Ehemaliger Darts-Profi zweifelt offen an Premier-League-Platz für Stephen Bunting: „Ein Jahr Abstand könnte ihm guttun“
PDCDie Diskussion über die Zusammensetzung der Premier League Darts flammt auf, und diesmal steht Stephen Bunting deutlich zur Debatte. Trotz eines beeindruckenden Palmarès auf dem Floor und der European Tour ist die Form des Engländers auf der großen Bühne seit geraumer Zeit ein Sorgenpunkt. Ex-Profi und Experte Chris Mason stellt offen die Frage, ob Bunting derzeit überhaupt ins prestigeträchtige PDC-Zirkus gehört.
Bunting erlebte in der vergangenen Saison eine außergewöhnlich starke Serie außerhalb der TV-Turniere. Er war einer der wenigen Spieler, die mehrere Players Championships, European Tour-Events und World Series-Turniere gewinnen konnten. Dem steht jedoch ein eklatanter Kontrast im Fernsehen gegenüber. In seinen letzten sechs großen Majors kam „The Bullet“ nicht über die dritte Runde hinaus, während seine vorherige Premier League-Kampagne früh entgleiste.
Mason ist in seinem Urteil eindeutig. „Ich denke, sie werden Bunting am Ende trotzdem nominieren, egal was passiert“, sagte er bei talkSPORT. „Aber finde ich, dass er hinein sollte? Nein.“ Laut Mason ist es weniger eine Frage des Talents als von Timing und Belastung. „Man muss manchmal einfach ehrlich sein. Letztes Jahr war keine gute Werbung für ihn. Ich glaube, es würde ihm guttun, ein Jahr auszusetzen.“
Bunting wurde im vergangenen Jahr Achter in der Premier League und verlor seine ersten acht Partien in Serie. Diese Serie hat laut Mason bleibenden Schaden angerichtet. „Er hat seine guten Leistungen vor allem zu Beginn des Jahres gebracht, aber das wurde durch die Premier League im Grunde wieder zunichtegemacht. Und wenn man sich seine letzten fünf TV-Turniere anschaut, dann war das einfach nicht gut genug.“

Ex-Dartsprofi Chris Mason ist inzwischen als Kommentator und Experte tätig
Enttäuschung bei der WM
Diese Linie setzte sich bei der WM Darts fort, bei der Bunting als Nummer sieben der Welt bereits in der 3. Runde ausschied. In einem Spiel über sieben Sätze musste er sich James Hurrell geschlagen geben. Es war erneut eine Niederlage in einem Moment, in dem Bunting eigentlich Stabilität zeigen musste.
Nach diesem Duell geriet Bunting auch abseits der Bühne in die Schlagzeilen, als er offen über Online-Drohungen und Beleidigungen gegen ihn und seinen jungen Sohn sprach. Mason ließ diesen Kontext in seiner Bewertung nicht außen vor, blieb aber bei seiner sportlichen Analyse.
Laut Mason ist die Premier League ein völlig anderes Biest als eine Reihe einzelner Turniere. „Es geht nicht nur darum, wie gut du Darts spielen kannst“, erklärte er. „Du musst vier Monate lang Woche für Woche gegen die allerbesten Spieler der Welt performen können.“
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Hinzu komme seiner Ansicht nach auch die mentale und physische Belastung. „Du brauchst jemanden, der die gesamte Strecke durchhält. Jemanden, der mit dem Terminkalender zurechtkommt, mit Reisen, mit Druck und mit seiner häuslichen Situation. Das sollte man nicht unterschätzen.“
Mason suggerierte, dass Bunting in der vergangenen Saison am Ende der Strecke schlicht leer war. „Gegen Jahresende steckte er alles in seine Darts. Er konnte nicht mehr im Autopiloten spielen, weil der Tank leer war.“
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Abstand als Schutz
Der Gedanke, dass ein Jahr ohne Premier League Bunting sogar helfen könnte, ist unter Experten weiter verbreitet. Es würde ihm Raum geben, sich zu fangen, ohne den wöchentlichen Druck und die öffentliche Aufmerksamkeit, die das Format mit sich bringt. Gerade mit Blick auf die jüngsten Ereignisse abseits der Bühne könnte diese Ruhe willkommen sein.
Mason betonte, dass seine Worte nicht als Kritik, sondern als Schutz gemeint seien. „Es geht darum, was für den Spieler am besten ist. Und manchmal sind das nicht noch mehr Spiele, sondern gerade etwas Abstand.“
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







