Luke Humphries führt derzeit den
PDC Form Guide an, in dem ausschließlich die letzten 200 gespielten Legs jedes PDC Tour Card-Inhabers berücksichtigt werden. Der 31-jährige Engländer wirkt damit, trotz einiger jüngster Finalniederlagen, wie der kompletteste Spieler auf der Tour.
Auffälliges Fazit
Das ist ein auffälliges Fazit nach einer Phase, in der vor allem Luke Littler die Schlagzeilen beherrschte. Der junge Engländer krönte sich jüngst zum zweiten Mal zum Sieger der Premier League Darts, nachdem er im Finale mit Humphries abgerechnet hatte. Mit einem beeindruckenden Average von 111,67 zeigte Littler, warum er von vielen als das größte Talent gilt, das der Sport seit Jahren hervorgebracht hat.
Dennoch erzählen die Zahlen eine andere Geschichte. Während Littler im Scoring weiterhin herausragt, setzt Humphries bei nahezu allen anderen wichtigen Statistiken aktuell den Maßstab. Die Nummer zwei der Welt verzeichnete in seinen letzten 200 gespielten Legs zwar weniger maximale Scores als Littler, kompensiert das aber mehr als deutlich mit seiner Effizienz auf die Doppelfelder und seinem Vermögen, Legs schnell zuzumachen. Humphries gewinnt derzeit einen außergewöhnlich hohen Prozentsatz seiner Legs in fünfzehn Darts oder weniger.
Obwohl ihm zuletzt sowohl in der Premier League Darts als auch bei der World Series of Darts in Kopenhagen der Gesamtsieg entglitt, unterstreichen seine Leistungen, dass er momentan wohl die beste Form aller Spieler auf der PDC Tour hat.
| Platz | Spieler | AVG | 171-180 | 99,101+ C/O | Doppelquote |
| 1 | Luke Humphries | 103.31 | 58 | 9 | 41.61% |
| 2 | Luke Littler | 99.90 | 83 | 11 | 45.19% |
| 3 | Chris Dobey | 98.62 | 93 | 8 | 35.73% |
| 4 | Gerwyn Price | 98.14 | 69 | 16 | 45.03% |
| 5 | Rob Cross | 98.09 | 59 | 15 | 42.29% |
| 6 | Wessel Nijman | 97.98 | 69 | 11 | 47.57% |
| 7 | Gary Anderson | 97.64 | 89 | 12 | 42.28% |
| 8 | Michael van Gerwen | 97.41 | 79 | 11 | 36.44% |
| 9 | Jonny Clayton | 97.24 | 61 | 10 | 40.66% |
| 10 | Kevin Doets | 96.90 | 82 | 11 | 41.26% |
Anzeichen der Erholung bei „Mighty Mike“
Auch
Michael van Gerwen zeigte in den vergangenen Wochen wieder Anzeichen der Erholung. Der Niederländer gewann die
Nordic Darts Masters 2026 und holte damit seinen achtzehnten Titel auf dem World-Series-Circuit. Dieser Triumph kam nicht selbstverständlich zustande, denn in seinen ersten beiden Partien notierte Van Gerwen Averages von 89 beziehungsweise 86. Das waren Werte, die wenig Vertrauen gaben, doch im Verlauf des Turniers konnte der dreifache Weltmeister sein Niveau deutlich anheben.
Die Statistiken belegen, dass Van Gerwen im vergangenen Monat klare Schritte nach vorn gemacht hat. Sein Average über die letzten 200 Legs stieg von 95,6 auf 97,4. Damit scheint der Niederländer wieder ein Stück seiner alten Scoring-Dominanz zurückzufinden. Dennoch bleibt Arbeit. Vor allem sein Abschluss auf die Doppelfelder hinkt der absoluten Weltspitze hinterher. Mit einer Checkout-Quote von nur 36 Prozent lässt Van Gerwen in entscheidenden Momenten noch zu viele Chancen liegen. Genau diese Unbeständigkeit auf die Doppelfelder verhindert vorerst, dass er bei den großen TV-Turnieren konstant um die Titel mitspielt.
Neben Van Gerwen tauchen mit
Wessel Nijman (Platz 6 und in diesem Jahr bereits gut für sechs PDC-Ranglistentitel) und Kevin Doets (Platz 10 und kürzlich Gewinner seines ersten PDC-Ranglistentitels) noch zwei weitere Niederländer in der Top 10 dieser alternativen Weltrangliste auf.
Michael van Gerwen gewann am vergangenen Wochenende die Nordic Darts Masters
Auffällige Rolle für Wessel Nijman
Bei der höchsten Checkout-Quote auf die Doppel führt Wessel Nijman das Feld an. Der Niederländer liegt mit einer Quote von fast 50 Prozent vor Luke Littler.
Alle anderen Spieler in der Liste erreichen eine Quote zwischen 40 und 45 Prozent, mit Ausnahme von Chris Dobey und Michael van Gerwen.
Neben den etablierten Namen fallen auch einige Spieler auf, die in den letzten Monaten große Fortschritte gemacht haben. Jeffrey de Graaf zählt zu den größten Aufsteigern. Der schwedisch-niederländische Darter steigerte seine Formkennzahl deutlich und sicherte sich zudem seinen zweiten PDC-Titel. Auf dem Weg dorthin schlug er mehrere Spieler, die aktuell zu den stärksten auf dem Circuit zählen, was seiner Leistung zusätzlichen Wert verleiht. Sein Vermögen, Legs im Eiltempo zu beenden, macht ihn in den kommenden Monaten zu einem gefährlichen Außenseiter.
Auch Ross Smith und Luke Woodhouse zeigen, dass Erfolg nicht ausschließlich von hohen Averages abhängt. Beide stehen in der Formrangliste weit oben dank ihrer effizienten Art der Leggewinnung. Obwohl ihre Averages nicht zur absoluten Spitze des Circuits gehören, schaffen sie es häufig, mit relativ wenigen Darts Legs zu gewinnen. Das macht sie derzeit effektiver als manch einen Spieler mit höherem Average. Sollten Smith und Woodhouse ihre Doppelquote noch etwas steigern, könnten sie beim World Matchplay für eine große Überraschung sorgen.
Die aktuellen Formzahlen ergeben damit ein interessantes Bild. Littler gewinnt weiter Titel und produziert spektakuläre Averages, doch auf Basis der Statistiken gibt derzeit Humphries den Ton an. Gleichzeitig scheint Van Gerwen wieder auf dem Weg nach oben, während sich Spieler wie De Graaf, Smith und Woodhouse nachdrücklich als Herausforderer der etablierten Ordnung melden. Die kommenden Monate versprechen daher für Dartsfans besonders spannend zu werden.