Der frühere Weltmeister
Mark Webster hat offen infrage gestellt, ob
Luke Humphries in der vergangenen Woche noch an einen Sieg in der
Premier League Darts geglaubt hat.
Die
aktuelle Nummer zwei der Welt erlebt eine schwierige Saison. Nach zwölf Spielwochen wartet er weiterhin auf seinen ersten Wochensieg und erreichte nur einmal das Finale. In Liverpool ging es erneut schief: Humphries verlor im Viertelfinale mit 2:6 gegen Luke Littler, wobei er nur zwei seiner elf Doppelfelder traf.
Der Dartspieler aus Cheshire belegt derzeit Rang sechs und hat fünf Punkte Rückstand auf die Play-off-Plätze, auf denen sich unter anderem Michael van Gerwen befindet. Mit nur noch wenigen Spieltagen rückt der Moment der Wahrheit näher.
Am kommenden Donnerstag in Aberdeen wartet ausgerechnet Van Gerwen — ein Duell, das entscheidend für den weiteren Verlauf von Humphries’
Premier League werden kann.
Webster blickte vergangene Woche mit Verwunderung auf den Auftritt von „Cool Hand Luke“. „Die Zeit wird knapp für Humphries. Ich hatte erwartet, dass er inzwischen ins Rollen gekommen wäre“, so der Waliser. „Ich habe mich sogar gefragt, ob er letzte Woche überhaupt daran glaubte, gewinnen zu können. Es sah merkwürdig aus.“
Laut Webster gibt es noch einen kleinen Spielraum, doch Humphries müsse schnell Ergebnisse liefern. „Er braucht so schnell wie möglich Wochensiege. Zugleich sieht man, dass Van Gerwen seinen Fokus wiederfindet. Ich erwarte, dass er Humphries schlägt, denn er will diesen Platz in den Top Vier um jeden Preis halten.“
Webster setzt weiter auf Price
Neben seiner Analyse zu Humphries äußerte Webster auch sein Vertrauen in Gerwyn Price, trotz dessen schwächerer Resultate in der Premier League. „The Iceman“ scheiterte in den vergangenen drei Wochen jeweils im Viertelfinale.
Sein letzter Erfolg datiert vom neunten Spieltag, als er im Finale mit 6:2 gegen Gian van Veen gewann. Mit 19 Punkten steht Price derzeit auf Platz drei der Tabelle. „Das Duell zwischen Stephen Bunting und Price ist am Donnerstag ein Schlüsselspiel, vor allem für Price“, stellte Webster fest. „Er steht seit Wochen bei 19 Punkten und muss da jetzt wirklich etwas draufpacken nach einer enttäuschenden Woche.“
Obwohl ihn eine Niederlage aus den Top Vier fallen lassen könnte, rechnet Webster nicht damit. „Es kann ein zerfahrenes Spiel werden, das lange dauert, aber in den entscheidenden Momenten ist Price meist zur Stelle. Mein Gefühl sagt mir, dass er das gewinnt.“
Littler erneut Favorit auf den Wochensieg
Abschließend sieht Webster wenig Anlass, an der Form von Luke Littler zu zweifeln. Der junge Engländer holte vergangene Woche den Sieg in Liverpool und scheint erneut auf Kurs. „Ich freue mich, dass Josh Rock sich zu zeigen beginnt; er nimmt viel aus dieser Saison mit“, sagte Webster. „Aber Littler hat vergangene Woche wieder seine Klasse bewiesen. Er bleibt nie lange in einem Tief.“
Webster erwartet erneut ein Spektakel. „Er ließ seine Pfeile sprechen, und ich rechne mit mehr vom Gleichen. Es werden eine Menge 180er fallen und ich sehe Littler recht souverän gewinnen.“ Die Schlussfolgerung des Experten ist klar: „Ich habe mich schon letzte Woche für Littler entschieden und tue das wieder. Er war extrem fokussiert und will die Spitzenposition angreifen. Für mich ist er der Mann, der erneut zuschlägt.“