„Martin Schindler ist für mich der Geheimfavorit“ – Dreifacher Weltmeister glaubt an deutsche Titelchance bei der Darts WM 2026
PDCEs gibt Momente, in denen Experten nicht lange um den heißen Brei reden – und der dreifache Weltmeister Glen Durrant liefert einen solchen in seiner großen WM-Analyse. Während viele Blicke vor der Darts WM wie selbstverständlich auf die Topstars wie Luke Littler, Luke Humphries, Peter Wright oder Gary Anderson gerichtet sind, nennt Durrant einen ganz anderen Namen als potenziellen Geheimfavoriten. Einen, der für deutsche Fans elektrisierender kaum sein könnte.
„Martin Schindler ist für mich der Geheimfavorit“
„Martin Schindler ist für mich der Geheimfavorit“, sagt Glen Durrant. „Ich höre, dass dieses Jahr in enormer Zahl deutsche Fans nach London kommen. Wenn die Hälfte des Publikums deutsch ist, wie es heißt, kann das Schindler enorme Energie geben. Das hilft bei so einem Turnier gewaltig. Behaltet ihn im Auge.“
Peter Wright zwischen Hoffnung, neuer Fitness und einem komplizierten WM-Weg
Peter Wright steht erneut vor einer WM-Kampagne, in der Erwartungen und Fragezeichen Hand in Hand gehen. Der 55-jährige Schotte arbeitet seit Monaten an Form, Fitness und Vertrauen. Und laut Durrant, der in den vergangenen Wochen eng mit ihm zusammengearbeitet hat, ist Wright körperlich so gut aufgestellt wie seit langer Zeit nicht mehr. Das bedeutet aber nicht, dass ihn ein leichter Weg erwartet.
„Ich habe gerade Zeit mit Peter verbracht, und er blickt immer noch mit großem Selbstvertrauen nach vorn“, sagt Durrant, mittlerweile Analyst bei Sky Sports. „Er glaubt daran, er feilt weiter an seinem Spiel. Er sieht unglaublich aus und hat viel Gewicht verloren.“
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Der Kontrast zu Wrights vergangenen Saisons ist groß. Während er 2022 noch den WM-Titel holte, ließ seine Form in den folgenden Jahren spürbar nach. Verletzungen, Experimentierfreude und wechselnde Darts-Sets sorgten für Unruhe. Doch der zweifache Weltmeister hielt stets an der Überzeugung fest, dass noch ein großer Titel möglich ist.
„Als ich selbst an meinem Tiefpunkt war, dachte ich: Es ist vorbei. Peter ist nicht so jemand. Er erinnert mich ein wenig an Devon Petersen: Er glaubt, dass immer noch ein Turniersieg in ihm steckt.“
Wright startet sein Turnier am Montag gegen Noa-Lynn van Leuven – sofort ein ernstzunehmender Test. „Er hat seine Auslosung schon komplett analysiert“, sagt Durrant. „Er weiß, dass van Leuven die erste Gegnerin ist. Danach befindet er sich in einem Abschnitt des Draws mit Anderson und van Gerwen. Er zählt wirklich schon die Schritte in Richtung Viertelfinale, vielleicht sogar Halbfinale.“
Doch Durrant warnt, dass der Weg dorthin holpriger ist, als Wright es sich eingestehen möchte. „Ich bin ein großer Fan von Peter, aber ich habe das Gefühl, dass es für ihn richtig schwer wird.“
Die schottische Delegation besteht dieses Jahr aus Wright, Gary Anderson, Cameron Menzies, Alan Soutar und Darren Beveridge – eine Gruppe, die in den vergangenen elf Jahren vier WM-Titel gefeiert hat. Wright hofft erneut auf eine Hauptrolle, ist aber nicht mehr der automatische Favorit seines Landes.
Anderson bleibt Schottlands größte Hoffnung
Der Mann, der laut Durrant die besten Chancen auf schottischen Erfolg hat, ist nicht Wright, sondern Gary Anderson. Der 54-jährige zweifache Weltmeister spielt weniger Turniere, trainiert nach eigener Aussage wenig, bleibt aber auf den großen Bühnen ein Garant für Weltklasse-Darts.
„Seine aktuelle Form mag etwas anderes suggerieren, aber er hat so viel TV-Erfahrung, dass du ihn nie abschreiben kannst“, erklärt Durrant. „Er sagt oft, dass er kaum trainiert, und ich glaube ihm das auch. Aber er erreicht trotzdem immer wieder die späten Runden.“
Was Anderson einzigartig macht, ist seine Unberechenbarkeit abseits des Boards und seine Nüchternheit in Interviews. Durrant beschreibt ein Bild, das viele Fans wiedererkennen. „Er ist unmöglich zu lesen. Fragst du ihn etwas, bekommst du nie die Antwort, die du erwartest. Er sagt so etwas wie: Wenn ich mein erstes Match gewinne, stehe ich morgen wieder am Angelteich.“
Seine sportlichen Qualitäten bleiben davon unberührt. „Es gibt keinen besseren Spieler in Sachen reine Wurfbewegung. Er ist einer der größten 180-Hitter, die ich je gesehen habe.“
Die entscheidende Frage lautet für Durrant: Hat Anderson noch genug Feuer für ein mehrtägiges oder gar wochenlanges Turnier? „Das ist der einzige Punkt. Verlierst du dieses Feuer, wird es schwierig. Aber er hat immer noch die Fähigkeit, diese Bühne zu dominieren. Er kann diesen Pokal erneut stemmen.“
Cameron Menzies, stets eine schillernde Figur mit brillanten, aber launischen Auftritten, trifft am Montag auf eines der größten Talente der Gegenwart: Charlie Manby. Der junge Engländer, ein enger Freund von Luke Littler, macht große Schritte und gilt als einer der spannendsten Spieler der neuen Generation.
„Das ist ein harter Auftakt für Menzies“, sagt Durrant. „Manby ist ein Talent, das gerade in der Modus Super Series gezeigt hat, wozu er imstande ist. Er kommt aus Huddersfield, spielt unbefangen und wächst von Woche zu Woche.“
Laut Durrant gibt es mehrere Außenseiter, die überraschen könnten – darunter der Niederländer Jamai van den Herik und natürlich Manby. Doch am Ende bleibt für ihn ein Name besonders hängen: Martin Schindler.
Damit schließt sich der Kreis – und Durrants Botschaft ist klar: Wer diese WM verfolgt, sollte den Deutschen ganz oben auf dem Zettel haben.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









