Pinguin-Hüte statt Preisgeld: Luke Littlers kurioser Gastauftritt bei Players Championship 10 in Wigan
PDCFür hochgezogene Augenbrauen im Backstage-Bereich von Wigan sorgte am Dienstag ein prominenter Gast, mit dem an diesem Tag eigentlich niemand rechnete. Luke Littler tauchte bei Players Championship 10 auf, obwohl sein Name auf keiner offiziellen Teilnehmerliste stand. Der junge Engländer, inzwischen 19 Jahre alt, verzichtet in dieser Saison bisher konsequent auf die Turniere der Pro Tour. Auch die Events neun und zehn ließ das Ausnahmetalent links liegen. Sein kurzer Abstecher in die Robin Park Leisure Centre Arena hatte jedoch einen Grund, der wenig mit dem sportlichen Wettkampf, dafür aber viel mit der Kopfbedeckung eines Kollegen zu tun hatte.
Littler reiste nämlich nicht an, um seine Pfeile auszupacken. Sein Ziel war ein ganz spezielles Stück Merchandise, das derzeit in der Szene für Furore sorgt: die beliebten Pinguin-Hüte von Justin Hood. „Kurz zur Pro Tour – nicht wegen Darts, sondern wegen dieser Schönheiten“, teilte Littler seinen Followern auf Instagram mit. Passend dazu präsentierte er stolz drei der auffälligen Kopfbedeckungen auf dem Beifahrersitz seines Wagens.
Branding-Boom und der Abschied von „Happy Feet“
Diese Aktion unterstreicht die wachsende Bedeutung von Persönlichkeit und Branding in der modernen Dartswelt. Justin Hood, der in der Szene unter dem Spitznamen „Happy Feet“ bekannt ist, verkaufte im vergangenen Monat eine limitierte Auflage dieser Hüte. Die erste Charge war binnen kürzester Zeit vergriffen. Als Anfang dieser Woche eine neue Lieferung eintraf, fackelte Littler nicht lange und holte sich seine Exemplare persönlich ab.
Justin Hood im "Ally Pally"
Für Hood kommt dieser mediale Rückenwind genau zum richtigen Zeitpunkt. Der Engländer zeigt sich auf der Pro Tour derzeit in bestechender Verfassung. Erst am Montag stürmte er bis in das Finale von Players Championship 9 vor, wo er sich erst nach einem harten Kampf Chris Dobey geschlagen geben musste. Auf seinem Weg ins Endspiel bezwang er unter anderem Ryan Meikle und den Österreicher Mensur Suljovic.
Weiterlesen
Trotz des sportlichen Aufwinds steht Hood vor einer großen Veränderung. Der Spieler verkündete jüngst, dass er seinen Markennamen „Happy Feet“ wohl bald ablegen muss. „Wir arbeiten an einem neuen Spitznamen, er wird sich wahrscheinlich ändern“, erklärte Hood. Da der Pinguin-Bezug das Herzstück seines aktuellen Marketings bildet, kommt dieser Schritt überraschend.
Littlers Sonderweg: Fokus auf die großen Bühnen
Während Hood um Punkte und Identität kämpft, geht Luke Littler weiterhin seinen ganz eigenen Weg auf dem Circuit. Während das Gros der Profis jedes Players Championship nutzt, um Preisgelder für die Rangliste zu sammeln, verfolgt „The Nuke“ ein selektives Programm. In Expertenkreisen heißt es dazu oft hinter vorgehaltener Hand: „Er kann es sich momentan leisten, seinen eigenen Plan durchzuziehen.“
Dennoch bleibt Littlers Strategie riskant. Wer sich für die Players Championship Finals in Minehead qualifizieren will, muss über das Jahr hinweg konstant Punkte auf der Pro Tour sammeln. Bei noch 24 ausstehenden Turnieren hat Littler zwar alle Trümpfe in der Hand, doch seine dauerhafte Abwesenheit bleibt das Gesprächsthema in den Trainingshallen. Sein kurzer Besuch in Wigan, bei dem er keinen einzigen Dart warf, befeuert diese Diskussionen zusätzlich. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Littler macht die Dinge eben anders als der Rest der Tour – und sei es nur für einen Hut.
Weiterlesen

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
Klatscht 0Besucher 0
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








