nach einem vorherigen 180er. Razma blieb jedoch dran und nutzte ausgelassene Chancen des Niederländers konsequent aus. Mit drei Legs in Serie drehte der Lette die Partie, ehe im entscheidenden Moment erneut seine Nervenstärke gefragt war.
Beim Stand von 5:4 vergab Van Duijvenbode einen Dart auf Doppel 6 zum Decider. Razma bestrafte dies sofort und checkte 56 Punkte über Doppel 18 zum Matchgewinn.
Wright und Huybrechts ohne Probleme weiter
Während mehrere große Namen früh scheiterten, löste Peter Wright seine Aufgabe souverän. Nach einem schwachen Start steigerte sich der Schotte deutlich und gewann letztlich klar mit 6:2 gegen den Österreicher Zoran Lerchbacher.
Auch Kim Huybrechts zog sicher in die zweite Runde ein. Der Belgier profitierte gegen Karel Sedláček von zahlreichen vergebenen Chancen seines Gegners und machte den 6:3-Erfolg schließlich mit Doppel 18 perfekt.
Zum Auftakt der Session setzte sich zudem Cristo Reyes mit 6:3 gegen Dave Chisnall durch. Entscheidend war vor allem die deutlich bessere Doppelquote des Spaniers, der unter anderem ein starkes 116er-Finish ins Board brachte.