Obwohl Gian van Veen am Sonntag mit seinem European Championship-Titel als Sieger dastand, spielte Michael van Gerwen in Dortmund ein solides Turnier. Der Brabander schaffte es bis ins Halbfinale der European Darts Championship, wo er gegen den späteren Sieger ausschied.
Für Freund und Kollege Vincent van der Voort war van Gerwens Leistung ein deutliches Zeichen der Besserung, auch wenn er noch Raum für Verbesserungen sieht. „Man sieht daran, dass er noch ein bisschen unsicher ist", sagte van der Voort im Podcast Darts Draait Door.
Der dreifache Weltmeister hatte in den letzten Monaten eine unruhige Zeit abseits der Bühne. Nach seiner Scheidung und einer Reihe schlechterer Ergebnisse war der Auftritt in Dortmund bei der European Championship der erste große Auftritt, bei dem er sich wieder mit Nachdruck bemerkbar machte. Dennoch war van der Voort der Meinung, dass mehr drin gewesen wäre. „Er kann sich selbst die Schuld geben, dass er das Halbfinale gegen van Veen noch verpasst hat", sagte van der Voort mit Blick auf das rein niederländische Match.
Van der Voort machte deutlich, dass seiner Meinung nach van Gerwen über weite Strecken des Spiels der dominierende Spieler war. „Die ersten zehn Legs gegen van Veen war er der bessere Spieler. Er selbst war der Meinung, dass es 9:1 hätte stehen müssen, aber ich denke, dass 7:3 eine bessere Beschreibung der Geschichte gewesen wäre. Van Veen ist wirklich gut gegen ihn weggekommen."
Van der Voort erkannte darin vor allem einen mentalen Aspekt. „Man sieht daran, dass van Gerwen noch ein bisschen unsicher ist. Man sieht, dass er mit diesen Schlägen noch nicht so gut umgehen kann."
Nicht nur im Halbfinale, sondern auch zu Beginn des Turniers hatte van Gerwen Momente, in denen es unnötig spannend wurde. Gegen Wessel Nijman entging er in der ersten Runde nur knapp dem Ausscheiden. „Gegen Wessel sollte er 6:4 machen und das Spiel abschließen und gegen van Veen sieht man das wieder. In den letzten Legs hat Van Gerwen jedes Mal gepunktet. Erst war er da, dann wieder ein Leg später, aber das ist jetzt nicht ganz so", analxsierte der ehemalige niederländische Tour Card Holder,
Laut van der Voort liegt der Unterschied nicht in der reinen Form, sondern im Rhythmus und im Vertrauen. „Spiele gewinnen und Selbstvertrauen zurückgewinnen. Er hat ein gutes Turnier gespielt, ohne wirklich großartige Leistungen zu bringen. Gegen Nijman, Chris Dobey und Daryl Gurney war er eigentlich nur gut. Gegen Van Veen hat er eigentlich genug getan, das hätte er gewinnen müssen."
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