In den vergangenen Monaten taucht
Luke Woodhouse immer häufiger in Ansetzungen echter Topduelle auf. Der Engländer, seit Jahren eine feste Größe auf der PDC Tour, scheint den nächsten Schritt in seiner Karriere gemacht zu haben. Er gilt nicht mehr nur als solider Pro-Tour-Spieler; Woodhouse klopft eindringlich an die Tür zur absoluten Spitze. Sein Auftritt beim
Winmau World Masters, wo er gegen
Luke Humphries nur hauchdünn an der Sensation vorbeischrammte, unterstrich diese Ambitionen.
Knapp an der Sensation gegen Humphries beim Winmau World Masters
Auf der großen Bühne des
Winmau World Masters traf Woodhouse in der zweiten Runde auf Luke Humphries, den ehemaligen Weltmeister und Weltranglistenzweiten. Humphries warf in diesem Duell sogar einen Neundarter und zog alle Register, um Woodhouse abzuschütteln. Dennoch blieb der Profi aus Nottingham bis zum Ende im Rennen. Schlussendlich fehlte ihm nur ein Hauch, doch die Art und Weise, wie er sich wehrte, hinterließ Eindruck.
„Du musst die positiven Aspekte mitnehmen“,
blickt Woodhouse zurück. „Ich habe in meinen Augen einen der besten Spieler aller Zeiten bis ans Limit gezwungen. Für mich gehört Luke zu den fünf oder sechs Besten, die dieses Spiel je gespielt haben. Ich habe ihn wirklich unter Druck gesetzt.“
Luke Woodhouse ist die aktuelle Nummer 20 der Welt
Obwohl die Niederlage schmerzte, überwiegt inzwischen die Erkenntnis, dass er auf höchstem Niveau mithalten kann. „Natürlich ärgert es dich, wenn du so ein Match verlierst. Aber wenn du so nah an einem Sieg gegen jemanden dieser Kragenweite bist, kannst du auch stolz darauf sein“, so Woodhouse. „Ich habe ihn bis zum Ende unter Druck gesetzt, und das ist etwas, das man mitnimmt.“
Kontrast zum früheren Aufeinandertreffen
Der Kontrast zu einem früheren Duell auf der
Pro Tour konnte kaum größer sein. Vor nicht allzu langer Zeit lag Woodhouse gegen Humphries mit 0:5 zurück und verzeichnete einen Average von ‚nur‘ 100 gegenüber 111. „Das zeigt, wie gut er ist“, erkennt Woodhouse an. „Er ist ein fantastischer Spieler, ein ehemaliger Weltmeister und ehemaliger Weltranglistenerster. Aber gerade deshalb gibt es mir so viel Selbstvertrauen, dass ich ihn jetzt auf der großen Bühne so fordern konnte.“
Dieses Vertrauen scheint in der nächsten Phase seiner Laufbahn entscheidend. Jahrelang galt Woodhouse als talentierter Spieler, dem genau der letzte Schritt fehlte. Er erreichte regelmäßig die späten Runden von Turnieren, doch ein großer Titel fehlt in seiner Vita weiterhin. Dieses Thema verfolgt ihn.
„Darüber wird man immer reden, bis ich meinen ersten Titel gewinne“, sagt er nüchtern. „Aber ich verdiene gutes Geld, ich mache es gut und erreiche immer häufiger die letzten Runden von Turnieren. Solange ich so weiterspiele wie jetzt, ist es eine Frage des Wann, nicht des Ob, bis dieser Titel kommt.“
Auffällig ist, dass auch Humphries anschließend lobende Worte für
Woodhouse fand. Der Weltklassespieler nahm sich die Zeit, ihm aufmunternd zuzusprechen. „Luke hat nach dem Match ein paar schöne Dinge zu mir gesagt“, erzählt Woodhouse. „Das tut gut. Es zeigt, dass mein Spiel von den besten Spielern der Welt respektiert wird.“