„Ich lebte noch zu Hause und war noch nie außerhalb Australiens gewesen“ – Adam Leek benötigte eine Eingewöhnungszeit nach dem Erhalt der PDC Tour Card

PDC
Dienstag, 02 Juni 2026 um 11:30
LeekQ-School
Für viele Dartspieler bleibt es ein Traum: eine PDC Tour Card ergattern, nach England ziehen und sich mit der absoluten Weltelite messen. Für den Australier Adam Leek wurde dieser Traum Anfang dieses Jahres Wirklichkeit. Nach einer erfolgreichen Q-School-Kampagne tauschte er sein vertrautes Leben auf der anderen Seite der Welt gegen einen Neuanfang im Herzen des professionellen Dartzirkus ein.
Während des Midlands Charity Day in Drayton Manor sprach der junge Australier offen über seinen beeindruckenden Wechsel ins Leben als PDC-Profi, seinen Umzug ins Vereinigte Königreich und sein bevorstehendes Debüt für Australien beim World Cup of Darts.

Ein neues Leben am anderen Ende der Welt

Der Sprung vom australischen Dartcircuit auf die PDC ProTour ist für viele Spieler enorm. Leek spürt das derzeit am eigenen Leib. Zählte er in Australien seit Jahren zu den stärkeren Spielern, trifft er nun wöchentlich auf die besten Darter der Welt.
„Es ist definitiv anders“, erzählt Leek. „Du betrittst plötzlich einen Spielersaal, in dem vierzig der besten Spieler der Welt herumlaufen. Das ist natürlich eine enorme Veränderung. Das Niveau ist höher, aber gleichzeitig fühlt es sich auch nicht völlig fremd an. Ich bin vor allem noch dabei, meinen Platz zu finden und mich an alles zu gewöhnen, was dazugehört.“
Laut Leek sollten Dartsfans sich daher nicht an seinen aktuellen Ergebnissen festbeißen. Der Australier ist überzeugt, dass seine Leistungen automatisch besser werden, sobald er in seiner neuen Umgebung vollständig angekommen ist. „Ich habe mein ganzes Leben in ein anderes Land verlegt. Das ist nichts, was man einfach so macht. Sobald alles ineinandergreift und ich mich an das Leben hier gewöhnt habe, erwarte ich, dass mein Spiel automatisch mitwächst.“

Vom daheim wohnenden Australier zum Einwohner von Milton Keynes

Der Schritt, den Leek gemacht hat, geht weit über einen bloßen Arbeitsplatzwechsel hinaus. Für den jungen Australier bedeutete er eine komplette Kehrtwende seines Lebens. „Das ist das erste Mal, dass ich überhaupt mein Land verlassen habe“, sagt er lachend. „Ich wohnte noch bei meinen Eltern. Jetzt lebe ich eigenständig in England. Das war eine gewaltige Umstellung.“
Inzwischen hat sich Leek in Milton Keynes niedergelassen, einem Standort, der strategisch günstig für die vielen in England ausgetragenen PDC-Turniere liegt. Trotz der großen Veränderungen scheint der Australier sein neues Abenteuer vor allem zu genießen. „Ich habe enorm viel Spaß. Ich versuche einfach, alles aufzusaugen und zu schauen, wohin die Reise geht. Was auch immer passiert, ich lebe gerade meinen Traum.“

Das Vertrauen war immer da

Während viele Spieler mit hoffnungsvollen Erwartungen zur Q School reisen, trat Leek mit einem auffallend großen Selbstvertrauen an. „Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass ich meine PDC Tour Card gewinnen würde“, gibt er ehrlich zu. „Ich wusste nur noch nicht genau, was ich danach machen würde.“
Diese Überzeugung war so groß, dass er sein Umfeld im Vorfeld bereits warnte. „Ich sagte zu allen, bevor ich abreiste: Vielleicht seht ihr mich eine Weile nicht mehr wieder. Ich glaubte wirklich daran, dass ich es schaffen würde. Ich hatte nur noch keine Ahnung, wie ich anschließend alles praktisch regeln würde.“
Dieses Vertrauen wurde belohnt, als er sich tatsächlich eine Tour Card sichern konnte. Damit begann unmittelbar ein neues Kapitel in seiner Karriere.
Ein wichtiger Teil des Lebens auf der PDC-Tour ist die Anpassung an ein völlig neues Umfeld. Zum Glück hat Leek inzwischen Anschluss an einige etablierte Namen im Circuit gefunden. „Ich sitze oft mit Chris Dobey, Ross Smith und Nathan Aspinall am Tisch. Das sind durchweg großartige Jungs. Sie haben mir enorm geholfen, meinen Weg zu finden.“
Für einen Spieler, der zum ersten Mal außerhalb Australiens lebt, ist ein solches Netzwerk von unschätzbarem Wert. Es hilft ihm nicht nur sportlich, sondern auch dabei, sich an den Alltag in einem neuen Land zu gewöhnen. Trotz der harten Konkurrenz bleibt Leek positiv, was seine Zukunft betrifft. Er weiß, dass sein A-Game gut genug ist, um Matches auf hohem Niveau zu gewinnen. Die Herausforderung liegt vor allem darin, sein Durchschnittsniveau über längere Phasen zu erhöhen. „Ich bin immer noch dabei, mich vollständig zu akklimatisieren. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, erwarte ich, dass mein Spiel immer konstanter wird.“
Damon Heta in Aktion
Damon Heta wird beim World Cup of Darts Teamkollege von Adam Leek

Ein Traumdebüt beim World Cup of Darts

Eines der absoluten Highlights seiner ersten Saison als PDC-Spieler steht in Kürze an. Leek wird nämlich zusammen mit Damon Heta Australien beim World Cup of Darts vertreten. Damit tritt er in die Fußstapfen von niemand Geringerem als Simon Whitlock, jahrelang das Gesicht des australischen Darts und eine feste Größe im Nationalteam. „Es ist eine enorme Ehre, Simon nachfolgen zu dürfen“, sagt Leek. „Er hat dem australischen Darts unglaublich viel gegeben. Schon allein als sein Nachfolger genannt zu werden, fühlt sich besonders an.“
Von Nervosität ist jedoch keine Spur. „Ich bin vor allem begeistert. Das ist ein wahr gewordener Traum. Ich will den Moment genießen und Australien stolz machen.“
Auch mit Whitlock selbst hat Leek inzwischen Kontakt gehabt. „Simon ist ein fantastischer Kerl. Wir haben miteinander gesprochen und ich kann eigentlich nur Positives über ihn sagen. Er hat unglaublich viel für unseren Sport getan.“
Vor der World Cup hat Leek bereits ausgiebig mit seinem zukünftigen Teamkollegen Damon Heta trainieren können. „Wir haben letzte Woche zusammen geübt. Ich war ein paar Tage bei ihm und das war großartig. Wir haben gut trainiert, aber vor allem auch viel gelacht.“
Die Zusammenarbeit mit Heta gibt Leek zusätzliches Vertrauen in Richtung Nationenturnier. Heta gehört mittlerweile seit Jahren zu den etablierten Namen innerhalb der PDC und verfügt über viel Erfahrung auf höchstem Niveau. „Ich freue mich enorm darauf, gemeinsam mit Damon die Bühne zu betreten.“

Auch auf der World Series-Bühne

Neben seiner Nominierung für den World Cup of Darts hat Leek noch weitere gute Nachrichten erhalten. Er ist nämlich ebenfalls Teil der Line-up für die World Series-Events in Australien und Neuseeland. Als er erfuhr, dass er eine Einladung erhalten hatte, kannte seine Freude kaum Grenzen. „Das war wirklich unglaublich. Ich konnte es fast nicht glauben. Im Moment geht alles so schnell, dass es sich manchmal anfühlt, als säße ich in einer Art Achterbahn.“
Die World Series-Turniere bedeuten zudem eine vorübergehende Rückkehr in sein Geburtsland. „Ich kann für etwa einen Monat wieder nach Hause. Danach komme ich für den Rest der Saison nach Europa zurück.“

Eine goldene Zukunft für australisches Darts

Leek sieht nicht nur für sich selbst eine vielversprechende Zukunft, sondern auch für das australische Darts insgesamt. Seiner Meinung nach befindet sich die Sportart derzeit in einer deutlich besseren Position als noch vor einigen Jahren. „Jetzt sind die richtigen Leute in den Sport eingebunden. Das macht einen enormen Unterschied.“
Er erwartet daher, dass in den kommenden Jahren mehr australische Spieler den Sprung zur PDC wagen werden. „Ich denke, dass wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren mehrere neue Australier auf der Tour sehen werden. Zu Hause laufen unglaublich viele gute Spieler herum.“
Dennoch versteht er, warum viele talentierte Landsleute noch zögern. Die finanziellen und persönlichen Opfer sind enorm. Leek verweist dabei unter anderem auf Spieler wie Raymond Smith, die nach Meinung vieler das Niveau haben, um eine Tour Card zu halten, aber abwägen müssen, ob ein Umzug nach Europa machbar ist. „Für Spieler mit Familie ist es unglaublich schwierig. Man muss sein komplettes Leben auf die andere Seite der Welt verlagern und das kostet viel Geld. Für jemanden ohne große Verpflichtungen ist dieser Schritt einfacher.“

Jede Minute genießen

Trotz aller Veränderungen, des Drucks der PDC-Tour und der großen Erwartungen fällt vor allem eines auf: Adam Leek strahlt Freude aus. Der Australier steckt mitten in einem Abenteuer, von dem er jahrelang geträumt hat. Vom zu Hause lebenden Darter am anderen Ende der Welt zum Tour Card-Inhaber, der bald sein Land beim World Cup of Darts vertritt und bei der World Series glänzen darf. „Ich genieße jede Minute“, schließt er. „Mehr kann ich eigentlich nicht tun. Ich versuche, alles Schritt für Schritt anzugehen und so viel wie möglich aus dieser Erfahrung mitzunehmen.“
Mit seiner unbefangenen Art, natürlichem Selbstvertrauen und klarem Talent scheint Adam Leek ein Name zu sein, den Dartsfans in den kommenden Jahren immer häufiger hören werden.
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