Vincent van der Voort hat deutliche Kritik an der PDPA, der Spielergewerkschaft im Profidarts, geübt. In der neuesten Folge des Podcasts Darts Draait Door nahm der frühere Topspieler die Organisation scharf ins Visier. Seiner Ansicht nach lässt die PDPA die Profis gerade dann im Stich, wenn sie ihre Unterstützung am dringendsten benötigen.
Auslöser seiner Kritik ist die Unsicherheit rund um den Spielplan des World Matchplay. Weil der Turnierablauf im Falle eines englischen Finaleinzugs bei der Fußball-Weltmeisterschaft hätte angepasst werden können, mussten 24 Spieler lange darauf warten, zu erfahren, wann sie in Blackpool ans Oche treten würden.
Van der Voort vermisst Einsatz für die Spieler
Nach Ansicht des Niederländers hätte die PDPA in dieser Angelegenheit umgehend eingreifen müssen. „Die Spielergewerkschaft hätte direkt sagen müssen: ‚Was soll das denn schon wieder?‘ Jetzt erfahren 24 Spieler erst am Mittwochabend, wann sie spielen müssen. Das kann doch nicht sein. Natürlich hätten sie dazu etwas sagen müssen.“
Vincent van der Voort spart nicht mit Kritik an der PDPA und wirft der Spielergewerkschaft vor, die Interessen der Profis zu vernachlässigen.
Moderator Damian Vlottes warf daraufhin die Frage auf, ob die Spielergewerkschaft in einer solchen Situation nicht genau dafür da sei, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten. Van der Voort musste nicht lange überlegen. „Ja, aber die machen überhaupt nichts.“ Der Niederländer kritisierte fehlende Durchsetzungskraft und beklagte, dass sich innerhalb der Organisation seit Jahren kaum etwas verändere. „Die Leute bleiben einfach sitzen, und es ändert sich nichts.“
Van der Voort berichtete außerdem von einem kürzlichen Gespräch mit Peter Manley, einer der prägenden Figuren innerhalb der PDPA. Dieses habe ihn jedoch alles andere als überzeugt. „Ich habe ihm zugehört. Der Mann redet nur, aber es kommt nichts an. Er ist überhaupt nicht für die Spieler da. Das bringt einfach nichts.“
Für eine Person innerhalb der Organisation fand van der Voort allerdings lobende Worte. „Der Einzige, der wirklich will, ist Alan Warriner. Der ist auch wirklich gut für die Spieler, aber sonst niemand.“
In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass auch Glen Durrant inzwischen nicht mehr für die PDPA tätig sei. Nach Darstellung van der Voorts sei dessen Rückzug auf Differenzen mit Peter Manley zurückzuführen. „Alan Warriner will noch. Glen Durrant hat wegen Peter Manley schon aufgehört, weil die einfach nicht miteinander können.“
Kritik an Treffen für Partnerinnen der Spieler
Nicht nur die Interessenvertretung der Spieler, sondern auch den Umgang der PDPA mit ihren finanziellen Mitteln stellte van der Voort infrage. Bei einer jüngsten Pro Tour sei nach seinen Angaben ein Treffen für die Partnerinnen der Spieler organisiert worden.
„Da war irgendeine Frau, die eine Sitzung für alle Spielerfrauen angesetzt hatte. Um zehn Uhr durften die alle ein Gespräch mit ihr führen, wie sie ihren Mann besser unterstützen können. Mit Geld und mit Niederlagen, was weiß ich alles.“
Als Moderator Damian Vlottes nachfragte, ob auch Joanne Wright, die Ehefrau von Peter Wright, an dem Treffen teilgenommen habe, reagierte van der Voort mit einem Lachen. „Ja, die ist als Erste nach oben gegangen.“
Kurz darauf, so berichtete er weiter, sei auch die Partnerin von Kevin Doets erschienen. Für van der Voort war das ein weiterer Anlass, den Nutzen solcher Veranstaltungen infrage zu stellen. „Gefolgt von Frau Doets. Denn die ist auch sehr wichtig. Jesus, Mann. Die Hälfte ist nächstes Jahr geschieden“, ätzte er.
Für den Niederländer ist es deshalb unverständlich, dass die Spielergewerkschaft Zeit und Geld in derartige Veranstaltungen investiere, obwohl aus seiner Sicht deutlich wichtigere Themen auf der Agenda stehen sollten.
„Das sind doch nur Begleitpersonen. Komm schon, Mann. Das siehst du doch überall. Es wird eben mal ausgetauscht, sagen wir's so.“
Van der Voort machte keinen Hehl daraus, was er von der Initiative hält, und sprach von einer falschen Verwendung der finanziellen Mittel der Spielergewerkschaft. „Und dafür fließt einfach PDPA-Geld.“
Seiner Meinung nach müsse sich die PDPA voll und ganz auf die Belange der Spieler konzentrieren – insbesondere unmittelbar vor einem der wichtigsten Turniere des Jahres.
„Bei diesem World Matchplay musst du erst recht voll dabei sein. Du musst gut für die Spieler sein. Das geht alles völlig am Thema vorbei.“
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.