„Niemand mag es, unbeliebt zu sein“ – Wayne Mardle warnt Luke Littler eindringlich vor riskantem Spiel mit dem Publikum

PDC
durch Nic Gayer
Donnerstag, 23 April 2026 um 15:45
2026-04-23_15-04_Landscape
Wayne Mardle hat Luke Littler eindringlich davor gewarnt, weiter den offenen Schlagabtausch mit den Zuschauern zu suchen. Hintergrund sind mehrere Szenen in jüngerer Vergangenheit, in denen der junge Weltstar sichtbar auf Reaktionen aus dem Publikum reagierte.
Der amtierende Weltmeister und aktuelle Weltranglistenerste geriet zuletzt nach einem verbalen Austausch mit Gian van Veen am neunten Spieltag der Premier League Darts in Manchester in die Kritik. Es war nicht das erste Mal, dass „The Nuke“ auf die Fans reagierte. Bereits bei der Weltmeisterschaft im Alexandra Palace hatte er nach seinem 4:2-Erfolg über Rob Cross deutlich auf Buhrufe aus dem Publikum geantwortet.

Mardle: „Niemand mag es, unbeliebt zu sein“

„Es berührt mich nicht. Wirklich überhaupt nicht“, hatte Littler damals erklärt. „Darf ich eines sagen? Ihr zahlt für Tickets und damit auch mein Preisgeld. Danke euch. Vielen Dank. Auf geht’s!“
Luke Littler lieferte sich am 9. Spieltag der Premier League Darts in Manchester einen verbalen Zwischenfall mit Gian van Veen – erneut sorgte sein Umgang mit dem Publikum für Diskussionen
Luke Littler lieferte sich am 9. Spieltag der Premier League Darts in Manchester einen verbalen Zwischenfall mit Gian van Veen – erneut sorgte sein Umgang mit dem Publikum für Diskussionen
Nach Einschätzung von Mardle zeigt die Vergangenheit deutlich, dass Spieler selten davon profitieren, wenn sie sich offen gegen das Publikum stellen. „Peter Manley hat es früher versucht und musste dann einen anderen Weg gehen. Paul Nicholson ging mit voller Wucht auf das Publikum los und musste später nachgeben. Gerwyn Price musste nachgeben. Niemand mag das. Niemand mag es, unbeliebt zu sein. Luke Littler wird realisieren müssen: Vielleicht muss ich mich etwas ruhiger verhalten – den Darts das reden überlassen“, sagte Mardle laut Tungsten Tales.
Der frühere Profi, bekannt als „Hawaii 501“, betonte zugleich, dass Littler keineswegs bewusst die Konfrontation suche. „Luke hatte nie die Absicht, jemanden im Publikum gegen sich aufzubringen. Aber es ist ein paar Mal passiert, und das ist schade. Er wird wollen, dass das aufhört.“
Gleichzeitig zeigt Mardle Verständnis für die emotionale Dynamik auf der Bühne. „Es ist leicht für mich zu sagen: ‚Luke, spiel dein Spiel, zeig deine Klasse, werde Weltmeister und geh runter.‘ Aber im Eifer des Gefechts kann es sich aufstauen und herausplatzen. Und ehrlich gesagt wollen wir diese reine Emotion auch sehen.“
Dennoch sieht er eine klare Grenze. „Es gibt einen schmalen Grat zwischen negativer Emotion und roher Emotion. Negativität wollen wir nicht sehen, weil sie einen Spieler brechen kann. Niemand möchte noch einmal sehen, was vor ein paar Jahren mit Gerwyn Price passiert ist. Das war schmerzhaft mitanzusehen, und zum Glück hat er sich daraus zurückgekämpft.“

„Er befindet sich weiterhin im Lernprozess“

Nach Ansicht Mardles steckt Littler weiterhin mitten in seiner persönlichen und sportlichen Entwicklung. „Ich finde, dass sein Umfeld dafür ebenfalls Verantwortung trägt. Er selbst natürlich auch. Aber ich war immer zurückhaltend, sein Alter ständig zu betonen.“
„Als er 16 oder 17 war, hieß es unablässig, er sei noch kein Erwachsener. Jetzt ist er 19 – er ist ein junger Mann, kein Kind mehr. Auch wenn es sich für mich manchmal noch so anfühlt, denn er ist 33 Jahre jünger als ich“, sagte Mardle mit einem Lächeln. „Er sucht weiterhin seinen Weg. Er lernt sich selbst kennen, lernt, mit seinem Beruf umzugehen und mit Niederlagen – vor allem, wenn sie unerwartet kommen. Er gerät in Situationen, in denen er noch nicht genau weiß, wie er reagieren soll.“
Der Engländer unterstrich zudem, wie wichtig in dieser Phase die Unterstützung aus dem unmittelbaren Umfeld sei. „Er muss auf Freunde, Familie und sein Management hören. Und die müssen es auch richtig angehen. Wenn sie sagen würden: ‚Kümmere dich nicht ums Publikum‘, wäre das nicht der richtige Weg.“
Am Donnerstagabend steht Littler erneut im Fokus, wenn in Liverpool der zwölfte Spieltag der Premier League Darts ausgetragen wird. Dort trifft die aktuelle Nummer zwei der Rangliste auf Luke Humphries – ein Topduell, das nicht nur sportlich unter besonderer Beobachtung stehen dürfte, sondern auch mit Blick auf sein Auftreten auf der Bühne.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading