„Seit ich aufgehört habe zu arbeiten, fühle ich mich viel selbstbewusster“ – Wessel Nijman greift nach European-Tour-Triumph die Top-16 an

PDC
durch Nic Gayer
Montag, 16 März 2026 um 9:00
Wessel Nijman ballt die Faust nach seinem Triumph bei der European Darts Trophy
Wessel Nijman hat am Sonntagabend einen gewaltigen Karriere-Meilenstein erreicht und die European Darts Trophy 2026 gewonnen. Der 25-jährige Niederländer erlebte ein sensationelles Wochenende in Göttingen, an dem er mit beeindruckenden Auftritten und herausragenden Averages seinen ersten Titel auf der großen PDC-Bühne holte. Im Finale besiegte er Gerwyn Price mit 8:3 und sicherte sich damit zugleich das Preisgeld von 35.000 Pfund.
Für Nijman markiert dieser Triumph den Durchbruch auf der großen Bühne. In den vergangenen anderthalb Jahren hatte er sich bereits als einer der erfolgreichsten Spieler bei den PDC-Floorturnieren etabliert. Doch ein derart überzeugender Auftritt vor TV-Kameras war ihm bislang noch nicht gelungen.

Kein einfacher Start

Der Weg zum Titel begann für Nijman jedoch alles andere als problemlos. In seinem Auftaktmatch gegen Cristo Reyes musste der Niederländer alle Register ziehen, um ein frühes Aus zu verhindern. Er überstand mehrere heikle Momente, setzte sich am Ende aber dennoch durch. Von diesem Zeitpunkt an kam die Maschinerie richtig ins Rollen.
Wessel Nijman feiert in Göttingen seinen bislang größten Karriereerfolg: Mit dem Titel bei der European Darts Trophy holt sich der Niederländer seinen ersten großen Bühnen-Triumph
Wessel Nijman feiert in Göttingen seinen bislang größten Karriereerfolg: Mit dem Titel bei der European Darts Trophy holt sich der Niederländer seinen ersten großen Bühnen-Triumph
Am Samstag machte Nijman mit einem überzeugenden 6:2-Sieg gegen Mike De Decker einen großen Schritt in Richtung Endphase des Turniers. Damit qualifizierte er sich für den Finaltag – und dort sollte er seine besten Darts des gesamten Wochenendes zeigen.

Demonstration gegen van Veen

Der Sonntag begann für Nijman mit einer Demonstration purer Klasse gegen seinen Landsmann Gian van Veen. Mit einem Average von beeindruckenden 112,87 Punkten ließ er seinem Gegner keine Chance und gewann souverän mit 6:1. Es war das höchste Bühnenaverage seiner Karriere und ein klares Signal, dass Nijman in absoluter Topform war.
Nach Siegen im Viertelfinale gegen Josh Rock – bei dem er einen 9-Darter nur knapp verpasste – und im Halbfinale gegen Niels Zonneveld zog Nijman schließlich ins Endspiel gegen Gerwyn Price ein. Auch dort zeigte er erneut seine große Klasse. Das letzte Leg der Partie sorgte dabei für einen Moment, den man so schnell nicht vergisst. Nijman checkte ein brillantes 150er-Finish und entschied das Endspiel damit stilvoll für sich.
Nach dem Finale war die Erleichterung beim Niederländer deutlich zu spüren. „Ich glaube, es gibt keine Worte, die beschreiben können, wie ich mich jetzt fühle“, sagte Nijman sichtbar emotional im Bühnen-Interview nach seinem Triumph. „Ich habe mich den ganzen Tag großartig gefühlt. Gegen Gian, Josh und Niels habe ich wirklich fantastisch gespielt.“
Im Laufe des Finaltages wuchs auch sein Glaube an den Titel immer weiter. „Irgendwann dachte ich mir: Das könnte genau der Tag sein, an dem du einen Titel gewinnst. Dass es am Ende wirklich passiert, macht mich unheimlich glücklich.“

„Ich musste mir selbst nichts mehr beweisen“

Laut Nijman ist seine aktuelle Form auch der zusätzlichen Zeit zu verdanken, die er inzwischen in den Sport investieren kann. „Seit ich aufgehört habe zu arbeiten, fühle ich mich viel selbstbewusster. Ich kann jetzt viel mehr trainieren und stehe häufiger am Board als je zuvor.“
Trotzdem verspürte er vor allem den Wunsch, sich auch auf der großen Bühne zu beweisen. „Ich musste mir selbst nichts mehr beweisen, aber ich wollte den Leuten zeigen, dass ich dieses Niveau auch auf der Bühne abrufen kann. Das habe ich nun bei einem European-Tour-Turnier getan.“
Mit diesem Titel macht Nijman zudem einen großen Schritt in Richtung seines wichtigsten Saisonziels: ein Platz unter den besten 16 der Weltrangliste. „Mein Ziel in diesem Jahr ist es, in die Top-16 zu kommen (Nijman klettert dank dieses Turniersiegs auf Platz 20 der Weltrangliste, Anm. d. Red.), damit ich als gesetzter Spieler in die großen Turniere starten kann. Das ist auf jeden Fall ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung.“
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