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Premier League Darts biegt in die entscheidende Phase der Saison ein. Am Donnerstagabend steht bereits der 13. Spieltag auf dem Programm, wenn die Tour in Aberdeen Halt macht. Da nur noch wenige reguläre Spielabende verbleiben, wächst die Spannung von Woche zu Woche – und jeder Punkt gewinnt im Rennen um die Play-off-Plätze weiter an Bedeutung.
Aberdeen gehört seit Jahren zu den beliebtesten Stationen im Kalender – sowohl bei den Fans als auch bei vielen Spielern. Die schottischen Anhänger sind für ihre leidenschaftliche Unterstützung bekannt und sorgen regelmäßig für eine elektrisierende Atmosphäre. Gleichzeitig müssen sich insbesondere englische Spieler darauf einstellen, in dieser Umgebung nicht unbedingt auf große Sympathien zu stoßen. Insgesamt gilt der Abend in Aberdeen für viele Akteure als einer der stimmungsvollsten der gesamten Saison.
Verfolgen Sie die Premier League Darts 2026 auch mithilfe unserer Live-Scores!Fester Bestandteil des Premier-League-Kalenders
Wenn Dartsfans an Aberdeen denken, kommt vielen sofort ein besonderer Moment in den Sinn: der legendäre Walk-on von John Henderson im Jahr 2019. Der Schotte war damals als Challenger ins Teilnehmerfeld aufgenommen worden und traf auf
Michael van Gerwen.
Begleitet von einem Dudelsackspieler betrat Henderson die Bühne – und die Halle explodierte förmlich vor Begeisterung. In einer elektrisierenden Atmosphäre rang er van Gerwen schließlich ein 6:6-Unentschieden ab. Die Videos dieses Auftritts sind bis heute fest in der Premier-League- und Darts-Geschichte verankert.
Seit 2006 ist Aberdeen fester Bestandteil des Premier-League-Spielplans und hat im Laufe der Jahre zahlreiche Topstars am Oche erlebt. Bereits bei der ersten Ausgabe standen unter anderem Phil Taylor, Raymond van Barneveld, Wayne Mardle und Roland Scholten auf der Bühne.
Auch statistisch nimmt Aberdeen einen besonderen Platz in der Turniergeschichte ein. An diesem Austragungsort wurden bislang zwei 9-Darter geworfen. Van Barneveld produzierte 2010 Perfektion – damals erst das zweite perfekte Leg überhaupt in der Premier League. Zwei Jahre später wiederholte Taylor dieses Kunststück.
Darüber hinaus hält Aberdeen weiterhin den Rekord für den höchsten Average, der jemals bei einem TV-Turnier erzielt wurde. 2016 besiegte van Gerwen Michael Smith mit 7:1 und spielte dabei einen herausragenden Average von 123,40 Punkten. Diese Marke hat bis heute Bestand.
In den vergangenen vier Jahren gab es in Aberdeen jeweils einen unterschiedlichen Tagessieger. 2022 setzte sich
Jonny Clayton durch. Der Waliser bezwang zunächst Publikumsliebling Gary Anderson, anschließend Peter Wright und schließlich im Finale Michael van Gerwen.
Ein Jahr später ging der Wochensieg an Dimitri Van den Bergh. Der Belgier schlug zunächst Michael Smith und profitierte anschließend von der Absage van Gerwens, wodurch er kampflos ins Finale einzog. Dort setzte er sich gegen Gerwyn Price durch.
2024 war es
Luke Littler, der bei seinem Debüt in Aberdeen sofort triumphierte. Der junge Engländer besiegte nacheinander Nathan Aspinall, Michael Smith und Rob Cross. Im vergangenen Jahr war schließlich Aspinall selbst an der Reihe: Nach einem Auftaktsieg gegen van Gerwen setzte er sich anschließend souverän gegen Stephen Bunting und Chris Dobey durch.
Spielplan Premier League Darts 2026
Donnerstag, 30.04.2026 (ab 20:00 Uhr)
P&J Arena, Aberdeen - 13. Spieltag
| Uhrzeit | Spieler 1 | Ergebnis | Spieler 2 | Runde |
| 20:15 | Josh Rock | | Luke Littler | VF |
| 20:45 | Stephen Bunting | | Gerwyn Price | VF |
| 21:15 | Jonny Clayton | | Gian van Veen | VF |
| 21:45 | Luke Humphries | | Michael van Gerwen | VF |
| 22:15 | Sieger VF1 | | Sieger VF2 | HF |
| 22:45 | Sieger VF3 | | Sieger VF4 | HF |
| 23:15 | Sieger HF1 | | Sieger HF2 | FINALE |
Josh Rock gegen Luke Littler
Josh Rock steht in Aberdeen vor einer äußerst schwierigen Aufgabe. Siebenmal traf „Rocky“ bislang in offiziellen Partien auf Luke Littler – und jedes Mal verließ „The Nuke“ als Sieger die Bühne. In der Premier League standen sich beide bislang einmal gegenüber: Am 5. März setzte sich Littler in Cardiff mit 6:4 durch.
Für Rock könnte es zudem eine der letzten Gelegenheiten sein, sich zumindest eine kleine Restchance auf die Play-offs zu bewahren. Mit aktuell acht Punkten liegt der Nordire bereits zehn Zähler hinter Rang vier. Um noch unter die besten Vier vorzustoßen, müsste Rock in den verbleibenden Wochen mehrere Spieltage gewinnen.
Littler hingegen muss sich über die Qualifikation für den Finalabend keine Gedanken mehr machen. Der 19-jährige Engländer hat sein Ticket bereits sicher. Dennoch geht es für den zweimaligen Weltmeister weiterhin um viel: Im Duell mit Jonny Clayton kämpft er um die Spitzenposition in der Tabelle – und kann sich deshalb keinen Punktverlust gegen Rock erlauben.
Stephen Bunting gegen Gerwyn Price
Mit elf Punkten nach zwölf Spieltagen ist Stephen Bunting im Rennen um die Play-offs zwar noch nicht ausgeschieden, doch für „The Bullet“ wird die Zeit zunehmend knapp. Der Engländer liegt aktuell sieben Punkte hinter dem viertplatzierten Michael van Gerwen zurück, während Gerwyn Price mit 19 Punkten Rang drei belegt.
Price befindet sich weiterhin in einer guten Ausgangsposition. Der Waliser hat fünf Punkte Vorsprung auf den fünftplatzierten Gian van Veen. Da nur noch zwei Tickets für die Play-offs zu vergeben sind, bleibt es für „The Iceman“ jedoch entscheidend, weiter konstant zu punkten, um seinen Platz unter den Top Vier zu sichern. Sollte Price gegen Bunting gewinnen, würde der Abstand zwischen beiden auf zehn Punkte anwachsen – bei anschließend nur noch drei verbleibenden Spieltagen. Damit dürfte Bunting im direkten Rennen um die Play-offs kaum noch eine Rolle spielen.
Auch die Bilanz im direkten Vergleich spricht klar für Price. Von bislang 25 Duellen entschied der ehemalige Rugbyspieler 16 für sich. Zudem gewann er in der laufenden Premier-League-Saison beide bisherigen Aufeinandertreffen mit Bunting.
Jonny Clayton gegen Gian van Veen
Bereits zum fünften Mal treffen Jonny Clayton und Gian van Veen in dieser Premier-League-Saison aufeinander. Das erste Duell entschied der Niederländer für sich, anschließend setzte sich Clayton dreimal in Folge durch. Auch in der Gesamtbilanz liegt der Waliser derzeit mit 5:3 vorne.
Clayton spielt bislang eine herausragende Premier-League-Saison. Mit vier Tagessiegen führt er nach zwölf Spielabenden mit 32 Punkten die Tabelle an und hat sich bereits vorzeitig für die Play-offs qualifiziert. In den verbleibenden Wochen wird es für ihn nun darum gehen, die Spitzenposition gegen Luke Littler zu verteidigen.
Van Veen hingegen startete stark in sein Debütjahr in der Premier League und erreichte in den ersten vier Wochen gleich dreimal das Finale. Anschließend geriet sein Lauf jedoch ins Stocken – auch infolge körperlicher Probleme. Zwar liegt der Niederländer weiterhin auf Rang fünf, doch der Rückstand auf den viertplatzierten Michael van Gerwen beträgt vier Punkte. Im Kampf um die Play-offs kann er sich in den kommenden Wochen daher keine frühen Niederlagen mehr erlauben.
Luke Humphries gegen Michael van Gerwen
Dieses Duell besitzt am Donnerstagabend in Aberdeen für beide Spieler enorme Bedeutung – insbesondere für Luke Humphries. Die Nummer zwei der Welt rangiert derzeit überraschend nur auf Platz sechs und liegt fünf Punkte hinter Michael van Gerwen zurück. Sollte Humphries diese Partie verlieren, würde sein Rückstand auf sieben Punkte anwachsen.
Umgekehrt könnte van Gerwen mit einem Sieg einen direkten Konkurrenten im Rennen um die Play-offs weiter unter Druck setzen. Da mit Gian van Veen und Stephen Bunting zwei weitere Verfolger auf die aktuellen Nummern eins und drei der Tabelle treffen, bietet sich dem Niederländer die Chance, seine Position in den Top Vier weiter zu festigen.
Auch der direkte Vergleich unterstreicht, wie ausgeglichen dieses Duell ist. Beide Spieler konnten bislang jeweils 18 Siege gegeneinander verbuchen. Beim bislang letzten Aufeinandertreffen Ende März setzte sich Van Gerwen mit 6:3 gegen Humphries durch.