„Ehrlich gesagt fühle ich mich gegen ihn immer selbstbewusst“ – Sieg gegen Luke Littler brachte Jermaine Wattimena auf Kurs zum Titel bei Players Championship 27

PDC
Mittwoch, 26 August 2026 um 8:00
Jermaine Wattimena (2)
Jermaine Wattimena hat sich erneut auf der PDC ProTour hervorgetan. Der Niederländer holte in Leicester seinen dritten Players Championship-Titel der Karriere und den ersten in diesem Jahr. In einem stark besetzten Turnier schaltete Wattimena unter anderem Luke Littler und Luke Woodhouse aus, ehe er im Finale auch seinen Landsmann Kevin Doets in Schach hielt. Der Sieg kam zudem zu einem spannenden Zeitpunkt, denn Wattimena trat erstmals auf einem ProTour-Turnier mit seinen neuen Darts an.
Der 38-jährige Niederländer erwischte einen ausgezeichneten Tag, auch wenn er es sich nach eigener Aussage phasenweise unnötig schwer machte. „In manchen Matches mache ich es mir schwer, obwohl ich eigentlich sehr gut spiele“, sagte Wattimena anschließend. Am Ende blieb er jedoch stabil und durfte zum dritten Mal in seiner Laufbahn eine Players Championship-Trophäe in die Höhe stemmen.
Seine erste ProTour-Trophäe hatte Wattimena im vergangenen Jahr in Deutschland geholt. Dieser Erfolg sorgte damals für einiges Echo, doch in Leicester bewies er, dass es kein Ausreißer war. Eines der auffälligsten Resultate gelang im Viertelfinale, als er Luke Littler bezwang. Für Wattimena war es der erste Sieg überhaupt gegen den amtierenden Überflieger.
Ganz überraschend kam dieser Erfolg für ihn allerdings nicht. „Ehrlich gesagt fühle ich mich gegen ihn immer selbstbewusst, auch wenn ich verliere. Gegen Luke spiele ich immer gut. Wenn man sich die Matches ansieht, die ich gegen ihn verloren habe, sieht man, dass ich stets gut spiele. Jetzt habe ich einen 115er Average gegen ihn geworfen und das hat mir viel Vertrauen gegeben.“
Diese überzeugende Vorstellung gegen Littler gab Wattimena einen wichtigen Schub in Richtung Schlussphase des Turniers. Wo ein Sieg über einen Spieler vom Kaliber Littler für viele eine enorme mentale Stütze wäre, versucht Wattimena vor allem, seinem eigenen Spiel treu zu bleiben. Das zahlte sich im Halbfinale gegen Luke Woodhouse aus.
Dort zeigte der Niederländer erneut, wie gut Scoring und Finishing bei ihm zusammenpassten. Wattimena setzte mehrere hohe Finishes, darunter ein entscheidendes 128er-Checkout. „Es ist natürlich egal, ob du 32 oder über 100 ausmachst, um ein Match zu gewinnen. Entscheidend ist, dass du das Match gewinnst. Aber es fühlte sich so an, als würde ich gewinnen, als ich dieses Finish traf.“

Finale gegen Landsmann

Im Endspiel traf Wattimena anschließend auf einen guten Bekannten. Kevin Doets, ebenfalls aus den Niederlanden, machte es ihm höchst schwer und kämpfte sich zurück ins Match. Für Wattimena war es vor allem eine ungewohnte Situation, einem seiner besten Freunde auf der PDC-Tour gegenüberzustehen.
„Das Einzige, was mir durch den Kopf ging, war, dass ich gegen einen meiner besten Freunde auf der Tour spiele. Neben dem Board sind wir gute Freunde, aber auf dem Board sind wir Gegner. Am Ende bin ich der Glückliche, der dieses Match gewinnt, denn Kevin verpasste ein paar Doppel. Ich glaube, er bekam zwei oder drei Chancen, und dann habe ich das Match zugemacht.“
Jermaine Wattimena ballt die Faust
Jermaine Wattimena gewann Players Championship 27
Genau solche Momente können ein Finale entscheiden. Während Doets Chancen hatte, die Partie weiter aufzubrechen, blieb Wattimena kühl genug, um zuzuschlagen. Damit unterstrich er, dass er inzwischen auch weiß, wie man Finals spielt. Sein erstes ProTour-Endspiel war noch Neuland, doch inzwischen fühlt sich eine Entscheidung laut ihm deutlich vertrauter an.
„Ich habe ein paar Finals verloren, aber es ist jetzt leichter, ein Finale zu spielen. Es gibt zwar mehr Erwartungen, weil du weißt, dass du ProTours gewinnen kannst. Das macht natürlich Druck, aber zugleich auch Vertrauen.“

Trip in die USA

Der Erfolg folgte zudem auf eine kurze ProTour-Pause. Wattimena nutzte diese Zeit für eine Reise in die Vereinigten Staaten, wo er an einem Event teilnahm und zugleich viele Stunden am Board verbrachte. „Ich war in Amerika für das DPVL Live Event. Es war eine Kombination aus Urlaub und Darts. Ich habe dort viel gespielt. Vier Tage lang gab es sehr viel Darts.“
Diese Vorbereitung erwies sich als wichtig, denn Wattimena startete in Leicester scharf ins Turnier. Außerdem spielte er erstmals ein offizielles ProTour-Turnier mit einem neuen Set Darts. Der Niederländer wechselte kürzlich zu neuen Winmau-Darts und wählte diesen Zeitpunkt bewusst für die Materialumstellung.
„Das war meine erste ProTour mit den neuen Darts. Ich habe in den Ferien damit gespielt und bin sehr zufrieden. Ich denke, der Urlaub war der richtige Moment für den Wechsel. Man hat dann etwas freie Zeit und kann viel mit den Darts üben, die einem liegen. Das war meine Idee.“
Dieser Ansatz scheint sich vorerst auszuzahlen. Wattimena testete die neuen Pfeile nicht nur im Training, sondern auch bereits in einigen Matches in Amerika. „Das Training lief gut. In Amerika habe ich ein paar Turniere gespielt und das lief auch gut. Ich bin zufrieden damit.“
Das Timing der neuen Darts ist bemerkenswert, weil Wattimena in dieser Saison einiges an Preisgeld zu verteidigen hat. Mit seinem dritten Players Championship-Titel hat er jedoch erneut einen großen Schritt im Kampf um seine Position in der Weltrangliste gemacht. Der Niederländer blickt daher vor allem nach vorn.

European Tour

Seine Ziele für den Rest des Jahres 2026 liegen daher nicht nur auf der ProTour. Besonders die European Tour steht im Fokus. „Hoffentlich kann ich auf der European Tour etwas Schönes erreichen. Ich mag diese Turniere sehr.“
Mit seinem Erfolg in Leicester hat Wattimena zudem erneut gezeigt, dass er auf der ProTour zu den gefährlichen Außenseitern zählt. Der Niederländer kombinierte ein hohes Niveau mit starkem Spiel in den entscheidenden Momenten und schlug unterwegs einige große Namen. Vor allem der Sieg über Littler dürfte zusätzliches Selbstvertrauen bringen.
Wattimena bekommt zudem sofort die Chance, seinen Erfolg zu untermauern. Einen Tag nach seinem Titel steht bereits ein weiteres Players Championship in Leicester auf dem Programm. Der Niederländer kann dort versuchen, seinen Triumph zu verdoppeln und erneut eine ProTour-Trophäe anzupeilen.
Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Eines steht nach seinem Sieg jedoch fest: Jermaine Wattimena hat seine neuen Darts hervorragend eingeführt. Mit einem dritten Players Championship-Titel in der Tasche und dem ersten Erfolg über Luke Littler scheint der Niederländer zudem genau zum richtigen Zeitpunkt Vertrauen gefunden zu haben.
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