„Die anderen habe ich in den Müll geworfen, hatte die satt" - Mike De Decker zwang sich zu neuem Satz Darts

PDC
Samstag, 30 August 2025 um 12:00
Mike de Decker (1)
Die belgischen Dartfans kamen am Freitagabend in der Antwerpener Expo voll auf ihre Kosten. Nachdem zuvor Kim Huybrechts und Mario Vandenbogaerde die Zuschauer von ihren Sitzen gerissen hatten, war es an Mike De Decker, den Abend stilvoll abzuschließen. Der in Mechelen lebende Dartspieler, der inzwischen zur Nummer Eins Belgiens aufgestiegen ist, holte sich einen mühevollen 6-3-Sieg über den Engländer Martin Lukeman und darf sich auf ein Aufeinandertreffen mit Martin Schindler in der zweiten Runde der Flanders Darts Trophy freuen.
Der Saal stand schon während seines Auftritts in Flammen. Minutenlang skandierten die Fans „Mikey is ours", doch auf der Bühne kam De Decker nur schwer in Fahrt. Obwohl er das Ausbullen gewonnen hatte und beginnen durfte, hatte Lukeman sofort die Chance zum Break. Diese vergab er, so dass De Decker das 1-0 auf seiner Seite hatte. Das Spiel blieb jedoch zäh. Wieder hatte Lukeman Chancen, aber auch er vergab sie, und so zog De Decker auf 2-0 davon.
Es folgte der erste Ausbruch des Belgiers, aber seine Nervosität waren noch nicht ganz weg. Mit einer Reihe von Fehlwürfen und ein paar Darts auf die Einzel 5 gab er Lukeman die Chance zurückzukommen. Der Engländer nutzte sie mit einem 118er-Finish: 2-1. Als auch De Deckers Scoring ins Stocken geriet und Lukeman solide zum 2-2 ausglich, war klar, dass es kein leichter Abend werden würde.
Mit einem Average um die 80 musste De Decker weiter kämpfen. Mit der Doppel 5 schaffte er zwar knapp das 3-2, aber das war noch nicht überzeugend. Als Lukeman die erste 180 des Spiels warf, drohte das Spiel zu kippen. De Decker hatte drei Chancen auf ein Break, vergab zwei, bekam aber eine zweite Chance und holte sie sich zum 4-2.
Er konnte sich nicht lange darüber freuen, denn Lukeman warf ein brillantes 127er-Finish, mit dem er sofort zurückschlug. Beim Stand von 4-3 vergab der Engländer eine Chance zum 4-4, bevor De Decker die Doppel 8 zum 5-3 traf. Die Zuschauer witterten den Sieg, aber The Real Deal machte es sich weiterhin selbst schwer. Lukeman setzte sich auf 80 ab und hatte eine weitere Chance zum Break. Als auch dieses Doppel nicht fiel, warf De Decker eine 84 über das Bullseye und entschied das Spiel mit 6-3. Sein Average blieb bei 82,25, aber der Sieg war eingefahren.
Danach trat ein erleichterter, aber auch frustrierter De Decker vor die Mikrofone. Er verbarg seine Enttäuschung nicht. „Schlecht, schlecht, schlecht", sagte der Grand Prix-Titelträger gegenüber Het Nieuwsblad. „Es war wirklich nicht gut, nein. Ich habe keine Erklärung dafür. In Wieze hatte ich das auch, ein erstes schlechtes Match. Diese erste Runde will man nie verlieren, egal in welchem Turnier, aber sicher nicht vor eigenem Publikum. Vielleicht hatte das etwas damit zu tun. Hoffentlich wird es morgen ein 125er Average, dann wird es nicht so schwer. Dann muss sowieso alles besser werden..."
De Decker steht derzeit auf Platz 19 der Weltrangliste und strebt bis zum Ende der Saison einen Platz unter den besten 16 an. Der Weg dorthin war jedoch holprig. Unbeständigkeit und Ausrüstungsprobleme haben ihm einen Streich gespielt.
„Seit dem 1. Januar geht es rauf und runter", sagte er freimütig. „Ich habe sehr lange mit meinen Darts gekämpft. Lange Zeit hatte ich den Eindruck, dass ich wusste, dass etwas nicht stimmt, wollte es aber nicht zugeben. Auch wegen des Finales in Wieze, weil ich für dieses Turnier schon neue Darts hatte. Die habe ich dann erst letzten Monat, vor der Reise nach Down Under, gekauft. Die anderen habe ich in den Müll geworfen, ich hatte die Nase voll von ihnen. Seitdem läuft es im Training gut, aber ich brauche einen dieser Wettkämpfe, bei denen alles gut läuft, und dann kommt das Selbstvertrauen."
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