Shane McGuirk hat sich bei der
Q-School am Samstagabend einen lang gehegten Traum erfüllt.
Der Ire sicherte sich die PDC Tour Card und setzte damit den emotionalen Schlusspunkt unter eine jahrelange, oft frustrierende Reise durch Qualifikationsturniere und knappe Niederlagen. Entsprechend groß waren Erleichterung und Freude, als der Erfolg feststand – für McGuirk war es „einer der besten Tage“ seines Lebens, ein Moment voller Drama, Glauben und Genugtuung.
Im entscheidenden Match musste McGuirk sogar ein ungewöhnliches Ausrüstungsproblem meistern. Früh im Spiel brach ein Teil seines Setups ab. Doch der amtierende WDF-Weltmeister blieb bemerkenswert ruhig, wechselte gelassen den Satz Darts und setzte sein Spiel unbeirrt fort.
Ruhe im Chaos: McGuirks Nervenstärke zahlt sich aus
„Es ist der Schaft abgebrochen“,
erklärte McGuirk im Interview mit der PDC. „Das passiert sehr selten, aber der Schaft war durch. Ich habe versucht, es zu reparieren, aber ich bekam ihn überhaupt nicht heraus.“
Zum Glück hatte der Ire vorgesorgt. „Ich hatte einen Ersatzsatz, also war das kein großes Problem. Ich habe meinen Ersatzsatz benutzt und das hat mich, denke ich, sogar etwas beruhigt. Ich dachte einfach: Ich habe noch einen Satz Darts, also weiter geht’s. Ich habe einfach weitergespielt.“
Diese Gelassenheit spiegelte McGuirks gesamte
Q-School-Kampagne wider. Nach Jahren voller Enttäuschungen gelang ihm diesmal der Durchbruch. Anders als im Vorjahr reiste er ohne die erdrückende Last der Erwartungen an. „Letztes Jahr kam ich als Weltmeister nach Milton Keynes und ich glaube, ich habe mir zu viel Druck gemacht“, gab er offen zu. „Aber dieses Jahr war unglaublich.“
Schon früh spürte McGuirk, dass diese
Q-School eine besondere werden könnte. „Wir saßen draußen im Practice Room, Greg und ich, und wir sagten: Das ist unser Tag. Ich hatte Pech, aber ich spielte an den ersten beiden Tagen gut, und heute dachte ich: Das ist es.“
Auch die Unterstützung von zu Hause spielte eine entscheidende Rolle. Am Morgen des Finaltages schöpfte McGuirk zusätzliche Kraft aus einem Telefonat. „Ich habe heute Morgen mit Amy gesprochen und sie sagte zu mir: Das ist deine Chance, das ist dein Moment, das ist unser Moment. Ich bin begeistert, dass ich es für mich, für sie und alle daheim geschafft habe.“
Der Ire konnte seine Emotionen kaum verbergen. „Ich bin absolut aus dem Häuschen. Das war ein langer Weg in den letzten paar Jahren. Ich denke, der Gewinn der WDF Weltmeisterschaft hat mir sehr geholfen — die Leute fürchten dich wohl ein bisschen mehr, fürchten den Namen — und das habe ich heute zu meinem Vorteil genutzt und die Ziellinie überquert.“
Starkes Zeichen für Darts in Irland
McGuirk räumte ein, dass auch das Glück eine Rolle spielte, vor allem in einem engen Duell der zweiten Runde. „Ich hatte Glück, durch mein Board zu kommen. Ich habe heute in meinem zweiten Spiel gegen Ted Evetts gespielt und er hat ein paar Darts zum Sieg verpasst. An jedem anderen Tag trifft er sie wahrscheinlich. Ich weiß nicht, wer heute über mich wacht, aber wem auch immer, danke ich. Ich danke auch allen daheim, die an mich glauben. Das ist einer der besten Tage meines Lebens.“
Sein Erfolg rundete ein starkes Abschneiden des irischen Darts bei der
Q-School ab. Bereits am Vortag hatte sich Niall Culleton ebenfalls eine Tour Card gesichert und damit ein klares Zeichen für die wachsende Stärke des Landes gesetzt.
„Das war immer das Ziel“, betonte McGuirk. „Man will immer glauben, dass man gut genug ist, um auf der PDC-Tour zu spielen. Jetzt geht es regelmäßig gegen die Lukes, van Gerwen, Anderson — gegen sie alle, zwei Jahre lang.“
Vor der neuen Herausforderung zeigte McGuirk keinerlei Respekt. „Ehrlich gesagt, sie spielen auch gegen mich — so sehe ich das. Jeder Tag wird anders.“
Zum Abschluss machte er deutlich, mit welcher Vorfreude er in das nächste Kapitel startet. „Das ist ein komplett neues Kapitel für mich und Niall. Ich habe gestern zugesehen, wie er gewonnen hat, und ihm direkt danach geschrieben: Du kannst nicht den ganzen Spaß alleine haben, da muss noch jemand nachziehen. Ich freue mich riesig darauf, reinzukommen und gegen die Topjungs der Welt zu spielen. Wir haben ein gutes Team um uns und ich glaube, wir werden gut abschneiden.“