Major-Champion und Darts-Experte
Paul Nicholson zeigte sich zuletzt durchaus überrascht darüber, dass
Gerwyn Price den Sprung in die
Premier-League-Auswahl geschafft hat. Für Nicholson kam die Nominierung nicht ohne Fragezeichen – vor allem mit Blick auf die aktuelle Ranglistenlage.
Der Australier verwies darauf, dass Price als am niedrigsten platzierter Spieler im Feld geführt wird. Er rangiert hinter Danny Noppert und
James Wade und liegt nur knapp vor Nathan Aspinall. Aus Nicholsons Sicht habe Price daher durchaus Glück gehabt, seinen Platz im Aufgebot der Elite-Liga zu behaupten.
Bunting stärker in der Kritik als Price
Dennoch widerspricht diese Einschätzung einem großen Teil der öffentlichen Debatte rund um das diesjährige Line-up. Die Diskussionen drehen sich weniger um
Gerwyn Price als vielmehr um
Stephen Bunting. „The Bullet“ konnte in der Vorsaison nicht überzeugen und schied zudem bei der Weltmeisterschaft früh aus. Diese sportlichen Rückschläge rückten seine erneute Nominierung besonders stark in den Fokus.
Hinzu kommt, dass Bunting zuletzt intensiv an seinem Image gearbeitet hat. Dieser Ansatz schlug jedoch nicht ausschließlich positiv zu Buche. Aussagen wie seine Selbstbezeichnung als „People’s Champion“ stießen bei Teilen der Fans auf deutliche Ablehnung. Sogar sein Sohn Tobias sah sich in der Folge Anfeindungen ausgesetzt, was die Diskussion zusätzlich emotional auflud.
Bei
Gerwyn Price wiederum lässt sich die Nominierung aus sportlicher Sicht ebenfalls kritisch hinterfragen. Zwar gewann „The Iceman“ vier Pro Tour-Turniere, doch seit 2022 wartet er auf einen weiteren PDC-Major-Titel. In der vergangenen Saison erreichte er zudem kein einziges Major-Finale – ein Fakt, der seine Auswahl nicht zwingend untermauert.
„Gerwyn Price ist als Nummer 12 der am niedrigsten platzierte Spieler im Aufgebot, also niedriger als sowohl Danny Noppert als auch
James Wade, aber zwei Plätze vor Nathan Aspinall“, erklärte Nicholson. „Daher werden viele Fans sagen, er habe großes Glück gehabt, seinen Platz zu retten, und ehrlich gesagt stand er nicht auf meiner Liste. Ich dachte, man würde ihm vielleicht ein Jahr Pause geben, um ihn wieder anzustacheln.“
Gleichzeitig räumte Nicholson ein, dass Price ein entscheidendes Kriterium erfüllt: Er ist „Box Office“. Seine Persönlichkeit und Ausstrahlung passen aus Sicht der PDC perfekt in das Premier-League-Konzept. „Eines bekommst du bei Price immer: diese Energie und die Fähigkeit, Schlagzeilen zu erzeugen. Ob er verliert oder gewinnt, er ist kein Spieler von der Stange, und die PDC will jemanden, der anders ist und alle Blicke auf sich zieht.“
Doch „The Asset“ nennt auch sportliche Gründe: „Was sie an Price mögen, ist, dass er insgesamt eine wirklich gute Saison hingelegt hat, was Preisgeld und Titel angeht, auch wenn er bei den großen Majors nicht wirklich mitgemischt hat“, so Nicholson weiter.
Abschließend warf Nicholson einen Blick in die Zukunft und stellte einen direkten Vergleich mit
James Wade an. „Er könnte 2026 vermutlich die besten Darts seines Lebens spielen, und das kann man bei James Wade nicht mit derselben Zuversicht sagen. Das ist kein Affront gegen James, nur wenn diese Jungs Aktien wären, würdest du Price derzeit mit mehr Vertrauen kaufen.“