Ryan Joyce richtet den Blick zunehmend realistisch auf seine sportliche Zukunft auf der PDC Pro Tour. Der Engländer ist sich bewusst, dass seine Laufbahn im Profidarts kein Selbstläufer auf lange Sicht ist – und beschäftigt sich erstmals ernsthaft mit einem möglichen Plan B.
Zwar startete Joyce solide in die Saison und erreichte bei den Belgian Darts Open das Viertelfinale, auf dem Floor verlief sein Jahr bislang jedoch wechselhaft. Bei den ersten zehn Players-Championship-Turnieren war für den Spieler aus Newcastle jeweils spätestens in der dritten Runde Endstation.
Mühsame Auftritte auf der großen Bühne
Als Nummer 26 der Weltrangliste blieb Joyce auch bei den Major-Turnieren bislang hinter den Erwartungen zurück. Bei der PDC Darts WM schied er bereits in der zweiten Runde aus, anschließend folgte auch beim World Masters eine Auftaktniederlage.
Ryan Joyce blickt trotz eines soliden Saisonstarts zunehmend realistisch auf seine Zukunft auf der PDC Pro Tour und denkt erstmals über Alternativen zur Profikarriere nach
Der 40-Jährige räumt offen ein, dass ihn diese Resultate erstmals intensiver über seine Zukunft nachdenken lassen. „Darüber habe ich eigentlich nie wirklich nachgedacht“, erklärte Joyce bei
Sawyer Darts. „Ich war immer fest entschlossen, es im Darts zu schaffen.“
„Aber jetzt, wo ich älter werde und ein paar schwächere Wochen auf der Tour hatte, fühlt es sich an, als wäre ich vielleicht näher am Ende meiner Karriere, als ich denke.“
Joyce hält es für möglich, in den kommenden Jahren seine Tour Card zu verlieren – und sich dann beruflich neu orientieren zu müssen. „Ich habe darüber nachgedacht, was ich tun kann, falls ich meine Tour Card verliere und etwas anderes machen muss. Dann bin ich erst Anfang vierzig. Ich muss ja etwas tun, um Geld zu verdienen.“
Konkrete Pläne für die Zeit danach hat er bislang nicht, sieht jedoch Möglichkeiten über sein persönliches Umfeld. „Ich würde wahrscheinlich Freunde oder meinen Manager ansprechen. Er hat eigene Unternehmen. Vielleicht kann ich ihm helfen. Es wird nichts Aufregendes sein. Ich habe keine versteckten Abschlüsse oder so.“
Flugangst endlich überwunden
Neben den sportlichen Herausforderungen konnte Joyce zuletzt jedoch einen wichtigen persönlichen Fortschritt verbuchen: Er hat seine langjährige Flugangst überwunden, die ihn auf der Tour über Jahre hinweg ausgebremst hatte. „Ich kam in der Rangliste keinen Meter voran, weil ich keine Euro Tours spielte. Das war eigentlich lächerlich. Sobald ich diese Angst überwand, ging es sofort deutlich nach oben.“
Dank seiner Platzierung in der Pro Tour Order of Merit ist er inzwischen automatisch für sämtliche European-Tour-Events qualifiziert. „Jetzt muss ich sie alle spielen. Und wenn ich erst mal da bin, muss ich auch Matches gewinnen, um Punkte zu holen.“
Auch während der Flüge hat Joyce inzwischen Strategien entwickelt, um ruhig zu bleiben. „Ich mag keine schnellen Bewegungen und stehe am liebsten mit beiden Füßen auf dem Boden. Das hat mich immer nervös gemacht.“
„Aber ich habe mich damit beschäftigt, wie Flugzeuge funktionieren. Ich habe unzählige Videos von Piloten gesehen, die erklären, was während eines Flugs passiert. Jetzt setze ich meine Noise-Cancelling-Kopfhörer auf, höre Musik und konzentriere mich auf mein Handy. Gar kein Problem mehr. Die vergangenen zwölf bis achtzehn Monate waren wirklich deutlich besser.“