Unscharfe Schilder, klare Botschaft: Paddy Power rückt Ryan Searles Augenkrankheit ins WM-Rampenlicht
PDC
Es lag nicht an der mangelhaften Übertragungsqualität von Sky Sports, Sport1 oder DAZN, dass die Paddy-Power-Schilder und die von Fans hochgehaltenen Plakate während der gestrigen Abendsession der PDC Darts WM verschwommen erschienen. Diese Unschärfe war bewusst gewählt – und trug eine klare Botschaft.
Ryan Searle nutzte die größte Bühne des Dartsports, um auf seine seltene Augenerkrankung ADOA aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit Turniersponsor Paddy Power rückte „Heavy Metal“ ein Thema in den Fokus, das sein Leben und seine Karriere seit Jahren begleitet – und gleichzeitig eine der beeindruckendsten Geschichten im modernen Darts schreibt.
ADOA, verschwommenes Sehen und eine außergewöhnliche Karriere
Searle leidet an Autosomal Dominanter Optischer Atrophie (ADOA), einer genetischen Augenerkrankung, die zu stark verschwommenem Sehen führt. Teilweise kann er nicht erkennen, wo seine Darts im Board landen – und das in einem Sport, der maximale Präzision erfordert. Dass er unter diesen Bedingungen auf höchstem Niveau Darts spielt, macht seine Karriere umso bemerkenswerter.
Die Erkrankung betrifft auch seine Familie. Während sein Sohn deutlich weniger eingeschränkt ist, ist seine Tochter als sehbehindert registriert. Searle hofft, dass sie eines Tages – sollte eine Heilung gefunden werden – selbst Auto fahren kann. Dieser persönliche Antrieb ist einer der Gründe, warum er sich so intensiv für Aufklärung und Forschung engagiert.
Weiterlesen
Gemeinsam mit Unterstützern hat Searle bereits mehr als 15.000 Pfund für die Cure ADOA Foundation gesammelt. Paddy Power griff dieses Engagement als Turniersponsor auf und verstärkte die Aktion sichtbar im Alexandra Palace. Die bekannten 180er-Schilder zeigten verschwommene Schrift, ebenso die Tische auf der Bühne und digitale Anzeigen. So sollte das Publikum nachempfinden, wie Searle die Welt sieht. Zusätzlich sagte Paddy Power eine Spende von weiteren 15.000 Pfund an die Cure ADOA Foundation zu.
Hedy Smit-Wigchers, Vorstandsmitglied der Cure ADOA Foundation, würdigte Searles Einsatz in einem Statement, das Paddy Power verbreitete: „Wir sind unglaublich stolz auf alles, was Ryan bislang im Ally Pally erreicht hat. Die wichtigen Gelder und die Aufmerksamkeit, die er für die Cure ADOA Foundation gesammelt hat, werden das Leben von Tausenden von Menschen verändern. Was auch immer heute Abend passiert, Ryan ist unser Held.“
Sportlich endete der Abend mit einer 1:6-Niederlage gegen Luke Littler. Dennoch schrieb Searle Geschichte: Er erreichte erstmals in seiner Karriere das Halbfinale der PDC World Darts Championship. Vor allem aber bleibt sein Auftritt ein starkes Zeichen – und eine wichtige Erinnerung an alle Menschen, die mit ADOA leben, dass Erfolg im Leben trotz großer Einschränkungen möglich ist.
Weiterlesen

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
Klatscht 0Besucher 0
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









