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Kevin Doets scheint sich die harte Arbeit der vergangenen Jahre nun endlich auszuzahlen. Der Niederländer befindet sich in Topform, klettert rasant in der Weltrangliste und scheint klar auf dem Weg zu seinem Debüt bei einigen der größten TV-Turniere des PDC-Kalenders. Nach seinem jüngsten ProTour-Titel überwiegen bei „Hawkeye“ vor allem Erleichterung und Selbstvertrauen.
Eine der größten Veränderungen für Doets – der kürzlich seinen
ersten PDC-Ranglistentitel eroberte – ist vielleicht sogar, dass er vorerst von den zermürbenden EuroTour-Qualifikationen befreit ist. Für viele Spieler bedeuten diese Qualifikationstage eine zusätzliche mentale und körperliche Belastung obendrein auf einen ohnehin schon vollen Kalender.
Für Doets fühlt es sich daher wie eine enorme Befreiung an, dass er sich darum vorerst keine Sorgen mehr machen muss. „Es ist wirklich eine Erleichterung“,
erzählt der Niederländer. „Es geht nicht nur darum, die EuroTours selbst zu erreichen, sondern auch um den ganzen Stress, der mit diesen Qualifikationsturnieren einhergeht. Man spielt praktisch einen zusätzlichen Turniertag, und das kostet enorm viel Energie.“
Starke Ranglistenposition öffnet neue Türen
Die aktuelle Platzierung von Doets in den Ranglisten gewinnt derweil zunehmend an Bedeutung. Durch seine konstanten Ergebnisse auf der ProTour hat er sich nachhaltig für die größten Majors des Jahres empfohlen. „Meine Ranglisteposition öffnet mir im Moment sehr viele Türen“, sagt er. „Nicht nur für die Majors, sondern auch für Setzungen bei Turnieren und einen Platz unter den besten 32 der Welt. Vielleicht sogar noch besser. Ich befinde mich gerade einfach in einer sehr guten Position.“
Diese Worte sind alles andere als übertrieben. Doets spielt seit Monaten stark auf der ProTour und konnte sich in jüngerer Vergangenheit regelmäßig tief in Turniere vorkämpfen. Neben seinem jüngsten Titel erreichte er auch bereits ein Finale auf der European Tour und mehrere starke Resultate auf der ProTour.
Damit scheint die Qualifikation sowohl für das World Matchplay als auch für den World Grand Prix nahezu in Reichweite. „Ich bin eigentlich ziemlich sicher, dass ich mich inzwischen für beide Turniere qualifiziert habe“, sagt Doets mit einem Lächeln. „Erst recht nach dem Titel beim
Players Championship. Meines Erachtens liege ich jetzt ungefähr in den Top Fünf der ProTour-Rangliste für diese Veranstaltungen.“
Schmerzhafte Erinnerung an verpasstes World Matchplay
Diese Aussicht bedeutet dem Niederländer besonders viel, weil er in der Vergangenheit die Teilnahme am World Matchplay auf äußerst schmerzhafte Weise verpasste. „Vor zwei Jahren verfehlte ich das Turnier um einen Platz“, blickt er zurück. „James Wade schnappte sich damals Rang 16, und ich landete auf Position 17. Das war wirklich eine enorme Enttäuschung.“
Gerade deshalb fühlt sich die aktuelle Situation für Doets wie die Bestätigung an, dass er in seiner Karriere die richtigen Schritte geht. Seit dem Gewinn seiner PDC Tour Card träumte er von Starts bei den großen TV-Turnieren, bei denen nicht nur das Preisgeld, sondern auch Aufmerksamkeit und Prestige deutlich höher sind als auf der ProTour. „Das sind die Momente, von denen man als Spieler träumt, wenn man seine Tour Card holt“, sagt er. „Jetzt passiert es endlich wirklich.“
Kevin Doets gewann in diesem Jahr seinen ersten PDC-Ranglistentitel
Bereit für die Bühne
Dennoch ist Doets bewusst, dass der nächste Schritt vielleicht der schwierigste wird. Gute Ergebnisse auf der ProTour sind das eine, doch auf der großen TV-Bühne zu liefern, verlangt eine völlig andere Mentalität. „Jetzt hoffe ich vor allem, dass ich mein Spiel auch auf der Bühne zeigen kann“, erzählt er. „Das ist am Ende der Ort, an dem man sich wirklich beweisen will.“
Mit seiner aktuellen Form scheint Doets jedoch immer besser auf diesen Moment vorbereitet. Der Niederländer wirkt ruhiger am Oche, strahlt mehr Selbstvertrauen aus und profitiert sichtbar von der Erfahrung, die er in den vergangenen Jahren gesammelt hat.
Außerdem spielt er derzeit mit viel Freiheit. Der Druck durch Qualifikationen nimmt ab, die Rangliste zeigt nach oben, und der Glaube an die eigene Stärke wächst mit jedem starken Ergebnis. Das macht aus Doets einen Spieler, der in der zweiten Saisonhälfte durchaus für Überraschungen sorgen könnte.
In einer Ära, in der das Niveau innerhalb der PDC höher ist denn je, entscheidet oft Konstanz über Mittelmaß oder einen festen Platz auf den großen Bühnen. Genau diese Konstanz scheint Doets nun gefunden zu haben. Und vielleicht noch wichtiger: Er beginnt selbst daran zu glauben.