„Mickey hat sich immer als Ire gesehen, also sehe ich kein Problem“ – William O’Connor bekommt mit Mansell einen neuen Teamkollegen beim World Cup of Darts

PDC
Samstag, 09 Mai 2026 um 12:15
William O'Connor
Für William O'Connor dreht sich 2026 um eines: endgültig den nächsten Schritt in seiner Karriere zu machen. Der erfahrene Ire feierte erneut einen wichtigen Sieg auf der Bühne, doch noch bedeutsamer war vielleicht die Botschaft, die er anschließend aussandte. O’Connor spürt, dass er einer echten Durchbruchssaison auf höchstem Niveau näher ist als je zuvor.
Nach einem zähen Start in seine Partie kämpfte sich der Ire letztlich zu einem Sieg in der Auftaktrunde der Austrian Darts Open. „The Magpie“ bezwang Anton Östlund mit 6-3. Vor allem ein frühes 126-Finish erwies sich als entscheidend, um das Duell in Gang zu bringen.
„Ich denke, dieses 126-Finish war im Kontext des Matches ziemlich wichtig“, analysierte O’Connor anschließend gegenüber Dartsnews.de. „Ich habe langsam begonnen, und ehrlich gesagt wurde das Spiel danach auch nicht viel besser. Aber am Ende zählt der Sieg, und den habe ich eingefahren.“
Auch wenn es keine perfekte Vorstellung war, passte der Erfolg in die Entwicklung, die der Ire in den vergangenen Monaten durchlaufen hat. O’Connor gehört seit Jahren zu den Konstanten auf der PDC Tour, wirkt nun jedoch fest entschlossen, sich endgültig in Richtung der großen TV-Turniere und einer höheren Rangliste zu spielen.

Alles auf eine Karte für die großen Majors

Für O’Connor steht in dieser Saison viel auf dem Spiel. Der Ire weiß, dass 2026 ein wegweisendes Jahr für seine Karriere werden kann, zumal er sich nun vollständig für das Profigeschäft entschieden hat. „Letztes Jahr habe ich mir Ziele gesetzt, als ich beschloss, komplett Vollzeit-Dartprofi zu werden“, erzählt er. „Ich habe buchstäblich alles beiseitegelegt und mein Leben vollständig dem Dartsport gewidmet.“
Diese Entscheidung soll sich jetzt auszahlen. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der Qualifikation für die größten TV-Turniere. „Dieses Jahr ist enorm wichtig für mich. Ich muss mich für alle großen Majors qualifizieren und dort anschließend auch zeigen, was ich wert bin.“
Die ersten Signale sind jedenfalls positiv. O’Connor scheint so gut wie sicher beim World Matchplay in Blackpool dabei zu sein und hat auch ausgezeichnete Chancen, den World Grand Prix zu erreichen.
Das sind Schlüsselturniere im Kampf um die Rangliste. Ein gesetzter Status bei Majors kann nämlich einen enormen Unterschied für den weiteren Verlauf einer Saison machen.

Neuer Sponsor soll den nächsten Schritt ermöglichen

Einen zusätzlichen Rückhalt erhält O’Connor durch die Zusammenarbeit mit Shot Darts. Der Dart-Hersteller unterstützt den Iren seit Kurzem intensiv, was ihn sichtlich begeistert. „Zum Glück ist Shot nun auch eingestiegen, um mich vollständig zu unterstützen“, sagt O’Connor. „Ich glaube wirklich, dass ich dadurch dieses nächste Niveau erreichen kann.“
Zu dieser Zusammenarbeit gehört auch neues Material. Hinter den Kulissen arbeitet O’Connor derzeit an einem neuen Set Darts, das jedoch noch nicht vollständig bühnenreif ist. „Vor dem Match habe ich sogar schon mit neuem Material trainiert“, enthüllte er. „Noch nicht mit den endgültigen Darts, aber die sind bereits in Produktion.“
Laut O’Connor dürfen sich Dartfans schon jetzt auf das Endergebnis freuen. „Da kommen wirklich wunderschöne Darts. Sie sehen fantastisch aus, und ich kann es kaum erwarten, bis ich sie habe. Hoffentlich lieben diese Triples und Doppel diese Darts genauso sehr wie ich.“
William O'Connor in Aktion
William O'Connor trifft in der zweiten Runde der Austrian Darts Open auf Rob Cross

Ein sensibles Thema: Irland beim World Cup of Darts

Im Interview kam auch die Situation rund um die irische Auswahl für den World Cup of Darts zur Sprache. Durch Änderungen bei Nationalitäten scheint die Wahrscheinlichkeit groß, dass Mickey Mansell in diesem Jahr O’Connors Partner wird. Das Thema ist im irischen Darts sensibel, nicht zuletzt wegen der komplexen politischen und nationalen Lage zwischen Irland und Nordirland. O’Connor äußerte sich dazu bemerkenswert offen und nuanciert. „Soweit ich weiß, hat Mickey seine Nationalität nicht geändert, denn er war immer Ire“, erklärt O’Connor. „Nach dem Karfreitagsabkommen kannst du dich als Ire oder Brite betrachten. Mickey hat sich immer als Ire gesehen.“
Für den Iren gibt es daran persönlich keinerlei Zweifel. „Wenn Spieler aus Nordirland für ganz Irland antreten wollen, habe ich damit überhaupt kein Problem. Ich möchte einfach, dass die zwei besten Spieler die Insel Irland vertreten.“
Diese Aussage unterstreicht O’Connors ruhige und reife Haltung, der sich lieber auf Leistungen konzentriert als auf politische Debatten.

Schwierige erste Monate des Jahres

Trotz seiner guten Form erlebte O’Connor keinen makellosen Start in das Jahr 2026. Der Ire räumte ein, dass die ersten Monate der Saison nicht einfach waren, wollte jedoch nicht näher auf die Ursache eingehen. „Ich hatte in den ersten Monaten einige Probleme“, sagte er offen. „Darüber möchte ich lieber nicht zu viel sagen, aber es war eine schwierige Phase.“
Dennoch hat er das Gefühl, diese Phase inzwischen hinter sich gelassen zu haben. „Dieses Kapitel ist nun abgeschlossen. Von hier an will ich nur noch nach vorne und nach oben.“
Dieser Optimismus scheint berechtigt. O’Connors Ergebnisse werden immer stabiler, und auf der Pro Tour verzeichnete er in den vergangenen Monaten mehrfach beeindruckende Averages von über 105.

Vollzeit-Profileben zahlt sich aus

Die Entscheidung, vollständig auf Darts zu setzen, scheint sich langsam, aber sicher auszuzahlen. O’Connor betont, dass sein voller Fokus inzwischen seit fast eineinhalb Jahren auf dem Sport liegt. „Selbst als es nicht so gut lief, blieb das mein Ansatz“, sagt er. „Ich lebe jetzt seit fast achtzehn Monaten komplett für Darts.“
Das bedeutet jedoch nicht, dass automatisch alles perfekt läuft. Auch O’Connor weiß, dass eine Profikarriere Höhen und Tiefen kennt. „Ich habe meine Ups und Downs gehabt, aber das gehört zum Leben. Nicht alles verläuft immer nach Plan.“
Dennoch spürt der Ire, dass er seinem besten Niveau so nah ist wie lange nicht. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner aktuellen Position, aber jetzt will ich wirklich nachlegen.“

Neues Material als möglicher Gamechanger

Viele Blicke werden sich in den kommenden Monaten auf O’Connors neue Darts richten. Für manche Spieler kann eine Materialänderung enorme Auswirkungen haben – positiv oder negativ. Der Ire weiß selbst noch nicht genau, wie reibungslos dieser Umstieg verlaufen wird. „Wir werden es früh genug herausfinden“, lacht er. „Ich bin unglaublich begeistert vom neuen Material.“
Laut O’Connor tut sein Sponsor derzeit alles, um ihn optimal zu unterstützen. „Sie stehen voll hinter mir und tun alles, was sie können, um mich auf dieses nächste Niveau zu bringen.“
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