Beau Greaves hat am Montagabend Sportgeschichte geschrieben: Als erste Frau überhaupt gewann die Engländerin ein PDC Pro-Tour-Turnier. Ihren historischen Erfolg sicherte sie sich
mit ihrem Triumph bei Players Championship 11 – und das gegen mehrere etablierte Topspieler.
Im
Podcast Darts Draait Door nahmen sich Damien Vlottes und
Vincent van der Voort ausführlich Zeit, den sensationellen Titelgewinn einzuordnen. „Wirklich eine sehr schöne Geschichte, unfassbar stark“, eröffnete van der Voort seine Analyse.
„Sie hat nichts geschenkt bekommen“
Ein Blick auf die Leistungen des gesamten Turniertages zeigt laut van der Voort deutlich, dass dieser Erfolg keineswegs glücklich zustande kam. „Schau dir mal den ganzen Tag an: Sie hat nichts geschenkt bekommen und ist nicht irgendwie durchgerutscht. Das war alles mit sehr gutem Spiel, und sie schlägt Rob Cross und Gary Anderson, die beide ebenfalls sehr stark spielten. Und dann in einem Finale gegen Michael Smith das so zu zeigen... ganz große Klasse.“
Beau Greaves schreibt mit ihrem Titel bei Players Championship 11 Geschichte – als erste Frau gewinnt sie ein Pro-Tour-Turnier der PDC
Mit diesem Triumph schrieb Greaves nicht nur ein persönliches Erfolgskapitel, sondern setzte zugleich ein historisches Zeichen auf der Pro Tour – einem Circuit, der traditionell von Männern dominiert wird. Noch bemerkenswerter wirkt der Titelgewinn angesichts ihrer unmittelbaren Turniervorbereitung: In den Tagen zuvor war sie noch auf der Development Tour im Einsatz, ohne dort einen Titel zu gewinnen.
Van der Voort sieht in ihrer Wurftechnik einen entscheidenden Faktor für den Erfolg. „Wenn man sich ihren Wurf, ihr Niveau und alles drumherum anschaut, ist es eigentlich gar nicht so überraschend, dass sie gewinnt. Wir haben es nur noch nie erlebt, dass eine Frau das schafft, und daher ist es so stark im Fokus“, erklärte er.
Besonders ihre Fähigkeit, über einen gesamten Turniertag hinweg konstant auf höchstem Niveau zu spielen, hob er hervor. „Ihr Wurf ist so gut, dass sie, wenn sie die Dartitis in den Griff bekommt, so einen ganzen Tag durchstehen kann. Und diesmal hat sie das bewiesen. Wirklich sehr stark.“
Auch die aktuellen Zahlen unterstreichen ihren sportlichen Aufstieg. In der
Players Championship Order of Merit rangiert Greaves inzwischen an der Spitze – mitten unter etablierten Namen der Tour. „Sie steht einfach auf Platz fünf. Das ist auch schon bizarr“, hieß es dazu erstaunt im Podcast.
Die entscheidende Frage lautet nun: Wie weit kann ihr Weg noch führen? Ein Platz unter den Top-32 der Weltrangliste erscheint aus Sicht van der Voorts durchaus realistisch. „Wir haben sie noch nicht auf der Euro Tour gesehen. Sie spielt immer besser, und so ein Titel ist gut für ihr Selbstvertrauen. Potenziell kann sie die Top-32 der Welt erreichen. Davon bin ich überzeugt. Aber passiert das auch? Das müssen wir im Rest dieses Jahres sehen: wie sich das entwickelt. Sie spielt zu gut, um nicht die Euro Tour zu erreichen, also sollte das der nächste Schritt sein, den sie schaffen kann.“