„Ich musste mich entscheiden: mein Geschäft oder meine Frau“ – Scott Williams stellt sein Leben um und unterzieht sich einer Hypnotherapie gegen Dartitis

PDC
Donnerstag, 09 April 2026 um 18:00
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Scott Williams hat offen geschildert, wie er derzeit alles daransetzt, seine Dartitis in den Griff zu bekommen. Der Engländer arbeitet nicht nur an seinem Spiel, sondern gezielt auch an seinem Lebensstil: von Ernährung und Schlaf bis hin zu mentaler Betreuung durch Hypnotherapie.
„Shaggy“ kämpft nun schon seit sechs bis acht Monaten mit der frustrierenden Nervenkrankheit. Dabei wiegt vor allem der mentale Aspekt des Sports schwerer denn je. Der ehemalige WM-Halbfinalist betont, dass Struktur, Ruhe und Regeneration in seiner Suche nach Formstabilität entscheidend sind.
Im Double Tops Podcast erklärt Williams, wie prägend das für ihn geworden ist: „Dieser Sport besteht zu 85 % aus mentaler Widerstandskraft. Besonders für mich im Moment, weil ich selbst gerade mit Dartitis zu tun habe. Ich leide seit sechs bis acht Monaten darunter.“
Laut Williams liegt die Ursache nicht in der Technik, sondern tiefer im Gehirn: „Es hat nichts mit Darts an sich zu tun. Es sitzt im zweiten Teil deines Gehirns, dem Kampf-oder-Flucht-System. Das passiert unbewusst. Du weißt nicht warum, du kannst es nicht aktivieren oder ausschalten.“
Deshalb fokussiert er sich vollständig darauf, Ruhe zu finden: „Du musst versuchen, einen ruhigen Zustand zu erreichen. Ruhe im Kopf, Ruhe im Körper. Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich mich zu Hause wohler fühle, entspannter bin, es mehr genieße und auch Darts mehr genieße. Deshalb denke ich, dass die Mentalität und die Herangehensweise an das Spiel manchmal viel wichtiger sind als das Spielen selbst.“

Hypnotherapie und Lebensstil im Fokus

Williams nimmt – wie unter anderem Josh Rock, Cameron Menzies, Nathan Aspinall und Stephen Bunting – Sitzungen bei einem Hypnotherapeuten wahr, der zuvor bei Kevin Painter Erfolge verzeichnete. „Viele Spieler gehen zu ihm. Er hat Kevin Painter von seiner Dartitis befreit, und der hatte wirklich schwer damit zu kämpfen.“
Neben mentaler Betreuung spielt auch körperliche Pflege eine immer größere Rolle: „Schlaf ist enorm wichtig. Genauso wie Ernährung. Aber wir sind ständig unterwegs, und nicht überall gibt es gutes, leckeres Essen, das auch nahrhaft ist.“
Scott Williams hebt die Finger in die Luft.
Williams erreichte 2024 noch das Halbfinale der Darts WM.
Die intensive Tour macht es also schwierig, konsequent gesund zu leben: „Nach einer langen Reise oder einem Match hat man da manchmal einfach keine Lust mehr drauf. Aber du musst gut für dich sorgen. Dein Körper ist jetzt so wichtig.“
Um seinen Fokus vollständig auf Karriere und Genesung zu legen, hat Williams eine auffällige Entscheidung getroffen. Die aktuelle Nummer 44 der Welt hat seinen eigenen Dartshop geschlossen. „Ich war ständig mit Darts beschäftigt. Ich habe selbst gespielt und danach anderen bei ihrem Spiel geholfen. Es ging immer weiter.“ Die Entscheidung war für ihn unumgänglich: „Gestern habe ich meinen ganzen Laden ausgeräumt. Alles ist weg. Ich musste wählen: der Laden oder meine Frau. Dann ist die Entscheidung schnell getroffen.“

Inspiration bei Gerwyn Price: Balance abseits des Sports

Williams schaut inzwischen gezielt darauf, wie Topspieler wie Gerwyn Price mit Entspannung außerhalb des Sports umgehen. „Bei Gezzy ist Darts nicht alles. Er hat auch andere Beschäftigungen. Bei mir drehte sich nur noch alles um Darts.“
Um wieder Balance zu finden, will er deshalb neue Hobbys entdecken: „Ich werde alles Mögliche ausprobieren. Wahrscheinlich etwas im Pub: Pool, Snooker, Domino … vielleicht sogar Golf.“ Mit diesem Ansatz hofft Williams nicht nur seine Dartitis zu überwinden, sondern auch als kompletterer Spieler an die Oche zurückzukehren.
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