VORSCHAU World Cup of Darts – Irland: Mit William O'Connor und Mickey Mansell zur nächsten Überraschung?

PDC
Mittwoch, 10 Juni 2026 um 6:00
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Irland ist seit Jahren eine feste Größe beim World Cup of Darts. Mehr noch: Keine einzige Ausgabe des prestigeträchtigen Nationenturniers wurde verpasst. Dennoch blieb der große Erfolg bislang aus. 2019 waren sie dem Triumph zwar sehr nahe, als sie das Finale erreichten, doch den Titel holten sie noch nie.
Für die Ausgabe 2026 reist das irische Team mit einem neuen Duo in die Eisporthalle in Frankfurt. William O'Connor ist seit Jahren ein gewohntes Gesicht im irischen Trikot, doch diesmal erhält er Gesellschaft von Mickey Mansell, der sein Debüt für Irland gibt. Können sie in dieser neuen Kombination für eine Überraschung sorgen und die Trophäe erstmals nach Irland holen?

„Mr. World Cup of Darts“

William O'Connor darf man inzwischen wohl „Mr. World Cup of Darts“ nennen. Seit der ersten Ausgabe 2010 hat „The Magpie“ nämlich kein einziges Jahr verpasst. Damit stehen mit diesem Jahr nun 16 aufeinanderfolgende Teilnahmen zu Buche. Nur ein Spieler hat ihm das gleichgetan und ebenfalls noch keine Ausgabe verpasst, und das ist Mensur Suljovic.
In seinen ersten beiden Jahren bildete er ein Duo mit Mick McGowan, ohne nennenswerten Erfolg. In den drei darauffolgenden Jahren durfte Connie Finnan ran, doch auch das zahlte sich nicht aus. 2016 und 2017 kehrte McGowan zurück, ehe von 2018 bis 2022 Steve Lennon fünf Jahre lang O'Connors fester Partner wurde. Dieses Duo stand 2019 kurz vor dem ganz großen Wurf, scheiterte letztlich jedoch knapp im Halbfinale. In den vergangenen drei Jahren war Keane Barry die Nummer 2 der Iren, mit dem Viertelfinale im Vorjahr als bestem Resultat.
Dieses Jahr ist Mickey Mansell an der Reihe. Und da werden sich einige fragen: „Mansell, hat der nicht schon beim World Cup für Nordirland gespielt?“ Das stimmt. Zwischen 2012 und 2015 bildete er zusammen mit Brendan Dolan das Duo für Nordirland, mit zwei Viertelfinals und sogar einem Halbfinale als Ausbeute. Durch den Aufstieg von Daryl Gurney und zuletzt auch Josh Rock gab es dort jedoch keinen Platz mehr für den „Clonoe Cyclone“, sodass er sich Anfang dieses Jahres entschloss, die irische Staatsbürgerschaft anzunehmen, um bei dieser Ausgabe für Irland antreten zu können.

Historie Irlands beim World Cup of Darts

JahrDoubleErgebnis
2010 William O'Connor & Mick McGowan Zweite Runde
2012 William O'Connor & Mick McGowan Zweite Runde
2013 William O'Connor & Connie Finnan Zweite Runde
2014 William O'Connor & Connie Finnan Erste Runde
2015 William O'Connor & Connie Finnan Zweite Runde
2016 William O'Connor & Mick McGowan Zweite Runde
2017 William O'Connor & Mick McGowan Zweite Runde
2018 William O'Connor & Steve Lennon Erste Runde
2019 William O'Connor & Steve Lennon Finale
2020 William O'Connor & Steve Lennon Erste Runde
2021 William O'Connor & Steve Lennon Erste Runde
2022 William O'Connor & Steve Lennon Zweite Runde
2023 William O'Connor & Keane Barry Gruppenphase
2024 William O'Connor & Keane Barry Gruppenphase
2025 William O'Connor & Keane Barry Viertelfinale
William O'Connor und Steve Lennon umarmen sich auf der Bühne nach dem verlorenen Finale beim World Cup of Darts 2019.
Irland war 2019 ganz nah am ersten Titel, verlor jedoch im Finale mit 3:1 gegen das schottische Duo Gary Anderson und Peter Wright.

Wie steht es um O'Connors Form?

William O'Connor liefert seit Jahren konstant auf der European Tour und bei den Players Championships ab. Bei den großen TV-Turnieren kann er jedoch selten richtig beeindrucken. Sein bestes Major-Ergebnis ist ein Halbfinale bei den UK Open 2022. Und auch in diesem Jahr war es auf der Bühne bislang nicht berauschend bei „The Magpie“. Bei den Winmau World Masters verlor er direkt sein Auftaktmatch in der Runde der letzten 256 gegen Patrik Williams, und bei den UK Open unterlag er bei den letzten 64 knapp mit 10:9 gegen Josh Rock.
Auf der European Tour will es in diesem Jahr ebenfalls noch nicht richtig laufen für den Iren. Obwohl er bislang kein Turnier verpasst hat, blieben die Resultate aus. Die aktuelle Nummer 38 der Welt gewann sechs von acht Malen sein Auftaktspiel, danach war jedoch häufig Schluss. Nur zweimal, bei Event 4 und 8, erreichte er auch den Sonntagnachmittag. In beiden Fällen war jedoch im Achtelfinale Endstation.
Auf den Floor-Turnieren holt der Ire deutlich mehr gute Ergebnisse. In bislang 20 gespielten Turnieren schied er nur viermal in Runde eins aus. Bei Event 11 und 19 schaffte er es sogar bis ins Viertelfinale. Der Höhepunkt folgte jedoch letzte Woche. O'Connor bezwang bei Event 20 Namen wie Martin Schindler, Wessel Nijman und Dave Chisnall, um das Finale zu erreichen. Dort verlor er allerdings mit 8:5 gegen Ross Smith, womit der erste PDC-Titel seit 2019 ausblieb.
William O'Connor ballt die Faust beim Jubeln.
O'Connor ist gemeinsam mit Mensur Suljovic der einzige Spieler, der noch keine einzige Ausgabe des World Cup of Darts verpasst hat.

Kann Mansell bei seinem Debüt ein Mehrwert sein?

Obwohl Mickey Mansell sein Debüt für Irland gibt, ist er beim World Cup kein Unbekannter. Seine Ergebnisse bei diesem Nationenturnier zeigen zudem, dass ihm das Format liegt. In vier Teilnahmen erreichte er zusammen mit Brendan Dolan nämlich zweimal das Viertelfinale und sogar einmal das Halbfinale. Damit bringt er eine ganze Portion Erfahrung für Irland mit, das abgesehen von der Finalteilnahme 2019 häufig bereits in der ersten oder zweiten Runde ausschied.
Diese Resultate stammen jedoch alle aus den Jahren 2012 bis 2015. Mansells Form ist derzeit noch nicht gerade berauschend. Nachdem er seine Erstrundenpartie bei der WM Darts 2026 mit 3-2 gegen den US-Amerikaner Leonard Gates verlor, war er im Januar auch nicht bei den World Masters am Start. Und bei den UK Open verlor er direkt sein Auftaktmatch unter den letzten 96 mit 6-5 gegen Greg Ritchie.
Als aktuelle Nummer 45 der Welt ist Mansell zudem nicht automatisch für die European Tour-Turniere gesetzt, weshalb er die Qualifier spielen muss. Über diese Qualifikationsturniere sicherte er sich Startplätze für drei Events. In allen drei Fällen kam der „Clonoe Cyclone“ jedoch kein einziges Mal über die zweite Runde hinaus.
Auch auf den Floor-Turnieren kann der gebürtige Nordire bislang nicht überzeugen. In den ersten achtzehn Events gewann er lediglich viermal seine ersten zwei Partien, ehe er anschließend bei den letzten 32 ausschied. Doch wie bei O’Connor lässt sich auch bei Mansell Positives aus den letzten beiden Floor-Turnieren feststellen. Bei den Events 19 und 20 erreichte er nämlich jeweils das Achtelfinale. Keine überragende Leistung, aber nach achtzehn Turnieren ohne vergleichbaren Lauf dennoch ein wertvoller Mutmacher.
Mickey Mansell ballt die Faust und lächelt ins Publikum.
Mansell vertrat zwischen 2012 und 2015 Nordirland beim World Cup of Darts, gibt jedoch in diesem Jahr sein Debüt für Irland.

Fazit: Ist ein Coup für Irland drin?

Irland könnte in diesem Jahr durchaus für eine Überraschung sorgen. William O’Connor befindet sich in guter Form und bringt reichlich World-Cup-Erfahrung mit. Mit Mansell an seiner Seite, der im Vergleich zu Keane Barry deutlich mehr in seinem Tempo agiert, könnte sich ein neues, gut eingespieltes Duo bilden.
Zudem sollte die Gruppenphase für die „Lucky Irish“ kein Problem darstellen. Mit Singapur und Uganda warten nämlich nicht unbedingt zwei Darts-Großmächte. Singapur hat mit Paul Lim zwar eine absolute Legende im Aufgebot, doch sein Partner Phuay Wei Tan dürfte normalerweise nicht ausreichen. Uganda feiert sein Debüt beim World Cup und sollte auf dem Papier ebenfalls keine Hürde für das erfahrene irische Duo darstellen.
Hinzu kommt, dass etablierte Nationen wie Belgien und Deutschland mit vielen Fragezeichen nach Frankfurt reisen. Die Belgier stellen mit Dimitri van den Bergh und Mike De Decker zwei Spieler, die völlig außer Form sind. Und auch die Deutschen kommen nicht mit einem guten Gefühl in ihr Heimatland. Martin Schindler kämpft seit Längerem mit seiner Form und Ricardo Pietreczko plagt sich seit geraumer Zeit mit Dartitis.
Außerdem haben die großen Nationen wie Schottland und Wales neben ihrem erfahrenen Topspieler jeweils einen unerfahrenen Neuling im Team. Die Waliser mit Jonny Clayton und Gerwyn Price wären normalerweise Titelfavoriten. Doch „The Iceman“ entschied sich, das Turnier auszulassen, wodurch nun die Nummer 61 der Welt, Nick Kenny, nachgerückt ist.
Bei den Schotten spielen Gary Anderson und Cameron Menzies erstmals zusammen. Beide haben völlig gegensätzliche Persönlichkeiten, weshalb abzuwarten bleibt, wie gut das harmoniert. Addiert man all diese Unwägbarkeiten und Faktoren, könnte Irland durchaus zu den Außenseitern auf den Titel zählen.
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