PDC Form Guide: Diese Spieler gehen mit der besten Form ins World Matchplay

PDC
durch Nic Gayer
Samstag, 18 Juli 2026 um 8:30
Luke Humphries (2)
Kurz vor dem Start des World Matchplay hat PDC-Statistiker Christopher Kempf die Form der Teilnehmer noch einmal genau unter die Lupe genommen. Grundlage seiner Analyse sind die jeweils letzten 200 gespielten Legs aller Akteure. Das Ergebnis: Luke Humphries präsentiert sich weiterhin als der derzeit stärkste Spieler der PDC-Tour.
Der Weltmeister von 2024 führt nicht nur das Formranking an, sondern belegt auch Platz eins in der sogenannten OChE-Wertung. Diese Kennzahl misst, wie effizient ein Spieler seine Scoring-Stärke tatsächlich in gewonnene Legs umsetzt – und auch hier setzt Humphries aktuell den Maßstab.

Humphries vor Littler – Price lässt Chancen liegen

Mit einem Average von 102 Punkten in seinen vergangenen 200 Legs liegt Humphries klar an der Spitze. Sein Vorsprung auf Luke Littler beträgt fast drei Punkte. Der Weltmeister folgt mit einem Average von 99 auf Rang zwei, ehe sich dahinter bereits eine deutliche Lücke zum restlichen Feld auftut.
Luke Humphries beim US Darts Masters 2026.
Luke Humphries führt die aktuellen Form- und Effizienzstatistiken der PDC an und reist als einer der Topfavoriten zum World Matchplay nach Blackpool.
Gerwyn Price überzeugt zwar weiterhin mit einem starken Average von 98 Punkten, kann diese Qualität jedoch nicht in gleichem Maße in Siege ummünzen. Ausschlaggebend dafür ist seine Doppelquote von lediglich 37,62 Prozent, die nur knapp über dem Durchschnitt der PDC Tour liegt. Entsprechend fällt auch seine OChE-Bewertung deutlich schwächer aus, als es seine Scoring-Leistung vermuten lässt.

Mäßige Zahlen für Wade und van Veen

Weniger überzeugend fällt der Blick auf die Form einiger prominenter Namen aus. James Wade, im vergangenen Jahr noch Finalist beim World Matchplay, schafft es im aktuellen Formranking nur knapp unter die besten 16. Gian van Veen schneidet statistisch sogar noch schlechter ab und zählt auf Basis seiner jüngsten Leistungen nicht zu den engsten Favoriten.
Neben Humphries und Littler gehören vor allem Wessel Nijman, Stephen Bunting und Ross Smith zu den Spielern, die in den Statistiken besonders positiv auffallen. Vor allem Nijman sorgt für Aufmerksamkeit: Der Niederländer ist in diesem Kalenderjahr bislang der einzige Spieler, der mehr PDC-Titel gewonnen hat als Littler.
Zudem führt Nijman die Statistik bei Finishes von 99 Punkten oder mehr an. Gerade in engen Partien gilt diese Kategorie als wichtiger Indikator für Spieler, die in entscheidenden Momenten den Unterschied machen können. Passend dazu zählt auch seine OChE-Bewertung zu den besten im Teilnehmerfeld – ein Zeichen dafür, wie effektiv er seine Scoring-Power in Leggewinne umsetzt.
Ross Smith gehört ebenfalls zu den Spielern mit herausragenden Zahlen. Die Auslosung meint es mit dem Engländer allerdings nicht gut. Als Nummer 15 der Setzliste könnte bereits in der zweiten Runde ein Duell mit Luke Humphries warten – vorausgesetzt, die Nummer zwei der Welt setzt sich zuvor gegen Cameron Menzies durch.
Auch Stephen Bunting steht vor einer anspruchsvollen Turnierhälfte. Im Viertelfinale könnte es zum Aufeinandertreffen mit Titelverteidiger Luke Littler kommen. In einer Partie über maximal 31 Legs müsste sich Bunting damit früh dem amtierenden Weltmeister stellen.

Aufwärtstrend bei Rob Cross

Ein weiterer Spieler, dessen Formkurve zuletzt deutlich nach oben zeigt, ist Rob Cross. Der ehemalige Weltmeister ist zwar mittlerweile auf Platz 21 der Weltrangliste zurückgefallen, seine Statistiken entwickeln sich jedoch in die richtige Richtung. Zwar sank sein Average Anfang Juli auf etwas mehr als 97 Punkte, dafür überzeugt Cross besonders in den entscheidenden Momenten. Mit der besten Doppelquote aller Tour-Card-Inhaber belegt er Rang drei in der OChE-Wertung.
Damit gilt Cross den Statistiken zufolge sogar als Favorit in seinem Erstrundenmatch gegen Danny Noppert. Zwar startet der Niederländer als gesetzter Spieler ins Turnier und entschied auch das jüngste direkte Duell für sich, doch die aktuellen Zahlen sprechen klar für den Engländer. Vor allem auf die Doppel besitzt Cross deutliche Vorteile, während Noppert in dieser Kategorie lediglich auf Rang 95 aller Tour-Card-Inhaber geführt wird.

Connor Scutt überrascht auf Platz vier

Außerhalb des Teilnehmerfeldes des World Matchplay sorgt ein Spieler mit seinen aktuellen Zahlen für Aufsehen. Connor Scutt verpasste zwar die Qualifikation für das prestigeträchtige Turnier in Blackpool, gehört mit Blick auf die Formkurve aber zu den größten Gewinnern.
Nach einem herausragenden Quali-Block für die European Tour gewann der Engländer acht Partien in Folge und sicherte sich die Teilnahme an den Turnieren elf und zwölf der European Tour. Dabei spielte Scutt mehrere Averages von über 103 Punkten und löste unter anderem das Ticket für das Event in Prag.
Mit einem Average von 97,74 Punkten über seine letzten 200 Legs sowie einer OChE-Bewertung von mehr als 60 Prozent zählt Scutt inzwischen statistisch zu den stärksten Spielern der PDC. Sollte er dieses Niveau halten, dürfte ein Debüt bei der European Championship nur noch eine Frage der Zeit sein. Auch die Qualifikation für die Players Championship Finals rückt damit zunehmend in greifbare Nähe.
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