„Sie verdienen nicht einmal meinen Atem“ – Stephen Bunting teilt gegen Kritiker aus

PDC
durch Nic Gayer
Samstag, 28 Februar 2026 um 15:30
Stephen Bunting (1)
Stephen Bunting hat in Belfast eindrucksvoll seinen ersten Spieltagssieg dieser Premier-League-Saison gefeiert. Der Engländer durchbrach damit seinen schwierigen Saisonstart – und setzte gleichzeitig ein klares Zeichen an seine Kritiker. Nach Wochen voller Diskussionen fand er deutliche Worte: „Sie verdienen nicht einmal meinen Atem.“
Der Erfolg in Nordirland bedeutete mehr als fünf Punkte für die Tabelle. Für Bunting fühlte sich der Triumph wie eine Befreiung an. Im Vorjahr hatte er neun Wochen auf seinen ersten Sieg in der Premier League Darts gewartet. In dieser Saison stand er nach drei Spieltagen noch immer bei null Punkten. Der Druck wuchs, die Zweifel von außen wurden lauter.

Befreiungsschlag gegen Luke Humphries

Dass Bunting ausgerechnet gegen Luke Humphries den ersten Schritt Richtung Titel machte, verlieh dem Abend zusätzliche Bedeutung. „Ich wusste, dass ich gut spiele“, erklärte er auf der Pressekonferenz. „Nicht nur in der Premier League, sondern auch auf der Tour. Ich habe ein Pro-Tour-Finale erreicht und stand im Viertelfinale einer Euro Tour. Die Form ist da, ich weiß, wie gut ich sein kann.“
Beendete seine Punktlos-Serie in der Premier League Darts mit einem Paukenschlag: Stephen Bunting
Beendete seine Punktlos-Serie in der Premier League Darts mit einem Paukenschlag: Stephen Bunting
Doch die Ergebnisse der ersten Wochen spiegelten das nicht wider. „Es ist schwer, wenn du nach Hause kommst und siehst, dass da null Punkte stehen. Das macht etwas mit dir. Aber du spielst gegen die besten Spieler der Welt. Einer muss verlieren und einer muss gewinnen. Zum Glück war es heute Abend mein Abend.“
Die Erleichterung war spürbar. Schon nach dem ersten Sieg fiel eine sichtbare Last von seinen Schultern. „Das nimmt den Druck raus. Ich wollte nicht, dass es wieder so lange dauert wie im vergangenen Jahr. Ich weiß, was ich kann, aber es ist anders, wenn du vor 10.000 bis 12.000 Menschen spielst.“
Bunting betonte, wie sehr die mentale Belastung in der Premier League unterschätzt wird. Woche für Woche gegen die Weltelite, unter ständiger Beobachtung von Medien und Fans – Fehler verzeiht dieses Format kaum. „Du kannst so gut spielen, wie du willst, aber wenn dein Gegner besser ist, dann verdienst du den Sieg nicht. So einfach ist das.“

Kritik in den sozialen Medien

Neben sportlichem Druck musste sich Bunting auch mit Kritik in den sozialen Medien auseinandersetzen. Einige stellten offen infrage, ob er seinen Platz im Teilnehmerfeld verdient habe. Der Engländer reagierte deutlich.
„Die echten Fans stehen in der Halle. Das sind die Menschen, die zählen. Die Leute, die kritisieren, verstecken sich hinter Fake-Accounts. Sie verdienen nicht einmal meinen Atem.“
Er räumt ein, dass ihn negative Nachrichten in der Vergangenheit getroffen haben. „Manchmal rutschen Leute in deine DMs und können dich runterziehen. Du kannst dich dadurch wertlos fühlen. Aber ich habe gelernt, das auszublenden. Ich habe eine großartige Familie, ein gutes Management und eine fantastische Fanbase.“
In Belfast erhielt er diese Unterstützung eindrucksvoll zurück. Schon beim Walk-on sangen ihn die Fans lautstark. „Vom Moment an, als ich die Bühne betrat, bis zum letzten Pfeil im Finale standen sie hinter mir. Das ist es, was du brauchst, um Titel zu gewinnen.“
Bunting verwies zudem auf seine sportliche Legitimation. „Ich bin immer noch die Nummer sieben der Welt. Ich glaube, dass ich hier hingehöre. Ich habe diesem Sport noch einiges zu geben.“

Arbeit hinter den Kulissen

Mit 40 Jahren fühlt sich der Engländer fitter denn je. Sein Alter sieht er nicht als Nachteil. „Ich denke, ich habe noch ein paar gute Jahre vor mir. Ich arbeite weiter hart. Ich wusste, dass mein Moment kommen würde, es war nur die Frage, wann.“
Neben körperlichem Training investiert Bunting bewusst in seine mentale Stärke. Er arbeitet mit einem Hypnotherapeuten, um Fokus und Gelassenheit zu schärfen. „Das Gehirn ist ein mächtiges Instrument. Negative Gedanken können sich aufstauen. Es ist wichtig, das zu leeren und positiv zu bleiben.“
Mit fünf Punkten hat Bunting seinen Rückstand in der Tabelle deutlich verkürzt. In einem Wettbewerb, in dem jede Woche ein anderer Spieler triumphieren kann, besitzt Momentum enorme Bedeutung. Der Engländer weiß, dass ein einzelner Abend keine Garantie darstellt – aber er schafft eine Basis. „In dieser Premier League gibt es noch viel zu tun. Das ist erst der Anfang. Aber es ist ein guter Start.“
Am Donnerstag, den 5. März, steigt der fünfte Spieltag der Premier League Darts in Cardiff. Dort trifft Bunting auf Lokalmatador Gerwyn Price – die nächste große Bühne, der nächste Härtetest.
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