Pinguin-Hüte statt Preisgeld: Luke Littlers kurioser Gastauftritt bei Players Championship 10 in Wigan

PDC
Donnerstag, 16 April 2026 um 14:30
Luke Littler (2)
Für hochgezogene Augenbrauen im Backstage-Bereich von Wigan sorgte am Dienstag ein prominenter Gast, mit dem an diesem Tag eigentlich niemand rechnete. Luke Littler tauchte bei Players Championship 10 auf, obwohl sein Name auf keiner offiziellen Teilnehmerliste stand. Der junge Engländer, inzwischen 19 Jahre alt, verzichtet in dieser Saison bisher konsequent auf die Turniere der Pro Tour. Auch die Events neun und zehn ließ das Ausnahmetalent links liegen. Sein kurzer Abstecher in die Robin Park Leisure Centre Arena hatte jedoch einen Grund, der wenig mit dem sportlichen Wettkampf, dafür aber viel mit der Kopfbedeckung eines Kollegen zu tun hatte.
Littler reiste nämlich nicht an, um seine Pfeile auszupacken. Sein Ziel war ein ganz spezielles Stück Merchandise, das derzeit in der Szene für Furore sorgt: die beliebten Pinguin-Hüte von Justin Hood. „Kurz zur Pro Tour – nicht wegen Darts, sondern wegen dieser Schönheiten“, teilte Littler seinen Followern auf Instagram mit. Passend dazu präsentierte er stolz drei der auffälligen Kopfbedeckungen auf dem Beifahrersitz seines Wagens.

Branding-Boom und der Abschied von „Happy Feet“

Diese Aktion unterstreicht die wachsende Bedeutung von Persönlichkeit und Branding in der modernen Dartswelt. Justin Hood, der in der Szene unter dem Spitznamen „Happy Feet“ bekannt ist, verkaufte im vergangenen Monat eine limitierte Auflage dieser Hüte. Die erste Charge war binnen kürzester Zeit vergriffen. Als Anfang dieser Woche eine neue Lieferung eintraf, fackelte Littler nicht lange und holte sich seine Exemplare persönlich ab.
Justin Hood ballt die Fäuste
Justin Hood im "Ally Pally"
Für Hood kommt dieser mediale Rückenwind genau zum richtigen Zeitpunkt. Der Engländer zeigt sich auf der Pro Tour derzeit in bestechender Verfassung. Erst am Montag stürmte er bis in das Finale von Players Championship 9 vor, wo er sich erst nach einem harten Kampf Chris Dobey geschlagen geben musste. Auf seinem Weg ins Endspiel bezwang er unter anderem Ryan Meikle und den Österreicher Mensur Suljovic.
Trotz des sportlichen Aufwinds steht Hood vor einer großen Veränderung. Der Spieler verkündete jüngst, dass er seinen Markennamen „Happy Feet“ wohl bald ablegen muss. „Wir arbeiten an einem neuen Spitznamen, er wird sich wahrscheinlich ändern“, erklärte Hood. Da der Pinguin-Bezug das Herzstück seines aktuellen Marketings bildet, kommt dieser Schritt überraschend.

Littlers Sonderweg: Fokus auf die großen Bühnen

Während Hood um Punkte und Identität kämpft, geht Luke Littler weiterhin seinen ganz eigenen Weg auf dem Circuit. Während das Gros der Profis jedes Players Championship nutzt, um Preisgelder für die Rangliste zu sammeln, verfolgt „The Nuke“ ein selektives Programm. In Expertenkreisen heißt es dazu oft hinter vorgehaltener Hand: „Er kann es sich momentan leisten, seinen eigenen Plan durchzuziehen.“
Dennoch bleibt Littlers Strategie riskant. Wer sich für die Players Championship Finals in Minehead qualifizieren will, muss über das Jahr hinweg konstant Punkte auf der Pro Tour sammeln. Bei noch 24 ausstehenden Turnieren hat Littler zwar alle Trümpfe in der Hand, doch seine dauerhafte Abwesenheit bleibt das Gesprächsthema in den Trainingshallen. Sein kurzer Besuch in Wigan, bei dem er keinen einzigen Dart warf, befeuert diese Diskussionen zusätzlich. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Littler macht die Dinge eben anders als der Rest der Tour – und sei es nur für einen Hut.
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