Florian Hempel über kurioses Darts-Aufwärmen mit José de Sousa: „Siebenmal hat er gesagt, er hat mir Tops gestellt – aber ich hatte nicht einmal Tops stehen“
PDC
In der Jubiläumsfolge zur 300. Ausgabe von „Game on“ blickten die beiden Moderatoren Elmar Paulke und Florian Hempel auf die emotionalsten, sportlich besten und kuriosesten Momente der Darts-Geschichte zurück. Während Paulke dabei auf zahlreiche besondere Darts-Momente blickte, konzentrierte sich Hempel vor allem auf seine persönliche Karriere. Dabei erzählte der Wahlkölner auch von einem kuriosen Aufwärmen mit Grand-Slam-Sieger José de Sousa.
In der Kategorie der kuriosesten Momente auf Platz 2 entschied sich Hempel für eine Geschichte von der European Darts Championship 2021 in Salzburg. Für den Deutschen war es ein besonderes Turnier. Erst im selben Jahr hatte er seine Tour Card gewonnen, in Salzburg stand er erstmals bei einem Major auf der Bühne.
Kurioses Aufwärmen mit José de Sousa
„Im Spielerhotel hatten wir Practiceboards unten. Und dann habe ich mich da eingeworfen, es gab so vier oder sechs Practiceboards. Es war so eines der ersten Turniere wieder, die auf Festlandeuropa mit Zuschauern stattfanden. Da hatte man in Salzburg auch nur 1500 Zuschauer reingelassen.“

Krönte seine Karriere mit dem Grand Slam of Darts 2020
„Ich habe mich im Hotel an den Practiceboards warmgeworfen und dann wurden irgendwann die Boards ein bisschen voller. Man kannte mich jetzt nicht so richtig. Klar hatte man mich mal gesehen auf der Tour. Dann bin ich da rumgesprungen und die haben alle gedacht, ich bin ein Balljunge oder so und darf da überhaupt nicht spielen“, sagte Hempel mit einem Schmunzeln.
Weiterlesen
Irgendwann gesellte sich schließlich José de Sousa dazu. Der Portugiese gehörte zu diesem Zeitpunkt zur absoluten Weltspitze und hatte ein Jahr zuvor den Grand Slam of Darts gewonnen. Auch in Salzburg zählte er zu den großen Namen im Teilnehmerfeld.
„Ja, und dann kam irgendwann der de Sousa. Der war ja zu der Zeit echt richtig gut in Form und da hat er mich gefragt, ob wir uns einwerfen wollen. Klar, was willst du denn spielen, fragte ich. Er meinte 121.“
Was anschließend passierte, blieb Hempel nachhaltig in Erinnerung. De Sousa war während seiner Karriere immer wieder für kuriose Rechenfehler bekannt. Beim gemeinsamen Aufwärmen mit Hempel stellte der Portugiese diese unfreiwillige Spezialität offenbar eindrucksvoll unter Beweis.
„Ich glaube, bis 130 hatten wir siebenmal die Situation, dass er gesagt hat, er hätte mir Tops gestellt. Aber ich hatte nicht einmal Tops stehen. Er hatte sich bis dahin siebenmal verrechnet. Es waren 37, 34, 35. Das war die verrückteste Runde 121 meines Lebens.“
Weiterlesen
Irgendwann begann Hempel deshalb, die Aufnahmen seines Trainingspartners genauer zu verfolgen. Normalerweise verlässt man sich beim gemeinsamen Training darauf, dass der Mitspieler den korrekten Restscore ansagt. Bei de Sousa war das an diesem Tag offenbar keine Option.
„Also wirklich, ich musste alles nachkontrollieren. Normalerweise hörst du ja nur darauf, was dir dein Mitspieler sagt. Aber da habe ich mich dann irgendwann mal hingestellt und geschaut: Was macht er denn jetzt? Dann dachte ich mir, dass er sich jetzt 14 für Tops spielt, dann wirft er 16 und sagt mir, ich hätte Doppel 20 Rest. Dann wusste ich auch nicht: Sage ich jetzt was oder nicht?“, sagte Hempel mit einem Lachen.
Paulke, der die Geschichte sichtlich genoss, zeigte sich vor allem von den Erfolgen beeindruckt, die de Sousa trotz seiner bekannten Rechenprobleme feiern konnte. „Irre, dass der mit diesen Problemen trotzdem eine lange Zeit so erfolgreich war. Ich meine, der hat den Grand Slam of Darts gewonnen.“
Hempel ergänzte daraufhin, dass de Sousa zudem im Finale der Premier League gegen Jonny Clayton gestanden hatte. Dort musste sich der Portugiese zwar geschlagen geben, gehörte zu dieser Zeit aber dennoch zu den erfolgreichsten Spielern der Welt.
Weiterlesen
„Das ist eine geile Geschichte, das ist gut“, fasste Paulke die kuriose Erinnerung schließlich zusammen.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
Klatscht 2Besucher 2
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









