Die Frustration ist
Gerwyn Price derzeit deutlich anzusehen. Der ehemalige Weltmeister ließ nach einer weiteren enttäuschenden Nacht in der
Premier League Darts auf Instagram seinem Ärger freien Lauf. Sein Wutausbruch steht sinnbildlich für den spürbaren Formknick, den er ausgerechnet in diesem prestigeträchtigen Wettbewerb erlebt – während er auf anderen Bühnen überzeugt.
Erfolgreich auf der European Tour
Am vergangenen Wochenende stellte Price seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis. In Sindelfingen sicherte er sich den Titel beim
European Darts Grand Prix 2026. Mit diesem Triumph schrieb der Waliser Geschichte. Er ist erst der zweite Spieler, der zehn Titel auf der European Tour gewinnen konnte. Ein Meilenstein, der seine Weltklasse klar unterstreicht.
Doch dieser Erfolg steht im klaren Gegensatz zu seinen jüngsten Auftritten in der
Premier League Darts. In den vergangenen drei Spielnächten schied Price jeweils direkt in der ersten Runde aus. In Rotterdam unterlag er Luke Littler, in Brighton setzte sich Josh Rock durch. In Liverpool verlor er schließlich gegen Gian van Veen. Vor allem diese Niederlage hinterließ sichtbar Spuren.
Bereits auf der Bühne war zu erkennen, wie sehr ihn die Situation beschäftigt. Price versuchte, seine Emotionen zu kontrollieren, doch das gelang nur bedingt. Kurz darauf machte er seinem Frust öffentlich Luft. „Das ist so frustrierend. Zwei Schritte vorwärts, um dann in der Premier League Darts wieder zwanzig zurückzugehen“, schrieb er und ergänzte mehrere wütende Emojis.
Dank ans Publikum
Trotz aller Enttäuschung bewahrte Price seine Professionalität. Er bedankte sich ausdrücklich beim Publikum in Liverpool. „Die Unterstützung war zum Glück wie immer fantastisch. Vielen Dank an euch alle“, schrieb er weiter. Damit zeigt er, dass er den Rückhalt der Fans weiterhin sehr schätzt.
Auffällig bleibt: Trotz der jüngsten Rückschläge liegt Price noch immer auf Rang drei der Tabelle. Das unterstreicht, wie stark er in die Saison gestartet ist. Dennoch wächst der Rückstand auf die Spitzenreiter Luke Littler und Jonny Clayton. Will er im Rennen um die Play-offs bleiben, muss er schnell wieder Konstanz finden.
Die Situation betrifft nicht nur Price. Auch Littler sah sich in Liverpool einem feindseligen Publikum gegenüber, unter anderem wegen seiner Auseinandersetzung mit Van Veen. Der junge Engländer nutzte die Atmosphäre jedoch zu seinem Vorteil. Er gewann den Abend und erklärte danach, dass ihn solche Umstände inzwischen eher antreiben. Laut Littler war die Stimmung in Rotterdam sogar noch intensiver – dennoch lieferte er auch dort ab.
Dieser unterschiedliche Umgang mit Druck wirkt derzeit entscheidend. Während Littler unter Spannung aufblüht, kämpft Price aktuell mit Rhythmus und Intensität der wöchentlichen Premier-League-Abende. Der Kontrast zu seinen dominanten Leistungen auf der European Tour fällt deutlich auf.
Für Price wird es nun darauf ankommen, seine mentale Balance wiederzufinden. Seine Form ist vorhanden, wie der Titel in Sindelfingen zeigt. Gelingt es ihm, dieses Niveau auch in die Premier League Darts zu übertragen, bleibt er ein heißer Kandidat im Kampf um den Gesamtsieg. Bis dahin bleibt die Frustration jedoch sein sichtbarster Gegner.