DISKUSSION | Players Championship 11 und 12 – Ist Max Hopp aktuell Deutschlands bester Dartspieler? Ist für Beau Greaves jetzt sogar ein Major möglich?

PDC
durch Nic Gayer
Mittwoch, 29 April 2026 um 14:07
Max Hopp (2)
Die jüngsten Players-Championship-Events haben ein vertrautes, zugleich aber auch ein frisches Gefühl hinterlassen. Wessel Nijman sicherte sich bereits seinen vierten Floor-Titel in diesem Jahr, während Beau Greaves mit ihrem ersten Triumph auf der Pro Tour ein historisches Ausrufezeichen setzte.
Ihr Erfolg sorgte weltweit für Schlagzeilen: Mit nur 22 Jahren gewann Greaves als erste Frau überhaupt ein Players-Championship-Turnier und durchbrach damit erneut bestehende Geschlechtergrenzen im professionellen Dartsport.

Greaves schreibt Geschichte – Nijman bestätigt seine Ausnahmestellung

Auch Wessel Nijman unterstreicht weiterhin eindrucksvoll, dass er längst zur Weltspitze gehört. Parallel dazu zeigte Michael Smith in der vergangenen Woche ebenfalls positive Ansätze, als er das Finale erreichte und denkbar knapp an seinem ersten Titel seit über zwei Jahren vorbeischrammte. Es gab also reichlich Gesprächsstoff – von Greaves über Nijman bis hin zu Michael Smith.

Beau Greaves’ Lauf im Überblick

Runde Gegner & Ergebnis Average Greaves Average Gegner
Letzte 128 Aden Kirk; 6–4 93.35 100.15
Letzte 64 Thomas Lovely; 6–4 96.42 92.84
Letzte 32 Jeffrey Sparidaans; 6–2 97.49 84.23
Achtelfinale Karel Sedlacek; 6–4 97.13 95.98
Viertelfinale Rob Cross; 6–5 102.56 105.96
Halbfinale Gary Anderson; 7–1 105.56 96.11
Finale Michael Smith; 8–7 96.49 97.74

Nicolas Gayer (DartsNews.DE)

Die Geschichte dieser Players-Championship-Woche gehört ohne Zweifel Beau Greaves. Nicht nur, weil sie als erste Frau überhaupt einen PDC-Ranglistentitel gewann – sondern auch wegen der Art und Weise, wie sie es tat. Ein 142er-Checkout im Decider, während ihr Gegner auf seinem Lieblingsdoppel wartete: Genau aus solchen Momenten bestehen die Geschichten echter Champions.
Meiner Ansicht nach ist es noch zu früh, um die langfristige Bedeutung dieses Erfolgs vollständig einzuordnen. Hoffentlich werden wir aber in einigen Jahren – vielleicht sogar Jahrzehnten – auf Players Championship 11 im Jahr 2026 zurückblicken und sagen: Dort begann etwas ganz Besonderes. Dass wir im traditionell männerdominierten Dartsport möglicherweise eine Spielerin erleben, die dauerhaft an der absoluten Weltspitze mitmischt, ist aktuell die Geschichte, die mich am meisten begeistert.
Historischer Erfolg: Beau Greaves gewinnt als erste Frau ein Players-Championship-Turnier und sorgt weltweit für Schlagzeilen
Historischer Erfolg: Beau Greaves gewinnt als erste Frau ein Players-Championship-Turnier und sorgt weltweit für Schlagzeilen
Auch Wessel Nijman gehört zu den Spielern, die die Zukunft der Weltspitze prägen werden. Fünf Titel in nur vier Monaten – und das erst in seinem dritten Jahr als Tour-Card-Inhaber. Besonders spannend finde ich dabei sein Entwicklungspotenzial: sowohl aufgrund seines Alters als auch seiner vergleichsweise begrenzten Erfahrung auf den größten TV-Bühnen.
Und schließlich ein Blick auf den deutschen Dartsport: Max Hopp ist derzeit der beste deutsche Spieler – eine Aussage, die noch vor zwei Jahren absurd geklungen hätte, heute aber schwer zu widerlegen ist. Mit beeindruckender Konstanz, starkem Scoring und überzeugenden Leistungen war Hopp auch in dieser Woche erneut der erfolgreichste deutsche Starter.
Mit einem Achtelfinale am Montag und einem Viertelfinale am Dienstag kletterte er in die Top-20 der Players Championship Order of Merit. Dort liegt er als deutsche Nummer eins nun klar vor Gabriel Clemens – mit 23 Plätzen Vorsprung und einem Plus von 7.250 Pfund. Im zweiten Jahr nach seiner Rückkehr auf die Tour befindet sich Hopp weiterhin auf einem sehr guten Weg und hat beste Chancen, sich sowohl für die Players Championship Finals in Minehead als auch für die PDC Darts WM zu qualifizieren. Ein Comeback, über das meiner Meinung nach noch viel zu wenig gesprochen wird.

Samuel Gill (DartsNews.com)

Das jüngste Players-Championship-Double-Header entsprach exakt dem Niveau, das in dieser Saison zu erwarten war – zumal mit Spielern wie Luke Humphries, Gian van Veen, Stephen Bunting und Josh Rock mehrere große Namen am Start waren.
Doch im Mittelpunkt stand vor allem eine neue Geschichte: Beau Greaves gewann in ihrem ersten Jahr auf der ProTour direkt einen Ranglistentitel – obwohl sie sich bislang noch nicht einmal für ein European-Tour-Event qualifizieren konnte. Selbst für sie kam dieser Triumph überraschend.
Greaves hatte einst erklärt, sie glaube nicht, dass Frauen mit Spielern wie Luke Littler, Michael van Gerwen oder Luke Humphries mithalten könnten – damals während des Women’s World Matchplay. Mit ihrem neuen Selbstvertrauen dürfte sie heute deutlich anders darüber denken.
Die entscheidende Frage lautet nun: Was kommt als Nächstes? Ist ein Major-Titel bereits ein realistisches Ziel – oder ist das noch zu früh? Meiner Meinung nach sollte man die Erwartungen etwas bremsen. Schließlich hat sie sich bislang noch nicht einmal für ein European-Tour-Turnier qualifiziert. Dennoch darf man von ihrer weiteren Entwicklung träumen.
Ähnliches gilt auch für Wessel Nijman, der in dieser Diskussion fast ein wenig unterzugehen droht. Mit seinem vierten Titel in diesem Jahr führt er mehrere Ranglisten an und ist genau der Spielertyp, der nach dem Sprung in die Top 16 regelmäßig hoch gesetzt sein wird – was ihn früher oder später auf direkten Kollisionskurs mit Luke Littler bringen dürfte.
Natürlich muss er seine Klasse noch häufiger auf der TV-Bühne bestätigen. Doch insgesamt macht Nijman derzeit nahezu alles richtig – weshalb es wohl nur eine Frage der Zeit ist.

Lucas Michael (DartsNews.com)

Zwei weitere Players-Championship-Turniere haben reichlich Gesprächsstoff geliefert. Das dominierende Thema – selbst über die Darts-Community hinaus – war Beau Greaves’ beeindruckender Lauf bei Players Championship 11. Nicht nur der Titelgewinn an sich, sondern vor allem die Art und Weise, wie sie ihn erreichte, verdient besondere Aufmerksamkeit.
Sie besiegte mehrere Weltmeister – von Rob Cross bis hin zu Gary Anderson, der zuvor einen Neun-Darter geworfen und in seinen beiden vorherigen Partien Averages von 110 und 108 gespielt hatte. Im Finale bewahrte sie dann bemerkenswerte Ruhe, als Michael Smith noch einmal zurückkam.
Besonders ihr 142er-Finish im Decider war außergewöhnlich – völlig unbeeindruckt von der Situation. Das erinnerte an die besondere Entschlossenheit, die man auch von Luke Littler kennt. Es ist gut möglich, dass dies nicht der letzte Rekord war, den Greaves brechen wird. European-Tour-Titel? Major-Titel?
Auch der Weltmeister von 2023 verdient eine Erwähnung. Zwar ist Michael Smith noch ein Stück von seiner absoluten Bestform entfernt, doch er fand wieder Wege, enge Matches zu gewinnen und weit ins Turnier vorzustoßen. Es ist noch nicht der „Vintage“-Bully Boy – aber es ist ein sehr positives Signal.
Vor allem hat er sich im Rennen um die Qualifikation für das World Matchplay zurückgemeldet. Zwar beträgt der Rückstand auf Rang 16 und Damon Heta weiterhin rund 10.000 Pfund, doch allein die Tatsache, dass er wieder eine realistische Chance hat, ist ein wichtiger Schritt.
Beim zweiten Turnier richtete sich mein Blick weniger auf Wessel Nijman, der für seine konstante Klasse bereits viel Anerkennung erhalten hat, sondern auf einen anderen Niederländer: Jermaine Wattimena. Auch wenn sein Jahr 2026 bislang durchwachsen verläuft, gibt es weiterhin deutliche Hinweise darauf, dass der EM-Finalist von 2024 ein äußerst gefährlicher Spieler bleibt.
Gary Anderson verließ Milton Keynes zwar ohne Finalteilnahme oder Titel, doch seine Leistungen waren beeindruckend. Neben den bereits erwähnten 110- und 108-Averages spielte er insgesamt vier Matches mit einem Schnitt von über 105 Punkten. An guten Tagen gehört er weiterhin zur absoluten Elite.

Bram Coenen (DartsNieuws.com)

Zwei der insgesamt 34 Players-Championship-Turniere wurden zu Wochenbeginn ausgetragen – und diesmal standen sie deutlich stärker im Fokus als sonst. Am Montag schrieb Beau Greaves Geschichte: Die 22-jährige Engländerin wurde als erste Frau überhaupt Siegerin eines Players-Championship-Events.
Noch vor wenigen Jahren wäre eine solche Prognose wohl als unrealistisch abgetan worden. Doch Greaves widerlegte diese Zweifel eindrucksvoll und etabliert sich zunehmend als Wegbereiterin im Frauendartsport.
Die Frage lautet nun: Wo liegen die Grenzen für „Beau ’n Arrow“? Wer würde heute noch behaupten, dass sie keinen Major gewinnen kann? Schon zuvor wollten viele Spielerinnen und Spieler sie nicht unbedingt in ihrer Auslosung haben – inzwischen gehört sie zu den Gegnerinnen, denen man möglichst aus dem Weg gehen möchte.
Auch Wessel Nijman überzeugte erneut. Der 25-jährige Niederländer ist einer der Spieler des frühen Jahres. Mit vier Players-Championship-Titeln und einem zusätzlichen European-Tour-Sieg ist sein Aufstieg nicht mehr zu übersehen. Nun richtet sich der Blick auf das World Matchplay – das nächste Major, bei dem er sich auch auf der TV-Bühne endgültig als Topspieler etablieren kann.
Wessel Nijman bleibt das Maß der Dinge auf dem Floor: Mit seinem vierten Titel des Jahres unterstreicht der Niederländer seine herausragende Frühform
Wessel Nijman bleibt das Maß der Dinge auf dem Floor: Mit seinem vierten Titel des Jahres unterstreicht der Niederländer seine herausragende Frühform

Mats Leering (DartsNieuws.com)

Für mich fand der prägende Moment der bisherigen Saison 2026 bereits während dieses Double-Headers statt. Beau Greaves schrieb Geschichte, indem sie als erste Frau überhaupt einen PDC-Titel gewann. Übertroffen werden könnte das nur noch, wenn sie in diesem Jahr zusätzlich ein European-Tour-Event oder sogar ein Major gewinnt – und warum eigentlich nicht?
Sie besiegte gleich drei ehemalige Weltmeister – Gary Anderson, Rob Cross und Michael Smith – und überzeugte besonders gegen Anderson mit einem Average von über 105 Punkten. Nachdem sie gezeigt hat, dass sie Turniere dieses Niveaus gewinnen kann, scheint der nächste Schritt nur eine Frage der Zeit zu sein.
Auch Wessel Nijman war ohne Zweifel einer der Spieler der Woche. Der Niederländer gewann am Dienstag seinen vierten Floor-Titel des Jahres – und damit ein Drittel aller bislang gespielten Turniere. Das sind außergewöhnliche Zahlen. Sollte er dieses Niveau auch bei den Majors bestätigen, könnte er sich bis Jahresende durchaus in den Top 10 der Welt etablieren.
Ein weiterer Niederländer, der auf sich aufmerksam macht, ist Kevin Doets. Er erreichte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen das Halbfinale und liegt aktuell auf Rang drei der Players Championship Order of Merit. Noch steht er knapp außerhalb der Top 32 der Welt – doch bei anhaltender Form dürfte sich das bald ändern.

Pieter Verbeek (DartsNieuws.com)

Viele Dartsfans hatten Beau Greaves bereits in diesem Jahr einen Floor-Titel zugetraut. Ich selbst war zunächst skeptisch, vor allem wegen des höheren Leistungsdrucks auf der ProTour im Vergleich zur Women’s Series. Doch am Montag widerlegte sie diese Zweifel eindrucksvoll mit ihrem Turniersieg bei Players Championship 11 und einem starken Turnieraverage von 98,13 Punkten.
Damit wurde die 22-Jährige zur ersten Frau überhaupt, die einen PDC-Ranglistentitel gewann – ein historischer Moment für den Sport. Besonders beeindruckend war dabei ihr Weg zum Titel: Siege über Rob Cross, Gary Anderson und Michael Smith sprechen für sich.
Dieser Erfolg sichert Greaves bereits die Teilnahme an den Players Championship Finals sowie an der PDC-Weltmeisterschaft. Zudem dürfte sie sich über diesen Weg auch für den Grand Slam of Darts qualifizieren. Die TV-Bühne bietet ihr nun die ideale Plattform, um ihre weitere Entwicklung zu zeigen. Gleichzeitig bleibt ein wichtiges Ziel die Qualifikation für die European Tour – bislang verpasste sie acht der ersten 15 Turniere der Saison.
Auch Michael Smith zeigte ermutigende Ansätze. Der Weltmeister von 2023 hatte in den vergangenen Jahren mit Verletzungen zu kämpfen und rangiert aktuell nur im Bereich der Top 32 – für einen Spieler seiner Klasse deutlich zu niedrig. Sein Finaleinzug brachte ihn jedoch wieder in Schlagdistanz für die Qualifikation zum World Grand Prix, während auch eine Außenseiterchance auf das World Matchplay besteht.
Michael Smith erreicht das Finale bei Players Championship 11 und sendet wichtige Signale im Rennen um die Qualifikation für die großen TV-Turniere
Michael Smith erreicht das Finale bei Players Championship 11 und sendet wichtige Signale im Rennen um die Qualifikation für die großen TV-Turniere
Den Turniersieg am Dienstag sicherte sich Wessel Nijman, der in dieser Saison realistisch eine zweistellige Zahl an ProTour-Titeln erreichen könnte. Nach nur 17 von 49 ProTour-Events hat er bereits vier Players-Championship-Titel und einen European-Tour-Sieg gesammelt. Aktuell führt er sowohl die ProTour-Rangliste als auch die Players Championship Order of Merit klar an. Sollte er seine Floor-Form auf die TV-Bühne übertragen, könnte der niederländische Dartsport bald einen weiteren echten Weltklasse-Spieler hervorbringen.
Und Sie? Wie ist Ihre Meinung zum Players-Championship-Double-Header? Schreiben Sie uns in den Kommentaren und diskutieren Sie mit.
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