Dave Chisnall hat eine Woche hinter sich, die sowohl positive als auch frustrierende Gefühle auslöste. Der Engländer erreichte sowohl beim Players Championship als auch auf der Euro Tour das Viertelfinale, wertet das selbst jedoch nicht als vollen Erfolg. Chisnall zufolge boten die vergangenen Tage eine hervorragende Chance, endlich wieder einen Titel zu gewinnen.
Realistische Chance auf den Titelgewinn
„Auf dem Papier wirken zwei Viertelfinals wie eine gute Woche, aber ehrlich gesagt hatte ich das Gefühl, dass ich viel weiter hätte kommen können“, schreibt Chisnall in seinem
neuesten Blog. „Ich hatte eine realistische Chance, zum ersten Mal seit fast zwei Jahren wieder eine Trophäe zu gewinnen.“
Beim Players Championship am Dienstag scheiterte Chisnall im Viertelfinale an William O'Connor. Der Engländer startete stark und ging mit 2:0 in Führung, sah die Partie jedoch durch ein spektakuläres Finish seines Gegners kippen. „Ich stand auf einem Finish, als William 134 über Triple 18, Doppel 20 und noch einmal Doppel 20 ausmachte. Solche Legs können dich wirklich treffen“, so Chisnall. „Das gab ihm Schwung, und von da an riss er das Match an sich.“
O'Connor gewann schließlich mit 6:3 und erreichte später sogar das Finale. Das macht die Niederlage für Chisnall vielleicht noch schmerzhafter, weil er das Gefühl hat, selbst eine große Chance liegen gelassen zu haben.
Auch bei der
Euro Tour in Kiel entging dem früheren Major-Finalisten eine vielversprechende Möglichkeit auf ein tiefes Turnierergebnis. Gegen das niederländische Supertalent Gian van Veen schien in der dritten Runde lange Zeit alles klar. Chisnall führte 5:1 und war auf dem Weg zu einem souveränen Sieg.
Van Veen kämpfte sich jedoch stark zurück und erzwang ein Entscheidungsleg. Chisnall gewann dieses am Ende zwar, war aber beeindruckt vom Niveau, das der Niederländer abrief. „Die ganz Großen haben mehrere Gänge und können in wichtigen Momenten ein höheres Level abrufen. Genau das hat Gian getan“, schreibt er. „Ich gebe mir selbst selten Komplimente, aber ich habe gut gespielt, um dieses Entscheidungsleg doch noch zu gewinnen.“
Dave Chisnall erreichte das Viertelfinale bei den Baltic Sea Darts Open
Katastrophenmatch gegen Joyce
Die Erleichterung nach diesem Sieg hielt jedoch nicht lange an. Im Viertelfinale gegen Ryan Joyce zeigte Chisnall eine seiner schwächsten Partien des Wochenendes. Mit einem Average von rund 85 fand er nie wirklich in sein Spiel. „Es war eine Katastrophe. Gegen Ryan Joyce habe ich furchtbar gespielt. Es lag nicht nur an meinen Doppeln, eigentlich war alles schlecht“, blickt er ehrlich zurück.
Dass Joyce später selbst das Finale verlor, verstärkte das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. Chisnall ist sich nämlich bewusst, dass derzeit jedes gute Ergebnis im Kampf um die Qualifikation für das World Matchplay von großer Bedeutung ist.
Die Nummer 25 der Welt richtet den Blick daher voll auf das prestigeträchtige Turnier in Blackpool. Nach seinen eigenen Berechnungen braucht er noch etwa 6.000 Pfund Preisgeld, um seinen Platz zu sichern. „Es stehen noch vier Players-Championship-Turniere und eine Euro Tour in der Slowakei an. Ich denke, ein oder zwei gute Ergebnisse könnten reichen“, sagt Chisnall. „Es würde mir unheimlich viel bedeuten, auf die Bühne in Blackpool zurückzukehren.“
Zudem hat der Engländer in den Winter Gardens noch etwas gutzumachen. Sein Auftritt dort im Jahr 2024 verlief enttäuschend, und er möchte zeigen, dass er weiterhin an der Spitze mithalten kann. „Ich will zurück nach Blackpool und wiedergutmachen, was dort 2024 schiefgelaufen ist“, schließt Chisnall kämpferisch.
Mit seinen jüngsten Resultaten hat Chisnall jedenfalls gezeigt, dass seine Formkurve nach oben zeigt. Nun bleibt die Frage, ob er diesen Trend fortsetzen und sich in den kommenden Wochen doch noch in Richtung Titel sowie ein Ticket für das World Matchplay spielen kann.