In diesem Jahr durfte van Gerwen zum ersten Mal an dem prestigeträchtigen Darts-Wettbewerb teilnehmen, nachdem er 2012 seinen endgültigen Durchbruch bei der PDC erlebt hatte. Nach dem Gewinn des World Grand Prix 2012 und Finalplätzen beim Grand Slam of Darts und der World Darts Championship war Mighty Mike in der Weltrangliste auf Platz vier vorgerückt.
Dem Spieler aus Vlijmen gelang es gleich in seinem ersten Jahr, für Aufsehen zu sorgen. Taylor hatte die Liga-Etappe in jeder der vorangegangenen acht Ausgaben gewonnen. Sechs Mal durfte The Power dann auch den großen Pokal in der Nacht der Play-offs in die Höhe stemmen.
Im Jahr 2013 konnte Taylor zum ersten Mal in der Geschichte der Premier League die Liga nicht gewinnen. Van Gerwen startete mit zwei Punkten in die Liga, aber mit 11 Siegen in den folgenden 14 Spielen beendete "The Green Machine" die Liga mit 24 Punkten an der Tabellenspitze. Taylor wurde mit 20 Punkten nur Dritter, während Raymond van Barneveld sich mit 23 Punkten noch dazwischen schieben konnte.
Im ersten Halbfinale standen sich Taylor und van Barneveld gegenüber. Der Engländer machte sofort einen Strich durch ein mögliches niederländisches Finale, indem er Barney mit 8-4 besiegte. Van Gerwen gewann dann im zweiten Halbfinale mit 8-4 gegen James Wade, der den vierten Platz im Wettbewerb belegt hatte.
Im Finale standen sich also van Gerwen und Taylor gegenüber, fast fünf Monate nachdem Taylor den Niederländer im Finale der World Darts Championship besiegt hatte. Im Finale ging Taylor in der Anfangsphase mit einem 81er Finish mit 5-2 in Führung. Van Gerwen kämpfte sich jedoch wieder auf 5-5 heran.
Phil Taylor und Michael van Gerwen
Van Gerwen holte sich dann zwei weitere Legs und führte nach 12 Legs mit 7-5. Taylor kam aber nach einem herausragenden 160er Finish wieder auf 7-7 heran. Die nächsten drei Legs wurden mit Darts gewonnen, so dass es nach siebzehn Legs 9-8 für van Gerwen stand.
Dann kam der Moment, der als einer der ikonischsten Momente der Premier League Darts und vielleicht des gesamten Dartsports in die Geschichtsbücher einging, weil er symbolisch für die Wachablösung zwischen Taylor und van Gerwen war.
Beide Männer begannen das 18. Leg mit einem einzigen Triple im ersten Leg. Taylor folgte dann mit einem 99er Score, bevor van Gerwen mit einer 140 weiter Druck machte. In der dritten Aufnahme warfen sowohl Taylor als auch van Gerwen zwei Tripel, so dass van Gerwen ein 132er Finish erzielen konnte. Taylor konnte mit 168 Punkten - einer Bogeyzahl - das Leg nicht beenden, aber er ließ mit einem 128er Score Tops stehen.
Der beste Dartspieler aller Zeiten bekam diese Chance jedoch nicht, denn mit einem majestätischen 132er-Finish über Single Bull, Triple 19 und Bullseye holte sich van Gerwen seinen allerersten Premier League-Titel. Das brachte dem Niederländer das Hauptpreisgeld von 150.000 Pfund ein und den ersten Sieg über seinen großen Rivalen Taylor in einem großen Finale überhaupt.
Sylke Puck ist seit vielen Jahren Teil unseres Redaktionsteams und gehört zu den vielseitigsten Mitgliedern von dartsnews.de. Sie berichtet regelmäßig in Liveblogs über aktuelle Turniere, verfasst Hintergrundberichte und Artikel und trägt mit ihrer Erfahrung und Leidenschaft wesentlich zur Qualität unserer Berichterstattung bei. Durch ihre zuverlässige Arbeitsweise, ihre Begeisterung für den Sport und ihren Blick für Details ist sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Teams geworden.
Die deutsche Sportjournalistin kam als Seiteneinsteigerin zum Journalismus und entdeckte 2021 ihre Leidenschaft für den Darts-Sport. Seitdem hat sie sich ein beachtliches Portfolio aufgebaut und sich als feste Größe in der Darts-Berichterstattung etabliert. Neben ihrer Arbeit für dartsnews.de schreibt sie gelegentlich auch für dartsnews.com, wo ihre Artikel ein internationales Publikum erreichen.
Ihr Schreibstil zeichnet sich durch Präzision, Einfühlungsvermögen und ein tiefes Verständnis für Spieler und Fans gleichermaßen aus – Eigenschaften, die sie zu einer wertvollen Stimme im DartsNews-Netzwerk machen.