„In meinem ersten Jahr als PDC-Tour-Card-Inhaber war ich von ihm eingeschüchtert“ – Gian van Veen hat eine Vorgeschichte mit Gerwyn Price

PDC
Donnerstag, 12 Februar 2026 um 9:30
Gian van Veen
In Antwerpen steht heute Abend der zweite Spieltag der Premier League Darts 2026 auf dem Programm. Gian van Veen erreichte letzte Woche bei seinem Debüt sofort das Finale, in dem Michael van Gerwen mit 6:4 zu stark war.
Van Veen trifft in Antwerpen am zweiten Spieltag der Premier League Darts im Viertelfinale auf Gerwyn Price. Ein Duell, das in den vergangenen Jahren regelmäßig auf dem Programm stand – und ehrlich gesagt: Die Bilanz spricht für den Waliser. Trotzdem betritt der junge Niederländer mit Selbstvertrauen die Bühne. Der Grund? Inzwischen weiß er, was nötig ist, um Price zu schlagen.
„Meine Bilanz gegen ihn ist nicht gut“, gibt Van Veen zu. „Ich glaube, ich habe acht der neun Partien verloren.“ Sein einziger Sieg stammt aus dem vergangenen Jahr – und der hatte es in sich. In Prag feierte er einen überzeugenden 6:0-Erfolg gegen den ehemaligen Weltmeister. „Den nehme ich gerne mit. Wenn es geht, mache ich das morgen einfach wieder: 6:0.“

Lehren aus der Vergangenheit

Die ersten Begegnungen mit Price liefen anders. Während Van Veen mittlerweile eine feste Größe auf der PDC-Tour ist, stand er in seiner Anfangszeit mit Respekt auf der Bühne dem „Iceman“ gegenüber. „Vor allem bei den ersten Malen, als ich gegen ihn spielte, hat er mich jedes Mal geschlagen. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich selbst auch stets Averages über 105 geworfen. Aber er spielte phänomenal.“
Es waren Duelle auf hohem Niveau, dennoch fehlte Van Veen jedes Mal ein Quäntchen. Das lag nicht nur an Scoring oder Doppeln. Auch die Präsenz und Ausstrahlung von Price spielten eine Rolle. „In meinem ersten Jahr mit meiner PDC Tour Card war ich auf der Bühne ziemlich eingeschüchtert von ihm“, erzählt Van Veen offen. „Nicht nur wegen seiner Erfolge im Sport, sondern auch wegen der Art, wie er sich präsentiert.“

Die Wirkung des ‚Ur-Schreis‘

Jeder Dartsfan kennt das Markenzeichen von Gerwyn Price: der Ur-Schrei nach einer 180 oder einem entscheidenden Finish. Es ist eine Methode, sich selbst anzuheizen, aber auch, um Druck auf den Gegner auszuüben. Für einen jungen Spieler kann das überwältigend sein.
„Vor allem dieses Brüllen“, sagt Van Veen. „Man merkt wirklich, dass er da ist. Man weiß vorher, dass es passieren wird, aber wenn man dann auf der Bühne steht und er wirft eine 180 und fängt an zu schreien, ist das doch anders. Am Anfang wusste ich nicht, wie ich darauf reagieren sollte. Soll ich es ignorieren? Soll ich etwas entgegnen? Das hat mich aus meinem Spiel gebracht.“
Es ist ein Lernprozess, den viele junge Spieler durchlaufen, wenn sie erstmals gegen etablierte Namen antreten. Van Veen war da keine Ausnahme. „Ich denke, das hat mir in diesen ersten Partien wirklich zugesetzt. Ich war zu sehr mit dem beschäftigt, was um mich herum passierte, statt mit meinem eigenen Spiel.“
Gerwyn Price schreit seine Emotionen heraus
Gerwyn Price und Gian van Veen treffen im Viertelfinale am zweiten Spieltag der Premier League Darts 2026 aufeinander

Durchbruch in Prag

Die Wende kam in Prag, wo Van Veen im vergangenen Jahr seinen ersten Sieg gegen Price holte. Es wurde ein klares 6:0, ein Statement in Richtung Weltspitze. „Diesen Sieg habe ich wirklich gebraucht“, betont er. „Nicht nur für das Ranking oder das Turnier, sondern vor allem für mich selbst.“
Denn einen Spieler wie Price zu schlagen, macht etwas mit dem Selbstvertrauen. „Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, ihn zu bezwingen. Ich weiß, was dafür nötig ist. Das gibt mir viel mehr Zuversicht für morgen.“
Nach dieser Partie trafen die beiden noch einmal aufeinander. Dieses Duell gewann Price, in einem Finale. „Das ist okay“, ordnet Van Veen ein. „Er ist ein Topspieler und wird immer Spiele gewinnen. Aber der Unterschied ist, dass ich jetzt weiß, dass ich es kann.“

Als Spieler gereift

Van Veen betont, dass er in den vergangenen Jahren große Schritte gemacht hat, mental wie technisch. „Ich bin enorm als Spieler gewachsen. Nicht nur in meinem Spiel, sondern auch darin, wie ich mit Situationen auf der Bühne umgehe. Solche Dinge – das Publikum, das Verhalten eines Gegners – sollten jetzt kein Problem mehr sein.“
„Es wird ein hartes Match, das ist klar. Aber ich freue mich darauf. Für solche Partien macht man das. Gegen die besten Spieler der Welt, auf einer großen Bühne. Und wenn ich mein Niveau abrufe, weiß ich, dass ich jeden schlagen kann – auch Gerwyn Price.“
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