„Seine Stimme, sein Timing, seine Autorität – das war einzigartig“ – Huw Ware preist den kürzlich zurückgetretenen Schiedsrichter George Noble

PDC
Donnerstag, 29 Januar 2026 um 10:15
Huw Ware
London zeigte sich von seiner festlichen Seite. An einem Ort mit jener besonderen Aura, die man sonst nur aus dem Alexandra Palace kennt, präsentierte Winmau sein neues Blade-X Dartboard. Doch die Veranstaltung drehte sich nicht allein um Technik und Material. Im Mittelpunkt standen auch die Menschen, die dem Dartsport seit Jahren Gesicht, Stimme und Charakter verleihen. Einer von ihnen: PDC-Schiedsrichter Huw Ware.
Mit sichtbarer Leidenschaft sprach Ware über das neue Board, aber auch über seinen eigenen Weg im Darts. Der Waliser verkörpert wie kaum ein anderer die Verbindung zwischen Innovation, Tradition und persönlicher Hingabe. Für ihn ist das Blade-X mehr als ein weiteres Produkt – es steht sinnbildlich für die Entwicklung eines Sports, der längst weltweit angekommen ist.

Zehn Jahre Vertrauen: PDC und Winmau setzen ein starkes Zeichen

Die Vorstellung des Blade-X markiert zugleich den Start einer neuen, auf zehn Jahre angelegten Partnerschaft zwischen der PDC und Winmau. Eine Laufzeit, die im Profisport alles andere als selbstverständlich ist. Für Ware sendet diese Entscheidung eine klare Botschaft. „Einen Vertrag über zehn Jahre schließt man nur, wenn auf beiden Seiten großes Vertrauen herrscht“, betont er. „Das zeigt, wie eng und stabil die Verbindung zwischen der PDC und Winmau ist. Hoffentlich trägt sie den Sport noch sehr lange.“
Huw Ware in Aktion bei einem großen Turnier
Huw Ware gehört seit einigen Jahren zu den festen Schiedsrichtern der PDC
Diese Kontinuität schafft Planungssicherheit – für Veranstalter, Spieler und Officials gleichermaßen. Winmau bleibt damit der technologische Taktgeber auf den größten Bühnen des Sports. Das Blade-X soll genau diesen Anspruch unterstreichen.
Ein Blick auf das neue Board genügt, um zu verstehen, warum Ware ins Schwärmen gerät. Das Design wirkt klar, fast minimalistisch. Kräftige Farben treffen auf extrem dünne Verdrahtung. „Manchmal hat man das Gefühl, es wären gar keine Drähte drauf“, sagt Ware und lächelt. Für einen Schiedsrichter ist das kein optischer Luxus, sondern ein echter Arbeitsvorteil.
Klare Segmente und eindeutige Trefferbilder erleichtern schnelle und sichere Entscheidungen. „Als Referee hilft es enorm, wenn man sofort erkennt, wo der Dart gelandet ist“, erklärt Ware. Hinzu kommt ein spielerischer Aspekt: Weniger Draht bedeutet weniger Abpraller. „Das freut die Spieler – und es hält den Spielfluss hoch.“
Auch die Haltbarkeit hebt Ware hervor. Winmau habe viel investiert, um das Board widerstandsfähiger zu machen. „Ich weiß, wie intensiv daran gearbeitet wurde. Das spürt man sofort.“ Dabei richtet sich das Blade-X nicht nur an Profis. Auch ambitionierte Amateure sollen profitieren. „Egal ob Bühne oder Hobbyraum – jeder wird Spaß an diesem Board haben.“ Für Ware ist das Blade-X deshalb ein klares Signal an den Markt: Winmau setzt erneut den Standard.

Vom Sommerjob zum Weltreferee

Wares Beziehung zu Winmau begann lange vor seiner Zeit auf den großen TV-Bühnen. Mit sichtlicher Freude erinnert er sich an einen Sommerjob in jungen Jahren. „Ich durfte damals beim Testen eines Boards helfen – ich glaube, es war die Blade 5“, erzählt er. Übersetzt bedeutete das: stundenlang Darts werfen. „Für mich war das der Himmel.“
Schon dieses Modell galt als wegweisend. Doch Ware betont, wie rasant sich die Technologie seither entwickelt hat. Ein wichtiger Faktor ist die Produktion in Kenia, deren Kapazitäten in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut wurden. „Die Operation dort hat sich mehr als verdoppelt“, sagt Ware. „Ich würde das eines Tages gern mit eigenen Augen sehen.“

Darts als persönliche Lebensreise

Eine besonders emotionale Wendung nahm das Gespräch, als Ware von seiner Reise zu den Falklandinseln berichtete. Als Winmau-Botschafter half er dort beim Aufbau eines neuen Dartvereins im Militärkomplex Mount Pleasant. Für Ware war es weit mehr als ein beruflicher Termin. Sein Vater ist Veteran des Falklandkriegs, die Reise hatte daher eine tief persönliche Bedeutung.
„Darts hat mir und meinem Vater einen Moment geschenkt, der eigentlich nichts mit Darts zu tun hat“, sagt Ware offen. Rund hundert Menschen nahmen an der Vereinsgründung teil – eine bemerkenswerte Zahl angesichts der abgelegenen Lage. Neben dem Sport blieb Raum für Gespräche, Erinnerungen und Reflexion. Sein Vater sprach mit Soldaten über seine Erlebnisse und die Opfer jener Zeit. „Es war emotional, aber auch heilsam“, beschreibt Ware. „Ich kam zurück mit dem Gefühl, gewisse Kapitel abschließen zu können.“

Abschied von einer Stimme, Beginn einer neuen Ära

Auch sportlich blickt Ware auf bewegende Momente zurück. Die vergangene Weltmeisterschaft bedeutete den Abschied von George Noble, einer der prägendsten Stimmen des Darts. „George war mein großes Vorbild“, sagt Ware. „Seine Stimme, sein Timing, seine Autorität – das war einzigartig. Zehn Jahre mit ihm auf der Bühne zu stehen, war eine Ehre.“
Dass Noble auf dem Höhepunkt seiner Karriere aufhörte, sieht Ware als Ideal. Er zieht den Vergleich zu Russ Bray, der ebenfalls zum perfekten Zeitpunkt abtrat. „So wünscht man sich das für jeden“, sagt Ware – auch mit Blick auf die eigene Zukunft.
Mit Nobles Abschied rückt eine neue Generation von Schiedsrichtern nach. Ware schmunzelt, wenn er feststellt, inzwischen selbst zu den Erfahrenen zu gehören. Auffällig sei vor allem, dass junge Menschen heute gezielt den Traum verfolgen, Darts-Referee zu werden. „Früher sind wir eher hineingerutscht“, erklärt er.
Der Boom des Sports, getragen von großen Namen und jungen Stars, sorgt weltweit für besser ausgebildete Officials. Wares Fazit ist klar – auch ohne es so zu nennen: „Das Niveau steigt weiter. Und genau das tut dem Dartsport gut.“
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