Darts-Ikone
Bobby George hat
Luke Littler eindringlich dazu geraten, trotz seines explosionsartigen Aufstiegs und des Rekord-Preisgeldes von einer Million Pfund für die Titelverteidigung bei der PDC
Darts WM mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben. Der 18-jährige Weltmeister steht sportlich auf dem Gipfel, doch George sieht genau darin auch eine große Gefahr.
Auf seine ganz eigene, ungefilterte Art richtete „The King of Bling“ eine klare Botschaft an das Supertalent. Keine protzigen Autos, keine Mitläufer und vor allem: nicht zu schnell erwachsen werden. George, der selbst jahrelang für seinen flamboyanten Stil und seine Vorliebe für Luxus bekannt war, nimmt heute die Rolle des Mahners und Ratgebers ein – und warnt Littler vor genau den Dingen, die ihm selbst einst begegneten.
Vom Lakeside-Finale zur Millionen-WM – ein drastischer Vergleich
Der Kontrast zwischen den Generationen könnte kaum größer sein. Littler kassierte in diesem Jahr eine Million Pfund für seinen WM-Titel. George musste sich 1994 als Finalist im Lakeside mit 16.000 Pfund zufriedengeben – eine Summe, die heute im Bereich der Erstrundenverlierer bei der PDC-WM liegt. Dieser Vergleich unterstreicht, wie sehr sich der Sport verändert hat – und warum George die Entwicklung mit gemischten Gefühlen betrachtet.
Luke Littler mit der WM-Trophäe: Der 18-jährige Darts-Weltmeister genießt seinen historischen Triumph – und steht trotz Ruhm und Rekord-Preisgeld sinnbildlich für den Spagat zwischen Ausnahmeerfolg und Bodenständigkeit
„Nicht erwachsen werden“ – Georges deutliche Warnung
Im Mittelpunkt von Georges Appell steht die Gefahr der Ablenkung. „Nicht erwachsen werden. Du gehst nie pleite, wenn du nicht erwachsen wirst. Keine Mädchen, keine protzigen Autos, keine Mitläufer. Mach einfach dein f***ing Ding“, sagte George im Gespräch mit der
Daily Mail.
Dabei zielte er klar auf die Verlockungen ab, die mit schnellem Erfolg einhergehen. „In dem Alter denkst du, du bist der Kapitän des Schiffs. Im Darts ist er das auch, aber Schiffe können sinken. Schau auf die Titanic. Im Darts kannst du über Nacht vom Helden zum Nobody werden.“ Für George ist es eine eindringliche Erinnerung daran, wie schnell sich die öffentliche Wahrnehmung im Profidarts ändern kann.
Panini-Sticker statt Luxus-Autos
In gewisser Weise folgt Littler diesem Rat bereits – wenn auch teilweise gezwungenermaßen. Anfang des Jahres erfüllte er sich den Traum vom eigenen Auto, doch nach mehreren gescheiterten Fahrprüfungen und aufgrund von Versicherungsregeln kann er es vorerst nicht ersetzen. „Ich kann mir noch kein neues Auto kaufen. Ich muss erst ein Jahr schadenfrei fahren“, erklärte er nach dem Finale.
Auch mit dem enormen Preisgeld geht Littler bedacht um. Er plant nicht, die Million auf einen Schlag auszugeben. Stattdessen möchte er einen Teil in sein Hobby investieren: das Sammeln von Panini-Stickern und -Karten. Besonders begeistert verfolgt er sogenannte Box Breaks auf TikTok Live, bei denen Zuschauer auf seltene Karten hoffen – von Stars wie Cristiano Ronaldo bis hin zu Littlers eigener Panini-Karte.
Trotz aller Schlagzeilen stellte Littler klar, dass für ihn nicht das Geld im Mittelpunkt stand. „Seit Beginn des Turniers hat jeder über das Preisgeld gesprochen. Aber für mich ging es darum, back-to-back Weltmeister zu werden“, sagte er. „Es war vor zehn Jahren, dass Gary Anderson das zuletzt geschafft hat. Alle Augen waren auf mich gerichtet. Ich war in guter Form in Richtung Turnier und deshalb glaubte ich, dass es möglich war.“
So wirkt
Luke Littler trotz seines jungen Alters und seines beispiellosen Erfolgs vorerst entschlossen, dem Rampenlicht standzuhalten, ohne sich davon mitreißen zu lassen – ganz so, wie
Bobby George es ihm eindringlich eingeschärft hat.