DISKUSSION | German Darts Grand Prix 2026 – Sorgen um den deutschen Dartsport; Aspinall und Noppert überzeugen - Muss die PDC den Schutz für die Topstars abschaffen?
Die ganz großen Stars kamen am vergangenen Wochenende zwar nicht zum German Darts Grand Prix, doch stattdessen traten zahlreiche Topspieler an, die schon lange durch Konstanz oder Form zu früheren Zeitpunkten aufgefallen sind.
Nathan Aspinall wird zweifellos etwas Trost daraus ziehen, den German Darts Grand Prix gewonnen zu haben. Als einer von mehreren Spielern, die sich über Passkontrollschlangen beschwerten, ist er nun bei der Qualifikation für die European Darts Championship in Dortmund so gut wie durch und muss nicht mehr so oft antreten.
An einem Wochenende, an dem er in einem Interview mit DartsNews selbst einräumte, dass er an seiner Motivation fürs Spiel zweifelte, brachte er letztlich seine eigene Selbstwahrnehmung zum Schweigen.
Nachdem er in seiner Auftaktrunde einen Matchdart von Ricardo Pietreczko überlebt hatte, schaltete er Martin Schindler aus und gewann sechs Legs in Serie, um die deutsche Nummer eins zu entthronen. Danach untermauerte er das mit einem Arbeitssieg 6:4 gegen Andrew Gilding. Anschließend demontierte er Kevin Doets, der selbst zu den frühen Lichtblicken des Wochenendes gehörte, mit 7:2 bei einem 106,40-Average, bevor er Danny Noppert bezwang.
Noppert wiederum hatte zuvor Krzysztof Ratajski und davor Jonny Clayton aus dem Weg geräumt, um das Duell mit Aspinall zu erzwingen, das er 5:8 verlor. Es war jedoch ein Wochenende mit vielen Gesprächsthemen – von den beiden Führenden über das deutsche Scheitern bis hin zum Blade X Dartboard. Ebenso dazu, dass die großen Namen weiterhin Schutz genießen, um ohnehin nicht aufzulaufen.
Samuel Gill (DartsNews.com)
Es war ein interessantes Wochenende, aber eines, das ein wenig an die ProTour erinnerte, weil es zeigte, dass es die großen Namen in Wahrheit nicht braucht, damit es floriert.
Das führt mich zu einem größeren Thema auf der European Tour, das wohl auch von Spielern wie Noppert und sogar Ratajski, Zonneveld und Michael Smith so empfunden wird, die an den meisten dieser Turniere teilnehmen oder – wie Smith – versuchen, sich zu qualifizieren, aber nicht den Schutz bekommen, den die großen Namen genießen, die einen Freifahrtschein erhalten und oft sowieso nicht spielen.
Humphries, Littler und Co. kann man teilweise verzeihen, weil sie Premier-League-Verpflichtungen haben und ihren Kalender etwas gezielter planen. Für mich ist es aber etwas peinlich, dass sie häufig – wie Price beim Boxen, Aspinall, Littler und Humphries in Cheltenham oder gar bei Exhibitions – gesehen werden und diese Turniere nicht spielen.
Nathan Aspinall der Champion in München.
Fans erwarten die großen Namen, und die PDC schafft dieses Maß an Schutz, um sicherzustellen, dass sie da sind – und dann sind sie es nicht, was ich immer sehr bemerkenswert finde.
Nathan Aspinall wird, wie angedeutet, zweifellos lieben, dass er nun weniger spielen und die Passkontrollschlangen vermeiden muss, während Noppert – wie Aspinall – weiterhin widerlegt, dass er für die Premier League übergangen wurde. Zumal Rock nicht in Bestform ist, werden beide es als den Moment ansehen, um ein Zeichen zu setzen – und beide haben das getan.
Es ist auch gut zu sehen, dass Krzysztof Ratajski zurück ist und in großartiger Form, vor allem nach gesundheitlichen Problemen im vergangenen Jahr, während Doets und Zonneveld eine Garde niederländischer Spieler anführen, die bereit ist, MVGs Krone zu übernehmen und sich zu Van Veen an die Spitze des Sports zu gesellen. Beide sind weniger Wackelkandidaten, sondern inzwischen grundsolide.
Der German Darts Grand Prix lieferte einmal mehr ein perfektes Osterwochenende des Darts. Mit Nathan Aspinall krönte das Turnier zudem einen verdienten Sieger. Vor dem Event hatte ich von Aspinall nicht allzu viel erwartet, da sein Saisonstart eher durchwachsen war. Er steigerte sich jedoch von Spiel zu Spiel und zeigte, dass er auch 2026 ein ernstzunehmender Kandidat bleibt. Sein Scoring in München war herausragend, auch wenn die Doppel nicht immer konstant war.
Mit Danny Noppert muss man dennoch mitfühlen. Er unterlag zum vierten Mal in einem European-Tour-Finale. Wieder spielte er ein starkes und typisch solides Turnier, aber am Ende fehlte das Quäntchen Glück.
Beeindruckt haben mich auch die Niederländer Kevin Doets und Niels Zonneveld. Beide lieferten hervorragende Auftritte, und besonders Doets gelang endlich ein tiefer Run auf der European Tour, auch wenn ihm am Ende die Luft ausging. Unter den positiven Überraschungen verdient auch Andrew Gilding Erwähnung. Als Nachrücker erreichte er das Viertelfinale, besiegte in Runde eins Wessel Nijman und legte sogar einen „Moonwalk“ hin – was will man von „Goldfinger“ mehr? Auch Marcel Hausotter überzeugte, zeigte große Ruhe gegen Raymond van Barneveld und lieferte Jonny Clayton anschließend ein Duell auf Augenhöhe. Eine sehr starke Vorstellung, die ihn neben Niko Springers Auftritt gegen Michael van Gerwen zum einzigen deutschen Spieler machte, der mich wirklich überzeugt hat.
Etwas Sorgen bereitet mir weiterhin Martin Schindler. Zwar gewann er sein Auftaktmatch gegen Brendan Dolan, die Leistung an sich war aber nicht besonders überzeugend. In der Niederlage im Achtelfinale leistete er wenig Gegenwehr und blieb erneut unter 85 im Average. Dennoch war es wichtiges Preisgeld für die deutsche Nummer eins. Raymond van Barneveld und Peter Wright hatten unter der Woche bei den Players Championships noch überzeugt, in München schieden sie jedoch in ihren Auftaktpartien ohne große Gegenwehr aus.
Ein weiterer Verlierer des Wochenendes war das Winmau Blade X. Erneut gab es auf dem neuen Board schlichtweg viel zu viele Bouncer. Das muss dringend angegangen werden, denn diese Bounce-outs beeinflussen die Matches deutlich, und die Kritik wird lauter.
Von Natur aus neigt man dazu, vieles durch die rosarote Brille zu sehen, wenn man ein Event live besucht, das gesamte Spektakel aus nächster Nähe erlebt und die Möglichkeit hat, direkt mit den Spielern zu sprechen. Dennoch muss ich ein ehrliches Fazit ziehen: Der German Darts Grand Prix 2026 hat in diesem Jahr nicht wirklich abgeliefert.
Die sonst so wunderbare und besondere Osteratmosphäre blitzte zwar stellenweise auf, blieb insgesamt aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Gründe dafür liegen zum Teil auf der Hand — obwohl ich mir dennoch mehr erhofft hatte. Natürlich hilft es nicht, dass Deutschlands European-Tour-Ergebnisse aktuell so schwach sind wie seit geraumer Zeit nicht mehr. Der deutsche Aushängespieler Martin Schindler kämpft weiterhin mit einem sehr schwierigen Saisonstart, wie er auch im Interview mit unserer Redaktion bestätigte. Niko Springer sorgte zunächst mit seinem Auftritt gegen Michael van Gerwen für Aufsehen, schied dann aber recht leise gegen Michael Smith aus. Erneut verging die Final-Session ohne deutsche Beteiligung.
Doch — und das darf keinesfalls untergehen — es gab einen Lichtblick. Einen Spieler, der am Wochenende die volle Wucht der Zenith-München-Kulisse entfachte: Marcel Hausotter. Und ich kann nur sagen: was für ein fantastischer Typ. Mit gerade einmal 34 Jahren ist „Hausi“ längst eine feste Größe im deutschen Darts, eine Institution in der Berliner Szene und weit darüber hinaus. Und am Samstag war es endlich so weit: Nach 22 Jahren im Darts und drei vorherigen Auftritten auf der European-Tour-Bühne feierte der beliebte Berliner seinen ersten European-Tour-Sieg.
Die Szenen danach werde ich noch lange in Erinnerung behalten. Wie ein Duracell-Hase hüpfte Hausotter vor den Interviews durch den Pressebereich, lief auf und ab und sprach dabei mit uns Medienvertretern erfrischend offen, emotional und unterhaltsam. An einem ansonsten ungewöhnlich kraftlosen Wochenende lieferte Hausotter eine jener besonderen European-Tour-Geschichten — vielleicht diesmal die einzige, aber eine umso denkwürdigere.
Mats Leering (DartsNieuws.com)
Der German Darts Grand Prix hat am Osterwochenende ganz sicher nicht enttäuscht. Trotz der Abwesenheit einiger großer Namen gab es in München reichlich Spannung.
Für mich stach die Leistung von Danny Noppert am meisten heraus, im positiven wie im negativen Sinn. Positiv, weil er das ganze Wochenende stark spielte und verdient das Finale erreichte, negativ, weil er es erneut nicht mit einem Titel krönte. Sein viertes Euro-Tour-Finale und wieder hat es knapp nicht gereicht. Er hatte kürzlich in Wieze gesagt, er würde sehr gern ein Euro-Tour-Event gewinnen, daher hätte ich es ihm wirklich gegönnt. Dennoch denke ich, dass Aspinall schlicht der verdiente Sieger war. Er spielte im Finale besser und machte es nur durch verpasste Doppel noch einmal spannend; andernfalls hätte das Resultat deutlich einseitiger ausfallen können.
Ein weiterer Niederländer, der definitiv eine Erwähnung verdient, ist Niels Zonneveld. Ich weiß nicht, was er vor den European-Tour-Turnieren isst, aber er schaffte zum dritten Mal in Folge den Einzug ins Viertelfinale. Während er bei den beiden vorherigen Turnieren das Halbfinale erreicht hatte, schied er diesmal im Viertelfinale aus. Mit diesen Resultaten hat er sich faktisch bereits seinen Platz beim World Matchplay und der European Darts Championship Anfang 2026 gesichert. Und das ist eine enorme Leistung für die aktuelle Nummer 38 der Welt.
Niels Zonneveld beeindruckt weiterhin.
Auch Kevin Doets hatte ein sehr erfolgreiches Wochenende und zog ins Halbfinale ein. Besonders imponierte er im Viertelfinale gegen Dirk van Duijvenbode, als er 10 Mal 180 warf und einen Average von über 107 Punkten erzielte. Das erinnerte an sein Erstrundenmatch gegen Jonas Masalin bei der European Darts Trophy, wo er einen Rekord-Average von 117,12 spielte.
Um ganz ehrlich zu sein, fand ich die Deutschen vor heimischem Publikum an diesem Wochenende etwas enttäuschend. Qualifikant Marcel Hausotter gelang mit dem 6:4 gegen Raymond van Barneveld vielleicht die größte Überraschung. Aber um fair zu bleiben: So riesig ist diese Überraschung heutzutage auch nicht mehr. Springer feierte in der zweiten Runde einen starken 6:1-Sieg über Michael van Gerwen, und auch Schindler erreichte den Finaltag. Am Sonntag fehlte dann beiden ein wenig die Durchschlagskraft, wobei Schindler mit einem Average von nur 83 besonders enttäuschte. Alles in allem war es einfach ein weiteres unterhaltsames Darts-Wochenende in Deutschland.
Wieder ein European Tour Turnier in 2026, wieder ein anderer Sieger. Einmal mehr zeigt die PDC ihre große Bandbreite an talentierten Spielern, die Woche für Woche um Titel mitmischen.
Diesmal geht die Auszeichnung verdient an Nathan Aspinall. Die Leidenschaft, die man während der Final-Session auf der Bühne sah, zeigte, wie viel ihm das bedeutete. Seine Entscheidung, seinen Titel in Göttingen nicht zu verteidigen, wurde mit verwunderten Blicken aufgenommen, doch diese sind verflogen, da „The Asp“ nun seinen vierten Euro-Tour-Titel mitnimmt. Er gewinnt weiterhin Turniere auf höchstem Niveau gegen die Besten der Welt und unterstreicht erneut, dass sein Ausschluss aus der Premier League vielleicht die falsche Entscheidung war.
Danny Noppert verpasst erneut knapp einen Euro-Tour-Titel, doch die Anzeichen bleiben gut, dass er sich an der Spitze des Sports noch eine Weile halten wird. Während andere große Namen strauchelten und sich in Kämpfe verstrickten, bewahrte „The Freeze“ kühlen Kopf und legte erneut einen tiefen Lauf hin. Natürlich ist die Enttäuschung offenkundig und berechtigt, dass er es nicht zu Ende bringen konnte. Doch die positiven Signale sind für die gesamte Dartswelt weiterhin unübersehbar. Es fühlt sich nun wie eine Frage der Zeit an, bis er endlich den großen Triumph schmeckt.
Abseits der Finalisten war der German Darts Grand Prix ein durch und durch dramatisches Turnier. Die Entscheidungslegs boten fesselnde Unterhaltung, ebenso wie das frühe Aus großer Namen. Michael van Gerwen und Gian van Veen ereilte dieses Schicksal, doch anstatt eines engen Duells kassierten sie deutliche Niederlagen gegen Niko Springer beziehungsweise William O’Connor. Das zeigt, dass es keine Rolle spielt, wie viel Kaliber und Klasse einen auf die Bühne begleiten, es kann komplett verpuffen, wenn der Gegner in Topform ist.
Zurück zu den Entscheidungslegs: Ricardo Pietreczko war einer der Namen, die gleich mehrfach darin verwickelt waren. Das war jedoch nur ein Nebenaspekt der eigentlichen, besorgniserregenden Geschichte um seinen Wurf. Die anhaltenden Sorgen um Dartitis sind wieder aufgeflammt und machten das Zuschauen mitunter schwierig. Dennoch kämpfte er tapfer weiter und eroberte die Herzen der deutschen Fans in der Kulturhalle Zenith. In der zweiten Runde unterlag er Aspinall, jemand, der dieses Gefühl nur allzu gut kennt.
Ein letzter Hinweis abseits des Sports galt dem vorbildlichen Verhalten des Publikums. Manche Spieler haben ihren Unmut geäußert – teils zu Recht –, wenn Buhen und Pfeifen mitunter ein großartiges Match überlagern. An diesem Osterwochenende in München aber benahmen sich die Fans großartig. Während sie ihre heimischen Helden unterstützten, zollten sie den Gegnern vollen Respekt und zeigten, wie ein echtes Euro-Tour-Publikum aussehen sollte.
Es wurde ein besonders spannendes Wochenende in München. Die Abwesenheit von Luke Littler erwies sich als Segen für das Turnier, während auch mehrere andere Topnamen auf einen Start verzichtet hatten, darunter Luke Humphries, Gary Anderson und Gerwyn Price. Zudem schieden Mitfavoriten wie Wessel Nijman, Gian van Veen, James Wade und Michael van Gerwen beim vierten European-Tour-Event der Saison früh aus und öffneten damit anderen die Tür für einen ernsthaften Titelangriff.
Am Ende erreichten Andrew Gilding, Nathan Aspinall, Kevin Doets, Niels Zonneveld, Michael Smith, Krzysztof Ratajski, Danny Noppert und Jonny Clayton das Viertelfinale. Ein starkes und vielfältiges Feld, jedoch ohne klaren Favoriten. Für Noppert wirkte es besonders wie eine goldene Chance auf einen European-Tour-Titel, nachdem er in seiner Karriere bereits ein Major und einen Players-Championship-Titel gewonnen hat.
Noppert schaffte es schließlich bis ins Finale, musste sich dort aber Aspinall geschlagen geben. „The Asp“ hatte zehn Jahre lang keinen European-Tour-Pokal in die Luft gehoben, hat nun aber bemerkenswerterweise vier Titel innerhalb von rund 13 Monaten geholt. Eine Erfolgsgeschichte, der viele etwas abgewinnen können, denn der Engländer ist alles andere als eine Randfigur und bringt konstant Intensität und Präsenz auf die Bühne.
Für Doets war es ein Durchbruchswochenende. Der Niederländer erreichte erstmals die Finalsession eines European-Tour-Turniers und marschierte bis ins Halbfinale. Er ist nun in einer guten Position, sich für die großen Events später im Jahr zu qualifizieren, darunter World Matchplay, World Grand Prix und die European Championship. Noch mehr gilt das für Zonneveld, der für diese drei Majors praktisch schon sicher scheint. Tatsächlich besteht realistisch die Chance, dass in diesen Turnieren bis zu acht Niederländer vertreten sind, denn auch Van Veen, Van Gerwen, Noppert, Jermaine Wattimena, Nijman und Dirk van Duijvenbode liegen aussichtsreich im Rennen. Das entspräche einem Viertel des Feldes aus den Niederlanden – bemerkenswert.
Das belgische Darts hingegen scheint vor einer schwierigeren Phase zu stehen. Derzeit ist kein belgischer Spieler auf Kurs, sich fürs World Matchplay oder den World Grand Prix zu qualifizieren. Dimitri Van den Bergh ist aus der Weltspitze herausgerutscht, während Mike De Decker ebenfalls an Boden verliert und zusätzlich unter dem Druck steht, später im Jahr seinen Titel beim World Grand Prix 2024 zu verteidigen.
Es gibt jedoch einen Belgier im Aufwind. Kim Huybrechts arbeitet seit Kurzem mit der belgischen Darts-Ikone Erik Clarys zusammen, und diese Partnerschaft scheint bereits Früchte zu tragen. Seine Leistungen haben sich deutlich verbessert. Saisonbeginns stand Huybrechts kurz davor, seine Tour Card zu verlieren, doch diese Sorgen haben sich gelegt. „The Hurricane“ ist wieder fest im Rennen um Major-Qualifikationen. In München erreichte er das Achtelfinale und steht auch bei den nächsten beiden European-Tour-Events im Line-up. Es wäre keine Überraschung, Huybrechts später in diesem Jahr mehrfach wieder auf der großen Bühne zu sehen.
Mit dem German Darts Grand Prix fand am vergangenen Wochenende das vierte Event der European Tour 2026 statt. Nach vorherigen Siegen von Luke Littler, Wessel Nijman und Luke Humphries gab es erneut einen anderen – und vielleicht etwas überraschenden – Sieger.
Obwohl Nathan Aspinall seit Jahren zur Spitze zählt, hatte er in den vergangenen Monaten zu kämpfen und suchte nach Selbstvertrauen. Nach seinem Auftaktsieg in München gab er sogar zu, dass er derzeit nicht wirklich Freude an seinem Darts habe. Wie schnell sich die Dinge ändern können. Nach seinem Finalsieg gegen Danny Noppert sahen wir plötzlich wieder einen gelösten Aspinall, der offensichtlich seine Liebe zum Spiel zurückgefunden hat. Nun stellt sich die Frage, ob er diese Form und das neue Selbstvertrauen in die kommenden Majors mitnehmen kann.
Aus niederländischer Sicht stach Noppert hervor, der das Finale erreichte. Nach fünf Players-Championship-Titeln drängt „The Freeze“ darauf, endlich auch einen European-Tour-Titel zu holen, doch vorerst muss er sich noch gedulden.
Auch die Niederländer Kevin Doets und Niels Zonneveld setzten in München Akzente und erreichten das Halbfinale beziehungsweise Viertelfinale. Eine Enttäuschung war hingegen das frühe Aus von Michael van Gerwen. Der 36-Jährige bleibt inkonstant und muss mit Blick auf die anstehenden Majors mehr Stabilität finden.
Positives gab es auch aus belgischer Sicht. Kim Huybrechts zeigte eine starke Leistung und hielt die belgische Fahne hoch. Huybrechts schied schließlich in der dritten Runde gegen Jonny Clayton aus, doch ein Average von über 100 war gewiss kein Grund zur Scham.
Der Blick richtet sich nun auf den European Darts Grand Prix in zwei Wochen welcher in Sindelfingen ausgetragen wird. Littler und Humphries werden erneut fehlen, doch Gary Anderson – der Titelverteidiger in Sindelfingen – dürfte sein erstes European-Tour-Event der Saison bestreiten.