Die
Nicht-Nominierung von
James Wade für die
Premier League Darts 2026 hat in der internationalen Dartswelt für reichlich Diskussionen gesorgt. Wade selbst
zeigte sich in den sozialen Medien enttäuscht darüber, keine Einladung für die prestigeträchtige Turnierserie erhalten zu haben. Für den ehemaligen Profi und heutigen Experten
Paul Nicholson ist diese Enttäuschung jedoch nur schwer nachzuvollziehen.
In seiner Analyse macht Nicholson deutlich, dass Wade in der entscheidenden Phase schlicht nicht genug geliefert habe, um einen der begehrten acht Startplätze zu rechtfertigen. Aus seiner Sicht müsse die Bewertung der Nominierungen deutlich nüchterner und konsequenter erfolgen.
„Die Messlatte liegt extrem hoch“
Für Nicholson steht fest, dass die Diskussion zunächst in den richtigen Kontext eingeordnet werden muss. „Die
Premier League Darts ist kein x-beliebiges Turnier“, betont er. „Sie ist vielleicht die wettbewerbsfähigste Bühne im modernen Darts.“ Bei lediglich acht verfügbaren Plätzen und einer Gruppe von mindestens sechzehn Spielern, die realistisch Anspruch auf eine Teilnahme erheben können, liege die Messlatte extrem hoch. Vor diesem Hintergrund sei es laut Nicholson völlig legitim, genau zu hinterfragen, was
James Wade tatsächlich vorzuweisen habe.
James Wade erreichte im vergangenen Jahr zwei Major-Finals
Der Engländer erlebte in der vergangenen Saison zwar eine insgesamt stabile Kampagne, doch die ganz großen Titel blieben aus. Wade erreichte mehrere Endspiele, konnte diese jedoch nur selten in Turniersiege ummünzen. Nicholson beschreibt ihn deshalb treffend als „mehrfachen unterlegenen Finalisten“. „Finals zu erreichen ist stark“, erklärt der Analyst, „aber heutzutage ist das schlicht nicht mehr genug. Erst recht nicht, wenn man sieht, was andere Spieler gewonnen haben.“
Zudem verweist Nicholson auf den Wandel der
Premier League Darts in den vergangenen Jahren. Während vor etwa zehn Jahren bereits ein Finaleinzug bei einem großen TV-Turnier wie dem World Matchplay für eine Nominierung ausreichen konnte, gelten heute deutlich strengere Maßstäbe. „Das Niveau ist enorm gestiegen“, stellt Nicholson fest. „Die Breite des Feldes ist größer denn je. Was früher beeindruckend war, ist heute oft nur noch durchschnittlich.“
Schwache Leistung bei der WM Darts 2026
Ein besonders entscheidender Punkt in der Bewertung von
James Wade ist für Nicholson dessen Auftritt bei der WM Darts 2026. Dieses Turnier sei weiterhin der zentrale Gradmesser für Reputation, Momentum und Status innerhalb der PDC. „Erneut hat Wade dort keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen“, analysiert Nicholson. „Und genau auf dieser Bühne musst du dich abheben, wenn du ernsthaft Anspruch auf einen Premier-League-Platz erheben willst.“
Zwar zeigt Nicholson Verständnis dafür, dass Spieler enttäuscht reagieren, wenn sie bei der Nominierung übergangen werden, doch er fordert zugleich mehr Selbstreflexion. „Manche Spieler müssen sich selbst ehrlich im Spiegel ansehen“, sagt er. „Die entscheidende Frage darf nicht sein, warum jemand anderes ausgewählt wurde, sondern was man selbst besser hätte machen können.“
Dass Wade persönlich der Meinung ist, einen Anspruch auf die Premier League zu haben, hält Nicholson grundsätzlich für legitim. „Wenn er wirklich glaubt, genug getan zu haben, dann ist das seine Meinung“, erklärt er. „Aber ich denke, der Großteil der Dartsfans weltweit wird sagen: Dieses Mal hat es knapp nicht gereicht.“
Trotz der deutlichen Worte sieht Nicholson für Wade weiterhin Perspektiven. Die Botschaft für die Zukunft sei eindeutig: Wer in die
Premier League Darts zurückkehren will, muss bei den größten Gelegenheiten liefern. „Wenn er sein Spiel bei der WM auf ein höheres Niveau hebt und wieder große Titel gewinnt, redet niemand mehr über verpasste Chancen“, so Nicholson abschließend. „Aber in dieser Darts-Generation ist Mittelmaß schlicht nicht genug.“