„Dann bekommst du einfach regelmäßig auf die Mütze“ – Vincent van der Voort ist vom Niveau von Raymond van Barneveld zum Saisonstart erschrocken

PDC
Mittwoch, 25 Februar 2026 um 15:30
Raymond van Barneveld (1)
Das Fehlen von Raymond van Barneveld bei der European Tour in Polen sorgte für Gesprächsstoff. Zum ersten Mal seit langer Zeit stand der fünffache Weltmeister nicht bei einem regulären Wochenende der prestigeträchtigen Turnierserie am Oche. Weder über die automatische Qualifikation noch über das Qualifikationsturnier sicherte sich der Niederländer einen Startplatz für den Auftaktblock. Ein deutliches Zeichen für seine derzeitige sportliche Situation.
Im Podcast Darts Draait Door griff Moderator Damian Vlottes das Thema auf und bekannte offen, dass er van Barneveld auf der Bühne vermisst habe. Doch Vincent van der Voort widersprach – zumindest teilweise. Der frühere Profi und enge Weggefährte wählte klare Worte. „Ist es ein Vermissen? Ja? Ich bin mit Raymond als starkem Spieler aufgewachsen. Er wurde immer besser und war der Beste in den Niederlanden. Aber ihn jetzt so zu sehen, empfinde ich eher als mühsam, als dass ich ihn vermisse.“

Klare Kritik an Form und Haltung

Van der Voort argumentiert nicht emotional, sondern leistungsbezogen. Ihm geht es um das Niveau, das van Barneveld aktuell ans Board bringt. Statt eines Routiniers, der um Titel kämpft, sieht er einen Spieler, der mit sich und seinem Spiel hadert. Genau das stößt ihm auf.
Raymond van Barneveld blickt in die Ferne.
Van Barneveld verzeichnete mit 69,39 seinen schlechtesten Average überhaupt auf der PDC Pro Tour.
„Dass er wieder dort steht, um zu gewinnen, und erst im Anschluss beurteilt, ob es gut oder schlecht war“, fordert van der Voort. Besonders kritisch sieht er die Körpersprache. Wenn van Barneveld bereits nach wenigen Aufnahmen beim Einwerfen hadert, sendet das aus seiner Sicht die falschen Signale. „Das vermisse ich nicht, wenn ich das nicht mehr sehe“, stellt er klar.
Ein Blick auf die Zahlen stützt die Kritik. Van Barneveld erwischte einen schwachen Start ins Jahr und gewann bislang kaum Matches. Zwar qualifizierte er sich für die kommenden Euro-Tour-Events, doch der Druck wächst. In den vergangenen fünf bis sechs Partien blieb sein Average unter 82 Punkten – ein Wert, der auf der Pro Tour kaum konkurrenzfähig ist.
Van der Voort formuliert es unmissverständlich: „80 im Schnitt, das können sehr viele. Dann bekommst du regelmäßig auf die Mütze. Dann hast du bei der PDC nichts zu suchen. Neunzig plus zu werfen ist auf der Tour Pflicht.“ Die Konkurrenz bewegt sich konstant im hohen Neunzigerbereich oder darüber. Wer dauerhaft zehn Punkte darunter bleibt, verliert den Anschluss.
Die kommenden Euro-Tour-Turniere gewinnen damit enorme Bedeutung. Van Barneveld braucht höhere Scores, mehr Stabilität und ein anderes Auftreten. Nur wenn er sein Niveau deutlich anhebt, kann er im aktuellen Teilnehmerfeld wieder ernsthaft eingreifen und die Trendwende schaffen.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading