„Das ist Van Barneveld-unwürdig“ – Empörung über die Entscheidung von „Barney“, die Vorrunde des Winmau World Masters auszulassen

PDC
Mittwoch, 28 Januar 2026 um 17:00
Raymond van Barneveld (2)
Am Mittwochnachmittag laufen beim Winmau World Masters 2026 die letzten Vorrunden, ehe am Donnerstagabend das Hauptturnier startet. Eigentlich hatte auch Raymond van Barneveld noch um einen Platz im Teilnehmerfeld kämpfen können – doch der fünfmalige Weltmeister entschied sich dagegen. Statt sich über die Qualifier zu behaupten, trat der 58-Jährige bei einem Showmatch des niederländischen Fußballklubs FC Twente auf.
Diese Entscheidung löste in der Darts-Szene einiges an Verwunderung aus – besonders bei Vincent van der Voort. Der enge Freund und ehemalige Profi fand im Podcast Darts Draait Door klare Worte: „Ich habe da schon meine Schwierigkeiten mit“, sagte er offen. „Ich verstehe, dass er auf garantiertes Geld setzt, aber das ist doch ein Rankingturnier. Niemand muss dort etwas verteidigen – und jetzt hinkt er sofort ein Turnier hinterher. Mit drei gewonnenen Runden hätte er schon 5000 Pfund sicher. Das ist für die Rangliste ein wichtiger Start. Seine Sponsoren werden diese Entscheidung nicht gutheißen. Alles in allem: eine bemerkenswerte Wahl.“

„Er fühlt sich nicht gut genug für die Qualifikation“

Van Barneveld erklärte im Vorfeld, die Showauftritte bei Twente seien lange geplant gewesen – noch bevor die PDC das Datum des ersten Majors des Jahres festlegte. Deshalb blieb er bei seiner Zusage und verzichtete auf die Masters-Teilnahme. Für Van der Voort ein klares Zeichen: „Das zeigt, wo Raymond mental steht. Er fühlt sich offenbar nicht gut genug, um ein Qualifikationsturnier zu gewinnen. Ich hätte erwartet, dass er sagt: Das muss klappen. Aber offenbar ist er mental noch nicht soweit.“
Van der Voort geht davon aus, dass Van Barneveld seine Saison nun mit Verzögerung startet. „Er muss bei den ersten paar Turnieren richtig stark aufspielen, um auf die Euro Tour zu kommen. Sonst wird das ein langes Jahr für ihn.“

„Er entscheidet sich für das sichere Geld“

Der 48-Jährige wirft seinem Freund eine zu kurzfristige Denkweise vor. „Er setzt auf garantiertes Geld – alles andere ist nur Bonus“, so Van der Voort. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass Showabende nicht nur lukrativ, sondern auch kräftezehrend sind. „Diese Demo-Events kosten viel Energie. Man geht müde in die Pro-Turniere, besonders in seinem Alter. Er wählt das sichere Geld – aber das ist schade mit anzusehen. Wie sich sein Karriereende entwickelt, hätte niemand gedacht. Das ist Van Barneveld-unwürdig. Aber unter den Umständen scheint es für ihn vor allem eine finanzielle Frage zu sein.“
Trotz aller Kritik zeigt Van der Voort auch Mitgefühl. „Mitleid braucht man mit ihm nicht haben – er verdient immer noch gut. Aber es ist traurig, ihn so zu sehen, im Vergleich zu dem, was er früher alles erreicht hat. Früher war er immer einer der Favoriten oder Außenseiter auf den Titel. Jetzt nimmt man ihn kaum noch ernst. Er hat bei großen Turnieren seit drei Jahren kein Match mehr gewonnen. Das ist bitter. Es muss sich etwas ändern. Vielleicht kann Rafael van der Vaart ja etwas bewirken – das wäre schön zu sehen.“
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