Raymond van Barneveld äußert Zweifel an den Titelchancen von
Luke Littler beim
World Matchplay. Der fünffache Weltmeister sieht ein Problem: Die aktuelle Nummer eins der Welt lässt zu viele Turniere aus und verliert dadurch ihren Matchrhythmus. Diesen Rhythmus braucht Littler aber dringend, wenn er seinen Titel in Blackpool verteidigen will.
Littler bestritt in dieser Saison noch kein einziges Players Championship. Auch alle European Tour-Turniere in Deutschland strich er aus seinem Kalender. Der Grund liegt wohl in seinem 4:7-Halbfinale gegen Gian van Veen bei der German Darts Grand Prix im April 2025 – dort buhte und pfiff ihn das Publikum wiederholt aus. Am kommenden Samstag kehrt der amtierende
World Matchplay-Champion nun nach Blackpool zurück. In der ersten Runde wartet mit Niko Springer ein deutscher Debütant auf ihn.
Van Barneveld zweifelt an Titelverteidigung
Van Barneveld glaubt nicht fest daran, dass Littler in den Winter Gardens Geschichte schreibt und als erst dritter Spieler überhaupt seinen World Matchplay-Titel verteidigt.
„Wir haben darüber gesprochen, dass er seinen Titel erneut holen könnte, aber da bin ich mir nicht so sicher. Rhythmus ist enorm wichtig, und er lässt viele Turniere aus", sagte Van Barneveld in
The Darts Show. „Soweit ich weiß, hat er in diesem Jahr noch kein einziges ProTour-Turnier gespielt. Auch die European Tours lässt er immer wieder sausen, obwohl gerade diese Matches sehr wichtig sind."
Die niederländische Dartslegende betont zudem, dass sich Littlers aktuelle Form kaum einschätzen lässt. „Er gewinnt natürlich unglaublich viel, und vielleicht lag das auch an der Premier League. Aber seit die Premier League im Mai zu Ende ging, haben wir ihn eigentlich nicht mehr spielen sehen. Deshalb wissen wir nicht, wie seine Form gerade ist. Darauf bin ich sehr gespannt."
Auch über Gegner Springer besitzt Van Barneveld bislang wenige aktuelle Eindrücke. „Springer sieht man auch nicht so oft spielen. Genau deshalb freue ich mich auf dieses Match. Ich bin sehr neugierig, wie dieses Duell verläuft."
„Deutsche Fans haben nichts gegen Littler"
Van Barneveld glaubt außerdem nicht, dass sich die deutschen Fans endgültig von Littler abgewandt haben. Er hält die Lage für weit weniger dramatisch, als sie oft dargestellt wird.
„Wenn du all diese Turniere auslässt, zeigst du dich den Leuten auch nicht mehr. Die Geschichte, dass Deutschland ihn nicht mag, halte ich wirklich für ein Märchen. Wenn er dort fünfmal ins Publikum winkt und sagt: ‚Ich liebe euch', sind sie sofort wieder verrückt nach ihm. So ist es wirklich."
Für Van Barneveld zählt am Ende vor allem eines: regelmäßige Matchpraxis wiegt schwerer als das Meiden einzelner Events. „Er muss sich häufiger zeigen, um wieder in seinen Rhythmus zu kommen. Hat er diesen Rhythmus erst einmal, ist er schlichtweg nicht zu stoppen."